Asylbehörde BAMF bestätigt

Urteil: Syrische Flüchtlinge nicht per se politisch verfolgt

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Insgesamt hatten laut BAMF rund 32.000 Flüchtlinge mit "subsidiärem Schutz" gegen die seit März bestehende Regel geklagt. Foto: Carsten Rehder

Schleswig - "Subsidiärer Schutz" - dieser Status zerschlägt für syrische Flüchtlinge alle Hoffnungen auf einen schnellen Nachzug ihrer Familie nach Deutschland. Doch ist das rechtens? Viele Verwaltungsgerichte sehen das anders. Nun geht die Frage eine rechtliche Ebene höher.

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig hat die Praxis der Asylbehörde BAMF bestätigt, syrischen Kriegsflüchtlingen nur subsidiären Schutz zu gewähren.

"Für die Annahme, dass der syrische Staat jeden unter Generalverdacht stellt, der Opposition anzugehören, gibt es keine Anhaltspunkte", sagte die Vorsitzende Richterin des dritten Senats, Uta Strzyz. Strittig war, ob Kriegsflüchtlinge aus Syrien bei einer Rückkehr grundsätzlich mit politischer Verfolgung, Festnahme oder Folter rechnen müssen. Nur dann hätten sie Anspruch auf Asyl. Revision wurde nicht zugelassen.

Zahlreiche Verwaltungsgerichte bundesweit hatten dies zuvor anders gesehen - und tausenden klagenden Flüchtlingen Recht gegeben. Bundesweit haben bislang 113 000 Flüchtlinge - darunter 94 000 Syrer - nur "subsidiären Schutz" gewährt bekommen. Damit dürfen sie Angehörige erst Jahre später nachholen. Die Berliner Koalition aus Union und SPD hatte dies angesichts zahlreicher neuer Flüchtlinge im sogenannten Asylpaket II beschlossen.

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