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Heftiges Nachbeben erschüttert Neuseeland - Straßen verschüttet

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Durch das Erdbeben wurden mehrere Straßen verschüttet.

Christchurch - Nach dem schweren Erdbeben nahe Christchurch auf der Südinsel Neuseelands hat ein heftiges Nachbeben den Inselstaat erschüttert. Wir berichten im Newsblog über die aktuellen Entwicklungen.

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13.02 Uhr: Drei Kühen wurde durch das Erdbeben und die daraus resultierenden Erdrutsche in Neuseeland buchstäblich der Boden unter den Füßen weggezogen. Die Tiere konnten sich jedoch noch rechtzeitig retten. Die Aufnahme wurde aus einem Helikopter nahe Kaikoura gemacht.

10.10 Uhr: Rund um das Touristenörtchen Kaikoura in Neuseeland waren nach dem Erdbeben mit den Einheimischen auch etwa 1000 Touristen von der Außenwelt abgeschnitten. Riesige Erdrutsche hatten die Straßen unpassierbar gemacht, wie aus Hubschraubern am Montag zu sehen war.

Durch das Beben flogen Flaschen aus den Regalen der Supermärkte.

6.22 Uhr: Vor allem in dünn besiedelten Regionen hat das Erdbeben starke Schäden verursacht. Die wirtschaftlichen Folgen dürften sich deshalb in Grenzen halten, sagte der Chefökonom der ASB-Bank, Nick Tuffley am Montag. „Einige Provinzstädte sind schwer betroffen, aber in den größeren Städten sind die Schäden offenbar überschaubar“, sagte er der Fairfax-Nachrichtenredaktion. Zahlreiche Straßen wurden verschüttet, Hunderte Häuser wurden teils schwer beschädigt und in größeren Landstrichen fiel der Strom aus. Straßen wiesen tiefe Risse auf. Videos aus Überwachungskameras zeigten Supermärkte, in denen Flaschen und Nahrungsmittel aus den Regalen geschleudert wurden.

Schweres Nachbeben in Neuseeland

6.07 Uhr: Der Inselstaat ist von einem schweren Nachbeben der Stärke 6,2 erschüttert worden. Wie die US-Erdbebenwarte USGS am Montagmittag (Ortszeit) weiter mitteilte, ereignete sich das Beben mit Zentrum auf der Südinsel etwa 120 Kilometer nordöstlich von Christchurch. Zuvor war es bereits zu Dutzenden schwächeren Nachbeben gekommen.

21.10 Uhr: Der Zivilschutz hat seine Tsunami-Warnung heruntergestuft. Er warnte am Montagmorgen nur noch vor Wellen von bis zu einem Meter Höhe an Teilen der Ostküsten von Süd- und Nordinsel Neuseelands. 

20.13 Uhr: Premierminister John Key bestätigte am Montag den Tod von zwei Menschen. Demnach starb ein Mensch 150 Kilometer nördlich von Christchurch, ein weiterer Mensch im nahegelegenen Fischerdorf Kaikoura. Es sei nicht auszuschließen, dass die Opferzahl weiter steige, sagte Key fast sieben Stunden nach dem Erdbeben. Helfer würden mit Hubschraubern in die am stärksten betroffenen Gebiete gebracht.

20.07 Uhr: Maria Loder aus Fürstenfeldbruck, die beim Münchner Merkur als Medienberaterin tätig war, ist derzeit auf Neuseelands Nordinsel unterwegs. Sie berichtet uns, dass die Einheimischen relativ gelassen mit der Situation umgehen: „Sie erleben das nicht zum ersten Mal. Ich selbst habe gar nichts mitbekommen und wurde in der Nacht erst durch besorgte Mails aus der Heimat aufgeschreckt.“ Der Verkehr ist auch am Montagmorgen (Ortszeit) zum Großteil lahmgelegt: „Fähren bleiben im Hafen, Straßen sind gesperrt.“  

Nun möchte Lober gerne auf die Südinsel fahren um zu helfen, doch das ist momentan nur per Hubschrauber möglich. „Leider kommt man nicht in den Süden, weil eine Brücke eingestürzt ist.“, erzählt sie. 

17.01 Uhr: Bis zu fünf Meter hohe Wellen rollten am Montagmorgen (Ortszeit) auf Teile der Südinsel zu. In verschiedensten Städten gab es Gebäude- und Straßenschäden sowie Stromausfälle. Nach unbestätigten Rundfunkberichten wurden nun doch mehrere Menschen verletzt.

Erdbeben in Neuseeland: Hangrutsche drohen ebenfalls

16.30 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben in Neuseeland haben die Behörden ihre Tsunami-Warnung verschärft. In der Nähe des Epizentrums drohten Wellen von drei bis fünf Metern Höhe, teilte der Zivilschutz am Montagmorgen (Ortszeit, Sonntagnachmittag MEZ) mit. Dies gelte von der Halbinsel Banks südlich Christchurchs bis nahe der Nordspitze der Südinsel Neuseelands sowie für die 900 Kilometer östlich im Pazifik gelegenen Chatham Islands. An der übrigen Ostküste Neuseelands drohten ein bis drei Meter hohe Wellen.

16.23 Uhr: Laut Rettungsdiensten gibt es keine Verletzten. Die Stärke des Erdbebens wird nun auf 7,8 beziffert, es ereignete sich in 23 Kilometern Tiefe.  Zunächst war von einer Stärke von 7,4 und zehn Kilometern Tiefe die Rede gewesen, beides wurde später aber korrigiert. Das Zivilschutzministerium bezeichnete den Tsunami in seiner Warnmeldung als "ein Ereignis von lebensbedrohlichem und landesweitem Ausmaß". Die ersten Wellen seien möglicherweise nicht die stärksten, es könne über mehrere Stunden Flutwellen geben.

