News-Blog zum Flugzeugunglück

Große Solidarität: Zé Roberto spielt für Chapecoense

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Das Fußballteam von Chapecoense.

Bogotá - Der Verein Chapecoense sollte am Mittwoch in Medellín zum Finale des Südamerika-Cups antreten. Doch auf dem Flug nach Kolumbien stürzt die Maschine an einem Berg ab. In unserem News-Blog erfahren Sie die Infos zum Flugzeugunglück.

  • Tragisches Flugzeugunglück in Südamerika: Um 22.34 Uhr Ortszeit (4.34 Uhr MEZ) ist am Montagabend eine Maschine mit der Mannschaft des brasilianischen Fußballteams Chapecoense rund 50 Kilometer vor der kolumbianischen Stadt Medellín abgestürzt.
  • An Bord befanden sich neun Besatzungsmitglieder und 68 Passagiere. Die Polizei teilte jetzt mit, dass 71 Menschen den Absturz nicht überlebt haben.
  • Das Flugzeug ist wohl wegen Treibstoffmangels abgestürzt. Offenbar ließ der Pilot einen Zwischenstopp zum Auftanken aus.
  • Der südamerikanische Fußballverband sagte jetzt das Finale ab.
  • Der brasilianische Staatspräsident Michel Temer ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

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+++ Der brasilianische Fußballstar Zé Roberto zeigt seine Solidarität mit dem vom Flugzeugabsturz betroffenen Fußballclub Chapecoense und läuft für den Verein auf - ohne Gehalt. Der 42-Jährige, der früher für den FC Bayern München, Bayer Leverkusen und den Hamburger SV kickte, will Medienberichten zufolge im kommenden Jahr für Chapecoense spielen. 

+++ Nach dem Flugzeugabsturz in Kolumbien mit 71 Toten hat die Rückführung der Opfer begonnen. Zunächst sei der Sarg mit der Leiche eines der Piloten in dessen Heimat Paraguay geflogen worden, teilte der Flughafen der Stadt Medellín am Donnerstagabend (Ortszeit) via Twitter mit. Wie das kolumbianische Außenministerium ankündigte, sollte die Rückführung der übrigen Todesopfer am Freitag abgeschlossen werden.

+++ FIFA-Präsident Gianni Infantino wird der Opfer des Flugzeugabsturzes in Kolumbien bei einem Trauergottesdienst in Brasilien gedenken. Wie der Fußball-Weltverband mitteilte, hat der 46-Jährige eine geplante Australien-Reise verschoben, um den Unglücksopfern vor Ort die letzte Ehre zu erweisen.

+++ Der Absturz hat erste Konsequenzen für die verantwortliche Airline. Die bolivianische Regierung entzog LaMia mit sofortiger Wirkung die Lizenz. Zudem wurde die Spitze der nationalen Luftfahrtbehörde für die Zeit der Ermittlungen freigestellt.

+++ Wie bolivianische Medien unter Berufung auf den Vertreter der Fluggesellschaft Lamia, Gustavo Vargas, berichten, hätte das Flugzeug zwischen dem Start im bolivianischen Santa Cruz und der Landung im kolumbianischen Medellín noch einmal in Bogotá zwischenlanden und tanken müssen. Der Pilot sei aber der Meinung gewesen, dass der Treibstoff reiche.

Edinson Cavani von Paris Saint-Germain riss sich nach seinem Tor im Spiel gegen SCO Angers das Trikot vom Leib. Es erschien ein weißes Shirt mit einer Botschaft an den Verein Chapecoense.

+++ In Frankreich sorgt eine Gelbe Karte für Grundsatz-Diskussionen. Beim Spiel Paris St. Germain gegen SCO Angers (2:0) hatte der Uruguayer Edinson Cavani per Elfmeter sein 100. Tor für den amtierenden Fußball-Meister erzielt. Er zog sein Trikot aus, es erschien ein weißes Shirt, auf dem geschrieben stand: „ACF Fuerza“ (Kraft dem Verein Chapecoense). Der Schiedsrichter zeigte dem Torschützen regelkonform die Gelbe Karte wegen Trikot-Ausziehens. Nun fordern Funktionäre, Journalisten und Fans ein Überdenken dieser rigorosen Regel, die eingeführt wurde, um politische oder religiöse Propaganda zu verhindern.

