239 Menschen vermisst

Erneute Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer befürchtet

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Bergung ertrunkener Flüchtlinge: Helfer von Ärzte ohne Grenzen im Mittelmeer. Die Fluchtroute kostet Tausende das Leben. Foto: Ärzte ohne Grenzen/Archiv

Auf der gefährlichen Flucht über das Mittelmeer kommen nahezu täglich Menschen ums Leben. Hilfsorganisationen fürchten nun, dass erneut mehr als 200 Flüchtlinge ertrunken sind.

Tripolis/Rom (dpa) - Nach dem Kentern mehrerer Flüchtlingsboote befürchten Migrationsexperten eine erneute Tragödie mit Dutzenden Toten im Mittelmeer. Mindestens 239 Menschen würden vermisst, nachdem zwei Schiffe mit Flüchtlingen verunglückt seien.

Das teilte die Sprecherin den UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Rom, Carlotta Sami, mit. Der Sprecher der Internationalen Migrationsbehörde (IOM), Flavio Di Giacomo, bestätigte der dpa in Rom, dass rund 240 Menschen vermisst würden. Die genaue Zahl müsse noch verifiziert werden.

Ein Boot sei in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch von Libyen aus in Richtung Italien aufgebrochen, erklärte Di Giacomo. Nach einigen Stunden sei das Boot umkippt, die Menschen seien ins Wasser gefallen. 27 Menschen konnten demnach gerettet werden, zwölf Leichen - darunter die von drei Kindern - wurden geborgen. Zwischen 110 und 113 Menschen würden vermisst, hieß es.

Zwei Frauen, die von einem anderen in Seenot geratenen Boot gerettet wurden, berichteten von weiteren 128 Vermissten. Zu diesem Unglück gebe es noch wenige Details, sagte Di Giacomo.

Eine private Hilfsorganisation auf Malta, Migrant Offshore Aid Station (MAOS), teilte mit, am Donnerstag seien 605 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet worden.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hatte vergangene Woche eine alarmierende Bilanz der Flucht über das Mittelmeer gezogen. Obwohl demzufolge mittlerweile weniger Menschen auf dem gefährlichen Seeweg fliehen, kommen dabei mehr denn je ums Leben. Seit Anfang des Jahres starben nach UN-Angaben bereits mindestens 3740 Flüchtlinge. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Ertrunkenen bis Ende 2016 den Rekord des Vorjahres noch deutlich übersteigen werde. 2015 waren 3771 Todesfälle registriert worden. Der IOM-Sprecher gab die Zahl der Todesfälle in diesem Jahr sogar mit 4220 an.

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