Im Mittelmeer gerettet

De Maizière will Flüchtlinge nach Afrika zurückschicken

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Migranten, die von Libyen in See stechen, sollen dem Vorschlag des Bundesinnenministeriums zufolge in ein anderes nordafrikanisches Land gebracht werden.

Berlin - Das Bundesinnenministerium unter Leitung von Thomas de Maizière (CDU) will im Mittelmeer gerettete Migranten möglichst direkt nach Afrika zurückschicken. Das bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums der "Welt am Sonntag".

"Die fehlende Aussicht auf das Erreichen der europäischen Küste könnte ein Grund sein, warum die Migranten davon absehen, unter Einsatz ihres Lebens und hoher eigener finanzieller Mittel, die gefährliche Reise anzutreten", sagte die Sprecherin. Hinter dem Vorschlag steckt die Hoffnung, dass Migranten erkennen, dass die Überfahrt nach Italien aussichtslos ist.

Migranten, die von Libyen in See stechen, sollen dem Vorschlag zufolge in ein anderes nordafrikanisches Land gebracht werden, wie etwa Tunesien oder Ägypten. Dort könnten sie Asyl in Europa beantragen. Werde dieses gewährt, würden sie sicher auf den Kontinent gebracht.

Nach Angaben des Ministeriums gibt es noch keine konkreten Pläne oder Gespräche auf EU-Ebene. Die Einhaltung rechtsstaatlicher Verfahren und die Beachtung der Menschenrechtskonvention seien "unabdingbare Voraussetzungen" auch für künftige Überlegungen.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind dieses Jahr bei der Flucht über das Mittelmeer bereits 4220 Menschen umgekommen. Das waren 725 mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.

dpa

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