+++ Der deutsche Profifußball wird den Opfern des Flugzeugabsturzes in Kolumbien am Wochenende mit einer Schweigeminute und Trauerflor gedenken. Bei allen Spielen der Ersten und Zweiten Liga sollen so „unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl“ ausgedrückt werden, sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball.

+++ Minutenlang versuchen Pilot und Tower, Flug LaMia933 mit dem Fußballteam Chapecoense an Bord noch Richtung Piste zu bekommen. Die Aufnahmen der letzten Minuten geben Aufschluss über die Absturzursache.

+++ Der Chef des brasilianischen Fußballverbands will, dass Chapecoense zum letzten Spieltag der Meisterschaft antritt. Dieser sollte kommenden Sonntag stattfinden, wurde aber auf den 11. Dezember verlegt. Chapecoense müsste zu Hause gegen Atlético Mineiro aus Porto Alegre antreten. Der Vizepräsident des Clubs, Ivan Tozzo, sagte, Verbandschef Marco Polo Del Nero habe ihn gebeten, dass man antritt.

„Er hat mir gesagt, diese Partie muss gespielt werden, das wird ein großes Fest“, berichtete Tozzo nach Angaben des Portals O Globo am Mittwoch. „Ich habe geantwortet: Wir haben keine elf Spieler.“ Del Nero habe gesagt, doch es gebe noch einige, die geblieben seien und sie hätten Jugendspieler. „Egal wer spielt“, habe Del Potro gesagt.

+++ Die Hinweise, das fehlender Treibstoff die Ursache für den tragischen Flugzeugabsturz war, verdichten sich immer mehr. Das geht aus einem zwölfminütigen Mitschnitt hervor, der den Funkverkehr zwischen mehreren Piloten und dem Tower des kolumbianischen Flughafens bei Medellín wiedergibt.

„Treibstoff-Notfall“, sagt der Pilot der verunglückten Maschine laut des Mitschnitts, der vom Sender „W Radio“ veröffentlicht wurde. Da der Pilot zunächst aber keinen Notfall angibt, wird erst einem anderen Flugzeug die Landeerlaubnis gegeben. Dann meldet sich der Pilot des Charterfliegers der in Bolivien gemeldeten Gesellschaft LaMia wieder: „Wir brauchen Priorität bei der Landung, uns wird ein Treibstoffproblem angezeigt.“

Dann werden die Meldungen immer verzweifelter, das Flugzeug verliert zwölf Kilometer vor dem Flughafen an Höhe: „Vectores, Vectores, Señorita“, ruft der Pilot der Frau im Tower zu. Da scheinbar die Elektronik nicht mehr funktioniert - eine überlebende Stewardess hatte auch von ausgefallenem Licht berichtet - bitte er dringend um eine Navigation Richtung Landepiste. Dann bricht der Kontakt ab, eine Stimme sagt: „Keine Antwort mehr“. 

+++ Nach dem Flugzeugunglück verdichten sich Hinweise, dass die Maschine der bolivianischen Gesellschaft Lamia wegen Treibstoffmangels abgestürzt ist. Bolivianische Medien berichteten am Mittwoch unter Berufung auf den Vertreter der Fluggesellschaft Lamia, Gustavo Vargas, das Flugzeug hätte zwischen dem Start im bolivianischen Santa Cruz und der Landung im kolumbianischen Medellín noch einmal in Bogotá zwischenlanden und tanken müssen. Der Pilot sei aber der Meinung gewesen, dass der Treibstoff reiche.