16.11 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben in Neuseeland hat der Potsdamer Seismologe Michael Weber vor starken Hangrutschen in der betroffenen Region gewarnt. „Das ist im Moment das größte Problem“, sagte der Wissenschaftler am Potsdamer Geoforschungszentrum (GFZ) am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Unklar sei bislang, inwieweit die Infrastruktur wie Straßen und Brücken zerstört ist. Rettungskräfte könnten möglicherweise nur schwer in das Erdbebengebiet gelangen.

15.34 Uhr: Die Tsunami-Warnung bestand für die gesamte Ostküste der Nord- und Südinsel sowie für die zu Neuseeland gehörenden Chatham Islands. Nach Medienberichten aus Neuseeland war das Beben nicht nur auf der Südinsel, sondern auch in den Städten Wellington, Hamilton und Auckland sowie in der Region Taranaki auf der Nordinsel sehr deutlich zu spüren.

In der Hauptstadt Wellington sammelten sich Hunderte Menschen in den Straßen, während Alarmsirenen heulten und Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge durch die Straßen jagten. Von einigen Gebäuden schienen Mauerteile auf die Straße gefallen zu sein. 

14.51 Uhr: Die erste Welle habe die Nordostküste der Südinsel erreicht, teilte der Zivilschutz am Sonntag (MEZ) mit. Sie könne auch weitere Küstenbereiche der Nord- und Südinsel sowie die die knapp 900 Kilometer östlich im Pazifik gelegenen Chatham Islands in Kürze treffen. Über Stunden könnten weitere Wellen auflaufen, die erste Welle müsse nicht die größte sein. Die Zivilbevölkerung solle sich sofort ins Inland oder zu höheren Punkten begeben, so der Zivilschutz.

Erdbeben in Neuseeland: Zivilschutz warnt vor Tsunami

Wieder trifft es Christchurch: Vor fünf Jahren richtete ein schweres Beben auf der Südinsel Neuseelands schwere Schäden an. Das neue Beben in der Nacht zum Montag ist Experten zufolge noch stärker gewesen. Schäden werden zunächst von der Nordinsel gemeldet.

Der Erdstoß auf der Südinsel nahe der Stadt Christchurch in der Nacht zum Montag (Ortszeit) hatte eine Stärke von 7,9, wie das Deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam mitteilte. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke mit 7,8 an, in Neuseeland selbst war von 6,6 die Rede. Der Zivilschutz warnte vor einem Tsunami.

Beben auch in Wellington auf der Nordinsel spürbar

Den Experten zufolge ereignete sich das Beben in einer Tiefe von 10 Kilometern, das Zentrum lag demnach nördlich von Christchurch. Menschen in der Region berichteten in den sozialen Medien von sehr heftigen Erdstößen.

Nach ersten Medienberichten aus Neuseeland war das Beben nicht nur in Christchurch auf der Südinsel, sondern auch in Wellington, Taranaki, Hamilton und Auckland auf der Nordinsel sehr deutlich zu spüren. Im Onlineportal stuff.co.nz waren erste Fotos der Schäden zu sehen. Sie zeigten unter anderem zerbrochene Glasscheiben in einem Gebäude in Wellington. Ein Twitter-Nutzer schickte Bilder seines verwüsteten Hauses. In der Region Taranaki fiel in mehreren Städten der Strom aus.

Zivilschutz empfiehlt, Küste zu verlassen

"Ein Tsunami ist möglich", erklärte der Zivilschutz am Sonntag. Zuvor hatte das Pazifische Tsunami-Warnzentrum keine Tsunami-Gefahr für die gesamte Pazifikregion gesehen.

Daher rief der Zivilschutz die Bevölkerung an der gesamten Ostküste Neuseelands, sich sofort von der Küste in höher gelegene Gebiete im Inland zu begeben. „Gehen sie sofort zum nächsten höher gelegenen Punkt oder so weit landeinwärts wie Sie können“, hieß es in der Mitteilung.

„Das Wasser im Swimming Pool des Nachbarn schwappte hin und her“

In Hamilton (Nordinsel) gab es für Wayne Timmo ein unsanftes Erwachen, als die Küchenmarkise gegen das Fenster schlug. „Das Wasser im Swimming Pool des Nachbarn schwappte hin und her und die vom Erdbeben geweckten Leute liefen auf die Straße“, sagte er. Die Reporterin Rachel Thomas berichtete stuff.co aus Hataitai am Stadtrand von Wellington, sie und ihre Mitbewohner seien vom Ächzen des Daches geweckt worden. „Unser Nymphensittich fiel von seiner Stange. Wir drei drängen uns im Morgenmantel unter dem Küchentisch mit einem zitternden Vogel zwischen uns.“

Eine Polizeisprecherin in Christchurch, der bedeutendste Stadt der Südinsel Neuseelands, sagte, bis auf ein Loch in einer Straße seien noch keine Schäden gemeldet worden. „Seien Sie nur vorsichtig auf den Straßen wegen möglicher Schäden“, sagte sie.

Ein Beben der Stärke 6,3 hatte im Jahr 2011 in der Gegend um Christchurch schwere Schäden angerichtet. 185 Menschen starben damals, etwa 10 000 Häuser wurden schwer beschädigt.

dpa/afp

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