Bundesregierung beschließt

Kabinett: Bundeswehr länger in Afghanistan

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Seit 2001 ist die Bundeswehr in Afghanistan stationiert.

Berlin - Die Bundesregierung will den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr erneut um ein Jahr verlängern. Allerdings fehlt noch eine Abstimmung.

Das beschloss das Kabinett am Mittwoch in Berlin. Der Antrag sieht eine unveränderte Obergrenze von 980 Soldaten vor. Der Bundestag muss der Mandatsverlängerung noch zustimmen.

Deutschland beteiligt sich in Afghanistan an dem Nato-geführten Einsatz Resolute Support, bei dem es vor allem um Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte geht. Derzeit sind sogar etwas mehr als tausend deutsche Soldaten vor Ort, was zum Beispiel im Rahmen von Kontingentwechseln zulässig ist.

Masar-i-Scharif als Stützpunkt

Das neue Mandat soll bis Ende Dezember 2017 gelten. Es schließt wie bisher auch den Auftrag ein, im Notfall neben dem an der Nato-Mission beteiligten Personal auch internationale Mitarbeiter beim zivilen Wiederaufbau Afghanistans zu unterstützen.

Die Bundeswehr-Soldaten sind vorrangig bei Masar-i-Scharif im Norden des Landes eingesetzt. In der Stadt hatten Taliban-Kämpfer vergangene Woche das deutsche Konsulat angegriffen. Dabei wurden mindestens sechs Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt. Deutsche kamen nicht zu Schaden. Auch in anderen Landesteilen kommt es immer wieder zu Angriffen und Anschlägen der radikalislamischen Taliban.

Die Nato-Staaten haben derzeit insgesamt noch 12.000 Soldaten in Afghanistan. Ihren Kampfeinsatz in dem Land hatte die Nato Ende 2014 offiziell beendet.

AFP

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