+++ Der dritte Torwart von Chapecoense beendet seine Karriere. Nivaldo, der nicht mit nach Medellín zum Finale um den Südamerika-Cup gegen Atlético Nacional gereist war, erklärte am Mittwoch, sofort mit dem Fußball aufzuhören. Er ist seit 2007 bei dem Verein, der seit 2014 in Brasiliens Serie A spielt. Der 42-Jährige hatte aber ohnehin geplant, nach Ende der Saison aufzuhören. Er bestritt 299 Spiele für den Club, eigentlich sollte er noch einmal zum Einsatz kommen, um mit 300 Spielen seine Karriere zu beenden.

Unter Tränen sagte Nivaldo dem Portal Globoesporte, sein emotionaler Zustand lasse kein weiteres Spiel mehr zu: „Als Sportler geht es einfach nicht mehr.“ Jetzt sei aber der Moment, wo alle zusammenhalten müssten, „um ein neues Chapecoense zu formen“.

+++ Nach dem Tod fast der kompletten Profimannschaft des brasilianischen Fußball-Teams Chapecoense bei einem Flugzeugabsturz verdichten sich die Hinweise auf technische Probleme als Ursache. Eine überlebende Stewardess berichtete, „dass die Lichter 40, 50 Sekunden vor dem Absturz zu flackern begannen und ausgingen“. 

Er habe im Krankenhaus mit einer überlebenden Stewardess gesprochen, sagte der Gouverneur des kolumbianischen Departements Antioquia, Luis Pérez, dem Sender Caracol.

Zunächst wurde Treibstoffmangel als Absturzursache vermutet, weil das Flugzeug nach dem Aufprall nicht explodiert war.

Absturz: Hinweise auf technische Mängel verdichten sich

+++ Und die ganze Welt zeigt ihre Anteilnahme für den Fußballverein Chapecoense:

+++ Nach wie vor tauchen im Netz herzzerreißende Bildmontagen zu den Opfern des Flugzeugabsturzes auf:

+++ Nur drei der insgesamt 21 Fußball-Spieler an Bord der Unglücksmaschine überlebten den Absturz. Besonders tragisch: Der 22-jährige Stürmer Tiaguinho hatte erst vor einer Woche erfahren, dass er Vater wird. Seine Teamkameraden hatten für ihn damals dieses Video gedreht:

+++ Fans des brasilianischen Erstligisten Chapecoense haben an ihrem Fußballstadion der 71 Menschen gedacht, die beim Flug ihres Teams zum Finale des Südamerika-Cups ums Leben kamen. "Ich habe es im Fernsehen gehört", sagte der Chapecoense-Fan Nelson Maguluche am Dienstag. "Ich bin sofort hierhergekommen." Bürgermeister Luciano Buligon vergoss vor den Kameras von TV Globo Tränen. "Aus einem Traum ist ein wahrer Alptraum geworden", sagte der Bürgermeister.

+++ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat „mit großer Bestürzung“ auf das Flugzeugunglück in Kolumbien reagiert. „Ich spreche Ihnen und dem brasilianischen Volk, auch im Namen meiner Landsleute, meine tiefempfundene Anteilnahme aus“, schrieb Merkel in einem Kondolenztelegramm an Brasilien Staatspräsidenten Michel Temer.

„Unser Beileid und unser Mitgefühl gelten den Angehörigen der Opfer, unsere besten Wünsche den Überlebenden dieses Unglücks, denen wir eine rasche Genesung wünschen“, so Merkel. 

Der Flugschreiber der Unglücks-Maschine.

+++ Mittlerweile ist der Flugschreiber der verunglückten Maschine geborgen worden. Die Einsatzkräfte am Unfallort fanden den Flugdatenschreiber und den Stimmenrekorder, wie die örtliche Regierung sowie Vertreter der Luftfahrtbehörde am Dienstag mitteilten. Unklar ist bislang noch, wie lange die Auswertung des auf den Geräten aufgezeichneten Materials dauern wird.

