Zeiplan und Details

Klimakonferenz in Marrakesch eröffnet

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In Marrakesch wollen die Delegierten Verfahren und Zeitpläne zur konkreten Umsetzung der Pariser Klimaziele ausarbeiten. Foto: Mohamed Messara

Die Erderwärmung braucht ein Stoppschild. Da ist sich die Weltgemeinschaft einig. Aber wie soll das funktionieren? Wer rechnet nach, wenn es um die Klimaschutz-Anstrengungen der einzelnen Länder geht? In Marokko schlägt nun die Stunde der Experten.

Marrakesch (dpa) - Mit leidenschaftlichen Aufrufen zum Kampf gegen die Erderwärmung hat die Klimakonferenz im marokkanischen Marrakesch begonnen. "Untätigkeit und der Status quo sind keine Optionen", sagte die neue UN-Klimachefin Patricia Espinosa vor Delegierten aus knapp 200 Ländern.

Der marokkanische Außenminister und Konferenzchef Salaheddine Mezouar mahnte: "Die Augen der Welt ruhen auf uns!". In der französischen Hauptstadt hatte die Weltgemeinschaft im vergangenen Jahr unter anderem vereinbart, dass die gefährliche Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, besser 1,5 Grad, begrenzt werden soll. Die Nachfolger-Konferenz in Marokko dauert bis zum 18. November und soll einen Fahrplan für die Umsetzung dieser Ziele erarbeiten. "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Ziele und Ambitionen des Paris-Abkommens erreicht werden", betonte Espinosa.

Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal als Gastgeberin der Konferenz von Paris im vergangenen Jahr übergab zur Eröffnung der Konferenz den Hammer des Vorsitzenden an den marokkanischen Außenminister Mezouar.

Tausende Delegierte in Marrakesch wollen Verfahren und Zeitpläne zur konkreten Umsetzung der Pariser Klimaziele ausarbeiten. Dabei geht es etwa um die Frage, wie arme Länder bei der Anpassung an die Folgen der Erderwärmung unterstützt werden oder wie die ganz unterschiedlichen Klimaziele der Staaten verglichen werden können.

Royal betonte insbesondere die Bedeutung einer Klimakonferenz auf dem afrikanischen Kontinent. "Der Klimawandel ist in Afrika am grausamsten und ungerechtesten", sagte sie. "Der afrikanische Kontinent leidet am meisten darunter, ohne dafür verantwortlich zu sein", sagte sie unter Verweis auf Naturkatastrophen und Wüstenbildung. "Von den 50 Ländern, die am meisten von der Klimaerwärmung betroffen sind, befinden sich 36 im subsaharischen Afrika." Die reichen Länder hingegen verhielten sich im Umgang mit natürlichen Ressourcen so, "als ob es drei Planeten gäbe".

Der in Paris vereinbarte Weltklimavertrag war erst drei Tage vor Beginn der Konferenz in Marrakesch in Kraft getreten. Dies war möglich geworden, weil große Staaten und Gemeinschaften wie China, die USA und die EU rasch ratifiziert haben. Damit können die USA auch im Falle eines Wahlsiegs des Klimawandel-Skeptikers Donald Trump nicht so leicht vom Abkommen zurücktreten. Genau genommen findet das neue Klimaabkommen aber erst nach 2020 Anwendung: Solange gilt noch der Vorläufer, das Kyoto-Protokoll.

Bei der Konferenz in Marokko verhandeln während in der ersten Woche vor allem Experten miteinander. Erst in der zweiten Woche werden Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und weitere Politiker erwartet. Nach viel Gezerre könnte die Ministerin dann auch den deutschen Klimaschutzplan für das Jahr 2050 dabei haben.

Agrarminister Christian Schmidt (CSU) erklärte in Berlin, er habe sich mit Hendricks geeinigt. Sein Ressort hatte neben dem Verkehrsministerium zuletzt am meisten gegen die Pläne einzuwenden. Aus Verhandlungskreisen hieß es, es gebe weiterhin offene Fragen. Man sei aber zuversichtlich, dass das Bundeskabinett den Plan am Mittwoch im Kabinett verabschieden könne.

UN-Klimasekretariat zum Weltklimagipfel

Konferenzprogramm

UN zum Stand der Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens

OECD-Plan zur Finanzierung

Klimaabkommen von Paris (Englisch)

Website der Klimakonferenz

World Resources Institute zur Klimakonferenz

Center for Energy and Climate Solutions zur Klimakonferenz

CAN Europe zur Klimakonferenz

Germanwatch zur Klimakonferenz

Greenpeace zur Klimakonferenz

WWF zur Klimakonferenz

UN-Klimasekretariat zum Pariser Abkommen

Stiftung Wissenschaft und Politik zum Klimawandel

EU-Kommission zu Klimazielen für 2030

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