+++ Weltweit fanden Trauerbekundungen für die Opfer des Flugzeugabsturzes statt:

Weltweite Trauerfeiern für die Opfer des Flugzeugabsturzes

+++ Brasiliens Profiklubs zeigen Solidarität mit Chapecoense. In einer gemeinsam veröffentlichten Stellungnahme erklärten sich zunächst dreizehn Vereine bereit, für die kommende Saison kostenlos Spieler abzustellen. Zudem wird formell ein Antrag beim Verband CBF gestellt, dass Chapecoense in den kommenden drei Spielzeiten nicht in die zweite Liga absteigen kann. Mit dieser "minimalsten Geste der Solidarität" wollen die Rivalen helfen, "die Institution und den Teil des brasilianischen Fußballs, der heute verloren ging, wiederaufzubauen".

Die Aktion fand auch im benachbarten Ausland Anklang. Der argentinische Verband AFA verkündete auf seiner Webseite, dass die ihm angehörigen Klubs ebenfalls Spieler abstellen wollen. Die gleiche Geste zeigt auch Club Libertad aus Paraguay.

+++ Die drei geborgenen Fußballer kämpfen weiter um ihr Überleben. Nach der Amputation des rechten Beines droht Reservetorhüter Jackson Follmann auch der Verlust des linken Beines. Bei Teamkollegen Neto, der ein Schädel-Hirn-Trauma sowie mehrere offene Brüche erlitt, wollen die Ärzte 48 Stunden abwarten, um Entwarnung zu geben. Gleiches gilt für Alan Ruschel, der bereits an der Wirbelsäule operiert wurde. Während auch der ebenfalls gerettete Journalist Rafael Henzel nach mehreren Rippenbrüchen mit durchbohrter Lunge weiter unter Beobachtung steht, kamen zwei Crew-Mitglieder der verunglückten bolivianischen Charter-Maschine mit leichteren Verletzungen davon und gaben bereits erste Interviews.

Dagegen sollen die 71 geborgenen Toten, darunter 19 Spieler, ein Großteil des Betreuerstabs sowie 20 mitreisende Journalisten, schon am Donnerstag nach Brasilien überführt werden, wo in Chapecó in der Arena Condá eine zentrale Trauerfeier geplant ist.

+++ Die kolumbianischen Behörden haben die Todeszahl bei dem Flugzeugabsturz bei Medellín von 75 auf 71 korrigiert, sechs Personen hätten überlebt. Wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte, seien nicht wie bisher mitgeteilt 81 Passagiere, sondern nur 77 Passagiere an Bord gewesen. Vier Personen, darunter der Bürgermeister der Stadt Chapecó, hätten die Reise nicht wie erwartet angetreten.

+++ Nach dem Absturz des Flugzeugs mit dem Fußballteam AF Chapecoense in Kolumbien sind die beiden Blackboxes der Unglücksmaschine gefunden worden. Das teilte das kolumbianische Transportministerium am Dienstag nach Medienberichten mit.

+++ Unter den Opfern des Flugzeugabsturzes in Kolumbien befindet sich auch der frühere brasilianische Nationalspieler Mário Sérgio Pontes da Paiva (66). Er reiste als Sportjournalist von Fox Sports mit dem Team von Chapecoense nach Medellín zum Finalhinspiel des Südamerika-Cups gegen den kolumbianischen Club Atlético Nacional. 1983 war Mario Sérgio einer der Bezwinger des Hamburger SV beim 2:1-Sieg von Grêmio Porto Alegre im Weltpokal-Endspiel im Nationalstadion von Tokio.

Mario Sérgio war ein Idol des Clubs Vitória, aus der nordöstlichen Stadt Salvador de Bahía, bei dem er von 1971 bis 1975 spielte. Er spielte später unter anderem auch für Fluminense, Botafogo und Palmeiras. Eine der letzten Stationen war Bellinzona in der Schweiz. In den 80er Jahren trug er einige Male das Trikot der Nationalelf.

+++ Der argentinische Fußballprofi Alejandro Martinuccio ist durch Zufall dem Flugzeugabsturz in Kolumbien entgangen, bei dem viele seiner Mannschaftskollegen starben. Sein Sohn sei ursprünglich sehr traurig gewesen, dass er nicht mit seinem brasilianischen Team Chapecoense zum Final-Hinspiel nach Medellín reisen konnte, berichtete sein Vater Rubén Martinuccio am Dienstag in Buenos Aires. Nun zählt der 28-Jährige dank seiner Verletzung zu den wenigen überlebenden Profis des Clubs.

Die Mannschaft habe "nach den Sternen" gegriffen, sagte Martinuccios Vater. Es sei "sehr schmerzhaft", dass die Fußballer aus dem Leben gerissen wurden. Auch die Frau seines Sohnes sei am Boden zerstört. "Sie will, dass Alejandro mit dem Fußball aufhört und nach Buenos Aires zurückkehrt", sagte Rubén Martinuccio.

+++ Nach dem Flugzeugabsturz des Fußballteams AF Chapecoense will der Finalgegner um den Südamerika-Cup den Titel dem Club aus Brasilien überlassen. „Atlético Nacional hat (dem südamerikanischen Fußballverband) Conmebol vorgeschlagen, dass der Titel des Südamerikapokals an Chapecoense verliehen wird“, teilte der Club aus Medellín am Dienstag auf Twitter mit. 

Der Wettbewerb Copa Sudamericana ist vergleichbar mit der Europa League. Am Mittwoch sollte das Finalhinspiel in Medellín stattfinden.

Zudem wollen führende brasilianische Erstligateams Sonderrechte für den Club durchsetzen. Mehrere Traditionsclubs wie Corinthians, Meister Palmeiras und der frühere Pelé-Club Santos starteten eine Initiative, die das kostenlose Leihen von Spielern in der Saison 2017 vorsieht, zudem soll der Club drei Jahre lang nicht absteigen.

Am kommenden Sonntag stünde der 38. und letzte Spieltag der Liga an - dieser soll auf den 11. Dezember verlegt werden, Palmeiras mit dem früheren Bayern-München-Spieler Zé Roberto steht vorzeitig als Meister fest.

+++ Das Flugzeug könnte wegen Treibstoffmangels abgestürzt sein. Das erklärte der Direktor der kolumbianischen Luftfahrtbehörde, Alfredo Bocanegra. Die Piloten hätten wegen Problemen Landepriorität beantragt. Die vierstrahlige RJ85 der bolivianischen Charterfluggesellschaft Lamia sei in Runden geflogen, obwohl Landeerlaubnis gewährt worden sei, sagte Bocanegra.

Beim Absturz trennten nur noch zwei Hügel das Flugzeug von der Landebahn. Die Delegation des Clubs Chapecoense bestieg das Flugzeug im bolivianischen Santa Cruz de la Sierra, weil die brasilianischen Luftfahrtbehörden einen Charterflug der bolivianischen Airline direkt von Brasilien nach Kolumbien nicht zugelassen hatten.

Das Fußballteam flog deshalb per Linienflug von São Paulo aus, wo es am Sonntag in einem Spiel der brasilianischen Liga gegen Palmeiras angetreten war, nach Santa Cruz. Die Entfernung auf Luftlinie zwischen Santa Cruz und Medellín beträgt 3015 Kilometer. Die Reichweite der Maschinen vom Typ RJ85 liegt bei rund 3000 Kilometern.

+++ Dieses Video aus einer Maschine gepostet, die von Sao Paolo nach Santa Cruz flog. Es zeigt die Mannschaft des AF Chapecoense, wie sie das Victory-Zeichen in die Kamera zeigen und sich auf das Finalspiel freuen. Abwehrspieler Filipe Machado hatte das Video kurz vor dem Flug nach Medellín aufgenommen.

+++ Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat bestürzt auf den Flugzeugabsturz in Kolumbien reagiert. „Das ist eine schreckliche Nachricht, die besonders unter die Haut geht“, sagte er am Dienstag laut Mitteilung des Auswärtigen Amts am Rande eines Treffens zur Ukraine-Krise in der weißrussischen Hauptstadt Minsk. „Wir trauern mit den Menschen in Brasilien und ganz Lateinamerika, für die diese Nachricht ein riesiger Schock ist. Wir sind in Gedanken bei den Opfern dieses tragischen Absturzes, ihren Familien und Freunden.“

+++ Erst vor wenigen Tagen hatten die Spieler vom AF Chapecoense noch den Einzug ins Finale der Copa Sudamericana gefeiert. Es sollte das größte Erfolg ihrer Karriere werden, doch nun ist es die größte Tragödie:

+++ Ein ehemaliger Spieler der TSG Hoffenheim, Matheus Biteco, befand sich auch unter den Opfern des Flugzeugabsturzes. Das berichtet Sport1.de. Der Brasilianer war Anfang des Jahres für die Rückrunde ausgeliehen worden, bekam aber keinen Einsatz.

+++ Marcelo Boeck ist Torwart vom AF Chapecoense und übelebte den Flugzeugabsturz seiner Mannschaft, weil er die Reise abgesagt hatte und nicht mit der Maschine saß. Mehr zu seiner Geschichte, lesen Sie hier.

+++ Der ehemalige deutsche Fußball-Nationalspieler und frühere Chapecoense-Profi Paulo Rink (43) hat mit

Das Fußballteam von Chapecoense.

großer Bestürzung auf den Flugzeugabsturz in Kolumbien reagiert. „Das ist eine Riesenkatastrophe. Ich weiß nicht, wie es jetzt mit Chapecoense weitergehen soll.

„Der Verein ist ja jetzt praktisch ausgelöscht, wenn so viele Spieler nicht mehr da sind“, sagte Rink der „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Rink hatte 1995 eine Saison lang für Chapecoense gespielt und bestritt zwischen 1998 und 2000 insgesamt 13 Spiele für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.

Chapecoense sei „ein kleiner, aber sehr engagierter Club, der in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet und sich seinen Platz im brasilianischen Profi-Fußball erkämpft hat“, sagte Rink. Bei dem Absturz in Kolumbien waren am Dienstag zahlreiche Spieler der brasilianischen Mannschaft von AF Chapecoense ums Leben gekommen.

+++ Auf Twitter hat ein User dieses Bild als Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzes hochgeladen. Es zeigt ein Flugzeug mit dem Logo der brasilianischen Fußballmannschaft AF Chapecoense, das bildlich in den Himmel aufsteigt.

Wegen des Flugzeugabsturzes: Brasiliens Staatspräsident Michel Temer ordnet eine dreitägige Staatstrauer an.

+++ Der brasilianische Staatspräsident Michel Temer ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. „Ich möchte in dieser traurigen Stunde, die die Tragödie für Dutzende Familien bedeutet, mein Mitgefühl aussprechen“, teilte Temer mit. Man werde alles mögliche tun, um den betroffenen Familien zu helfen.

Bilder von der Absturzstelle in Kolumbien

+++ Die Fußballwelt trauert um die Opfer und Angehörigen des Flugzeugabsturzes. Vereine wie der FC Bayern München, Real Madrid und viele andere haben ihre Anteilnahme auf Twitter geäußert.

+++ Unter den Überlebenden sind den Angaben zufolge drei Fußballprofis, zwei Besatzungsmitglieder und ein Journalist, der den Erstliga-Fußballclub zum Hinspiel des Finales um den Südamerika-Cup begleitete.

+++ Bei dem Absturz sind 76 Menschen getötet worden. Fünf Insassen hätten überlebt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Wie der Leiter der Polizei Medellín, José Acevedo, mitteilte, wurden aus dem Wrack zunächst sechs Menschen lebend geborgen, eine Person sei aber auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.

+++ Hintergrund zum Flugzeugtyp: Unter Luftfahrtexperten ist der von British Aerospace gebaute Avro RJ85 vor allem wegen seiner leisen und vergleichsweise schadstoffarmen Triebwerke bekannt. Der vierstrahlige, ursprünglich BAe 146 genannte Jet, kommt auf der Kurz- und Mittelstrecke bei rund 60 Fluggesellschaften in mehr als 30 Ländern rund um den Globus zum Einsatz - unter anderem bei der Lufthansa-Tochter Eurowings. Es gibt drei verschiedene Versionen, die sich in der Länge unterscheiden und je nach Typ zwischen 70 und 112 Passagiere befördern können. Der Jet ist mit einer Reisegeschwindigkeit von 760 Stundenkilometern unterwegs und hat eine Reichweite von 2600 Kilometern.

+++ Ein Spieler des Fußballteams Chapecoense streamte auf Facebook live den Abflug seiner Mannschaft von Sao Paulo:

+++ Der südamerikanische Fußballverband Conmebol sagte das Finale nach dem Unglück ab. „Es ist ein trauriger Tag für den Fußball“, sagte der Präsident des kolumbianischen Vereins Atlético, Juan Carlos de la Cuesta. Das Erreichen des Finales war der bisher größte Erfolg des 1973 gegründeten Teams aus dem südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina, bei dem vor über 20 Jahren auch der spätere Bundesliga-Profi Paulo Rink spielte.

+++ Polizisten seien als Erste zu der schwer zugänglichen Unglücksstelle gelangt, teilte die Luftfahrtbehörde mit. Die Gegend sei wegen Nebels nur auf dem Landweg zu erreichen, nicht aus der Luft. Ein Rettungs-Hubschrauber der Luftwaffe habe deshalb seinen Einsatz abbrechen müssen.

Der örtliche Feuerwehrchef Edison Gutiérrez sagte laut „El Colombiano“, es stünden 25 Krankenwagen bereit. Sie könnten aber nicht zur Unglücksstelle gelangen. Deshalb seien Geländewagen im Einsatz.

Verteidiger Alan Ruschel auf dem Weg ins Krankenhaus.

+++ Aus dem Flugzeugwrack sind mindestens vier Überlebende geborgen worden. Zwei Verletzte wurden in das Hospital der Ortschaft La Ceja gebracht, wie die Zeitung „El Colombiano“ online berichtete. Dabei handelt es sich um den Verteidiger Alan Ruschel des brasilianischen Erstligisten Chapecoense und eine Stewardess, wie lokale Behörden mitteilten. In der Ortschaft La Unión, 25 Kilometer vom Unglücksort entfernt, würden außerdem zwei Torhüter des brasilianischen Erstligisten behandelt, berichtete das Nachrichtenportal „Mi Oriente“.

+++ Hintergrund zum Fußballclub aus dem abgestürzten Flugzeug: Das Fußballteam AF Chapecoense war auf dem Weg zum Finale der Copa Sudamericana verunglückt. Die Mannschaft stand im Schatten der großen brasilianischen Teams wie Flamengo aus Rio de Janeiro, war zuletzt aber sehr erfolgreich. Der 1973 gegründete Verein stammt aus Chapecó im Westen des südbrasilianischen Bundesstaats Santa Catarina, der stark von Einwanderern aus Deutschland und Italien geprägt ist. 2009 spielte der Verein noch in der vierten Liga und hat seither einen rasanten Aufstieg hingelegt, 2014 gelang der Aufstieg in die erste Liga, Serie A. Der Einzug in das Finale der Copa Sudamericana gegen Atlético Nacional aus Medellin war der bisher größte Erfolg - bisher sind dies fünf Titel im regionalen Wettbewerb Campeonato Catarinense.

Die Copa Sudamericana ist vergleichbar mit der Europa League. Im Halbfinale wurde San Lorenzo aus Argentinien ausgeschaltet, der Lieblingsclub von Papst Franziskus. Am vergangenen Sonntag verlor das Team gegen Palmeiras São Paulo mit dem früheren Bundesliga-Profi Zé Roberto (42) mit 0:1, Palmeiras sicherte sich dadurch vorzeitig den ersten Meistertitel seit 22 Jahren. Einer der bekanntesten Spieler in der Geschichte von AF Chapecoense ist der Deutsch-Brasilianer Paulo Rink, der später in der Bundesliga von 1997 bis 2002 auch für Bayer Leverkusen spielte und auch in der deutschen Nationalmannschaft zu einigen Einsätzen kam.

+++ Wie südamerikanische Medien berichten, soll die gleiche Maschine während der Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Russland 2018 auch von der argentinischen Nationalmannschaft benutzt worden sein. Vor 20 Tagen habe sich demnach das Team um Weltstar Lionel Messi an Bord des Flugzeugs „Lamia BAE-146“ befunden, als sie auf dem Weg nach Brasilien war.

Una vez mas esperando en un avion para intentar salir al destino .. Que desastre son los de AFA por dios !!!!

Ein von Leo Messi (@leomessi) gepostetes Foto am

+++ "Wir wissen noch nicht, ob dem Flugzeug das Benzin ausgegangen ist, es einen technischen Defekt gab oder ob das schlechte Wetter die Ursache war", sagte Elkin Ospina, Bürgermeister von La Ceja, der französischen Nachrichtenagentur AFP.  Die Absturzstelle kann aufgrund des schlechten Wetters in dem Gebiet nur über Land erreicht werden. Das teilte der Flughafen von Medellín mit.

+++ Polizisten hätten inzwischen die schwer zugängliche Unglücksstelle am Berg El Gordo in der Nähe der Ortschaft La Unión erreicht. Die Gegend sei wegen Nebels nur auf dem Landweg zu erreichen, nicht aus der Luft. Ein Rettungs-Hubschrauber der Luftwaffe habe seinen Einsatz abbrechen müssen.

+++  Die Piloten des in Kolumbien abgestürzten Flugzeuges sollen vor dem Unglück Probleme mit der Elektronik der Maschine gemeldet haben. Das teilte die Flughafenbehörde von Medellín in der Nacht zum Dienstag unter Berufung auf den Kontrollturm über Twitter mit.

+++ Ein aus Brasilien kommendes Flugzeug mit mehr als 80 Menschen an Bord ist in Kolumbien abgestürzt. Dies sagten Flugbehörden des Departements Antioquia am frühen Dienstag dem Fernsehsender Caracol. Die Maschine sei bei dem Berg El Gordo in der Nähe der Ortschaft La Unión vom Radar verschwunden, teilte der Leiter der Luftfahrtbehörde von Antioquia, Alfredo Bocanegra, mit.

Flugzeug mit Fußballteam in Kolumbien abgestürzt

An Bord der Charter-Maschine war das brasilianische Erstliga-Fußballteam Chapecoense, das am Mittwoch in Medellín das erste Spiel der Finalrunde des Südamerika-Cups gegen Atlético Medellín bestreiten sollte. Auch sechs Journalisten des Senders Fox Sport Brasil flogen mit.
Es gebe anscheinend Überlebende, teilte der Flughafen Flughafen José María Cordóva de Rionegro auf Twitter mit.

Behörden in La Unión gaben an, es seien sechs Menschen verletzt geborgen worden. Rettungsteams seien auf dem Weg zur mutmaßlichen Unfallstelle, hieß es weiter.

Das kolumbianische Medium Antnoticias.com twitterte folgende Bilder, die Einsatzkräfte vor Ort zeigen sollen.

Die Avro RJ vor dem Abflug.

Die Unglücksursache steht noch nicht fest. Wie der Flughafen Rionegro per Pressemitteilung verlautbaren ließ, setzte der Flieger vor dem Absturz einen Notruf wegen Problemen mit der Elektronik ab. Laut der brasilianischen Webseite O Globo könnte auch Treibstoffmangel der Grund für den Absturz gewesen sein.
Bei der verunglückten Maschine handele es sich um eine Avro RJ der bolivianischen Fluggesellschaft Lamia. An Bord befanden sich nach Angaben des Flughafens von Medellín insgesamt 81 Menschen: 72 Passagiere sowie neun Besatzungsmitglieder.
Chapecoense ist ein Verein aus Chapecó im südbrasilianischem Bundesstaat Santa Catarina, der erst 2014 in die Erste Liga Brasiliens aufgestiegen ist. Das Fußballteam war über Santa Cruz de la Sierra in Bolivien nach Kolumbien geflogen.

Flightradar24, ein Online-Dienst zur Echtzeit-Positionsdarstellung von Flugzeugen hat dazu folgenden Tweet veröffentlicht, der den Absturz bestätigt:

dh/dpa/afp/sid

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