Norddeutsche Landesbank

Schiffskrise belastet NordLB: Milliardenverlust erwartet

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Blick in den ovalen Innenhof der Bremer Landesbank. Foto: Carmen Jaspersen/Illustration

Hannover - Die Schiffskrise zieht die Bilanz der NordLB weiter nach unten. Auch die vor der Komplettübernahme stehende Tochter BLB belastet die Bank schwer.

Wegen steigender Risiken im schwierigen Geschäft mit Schiffskrediten stellt sich die Norddeutsche Landesbank (NordLB) 2016 auf einen Milliardenverlust ein. Einen wesentlichen Anteil daran hat die Bremer Landesbank (BLB), die von der NordLB bis zum Jahresende vollständig übernommen werden soll. Das Institut aus Hannover muss seinen Risikopuffer auf über zwei Milliarden Euro aufstocken.

Angesichts der sich verschärfenden Schifffahrtskrise schrieb die NordLB auch im dritten Quartal rote Zahlen, wie das Geldhaus am Donnerstag mitteilte. Die ersten neun Monate schloss es mit einem Verlust von 736 Millionen Euro nach Steuern ab. Alle anderen Geschäftsfelder bei der NordLB waren jedoch profitabel, so dass die Bank ab 2017 wieder einen deutlichen Gewinn erwartet.

"Die NordLB kann die Herausforderungen aus eigener Kraft meistern", erklärte Vorstandschef Gunter Dunkel und betonte: "Dies gilt auch nach der Verarbeitung des Negativergebnisses für das Gesamtjahr 2016 und auch nach der vollständigen Übernahme der Bremer Landesbank."

Der diesjährige Banken-Stresstest habe zudem gezeigt, dass die NordLB selbst in einem extremen Krisenszenario über ausreichendes Kapital verfüge. Dunkel: "Wir haben in den Vorjahren erhebliche Kapitalpolster aufgebaut, wir haben die Ertragskraft der Bank gestärkt sowie ein striktes Kostenmanagement eingeführt."

Für das Gesamtjahr 2016 geht die Bank wegen der erneuten Vergrößerung ihres Risikopuffers für die Schiffskredite von einem Minus von einer Milliarde Euro aus. Das Schiffskreditgeschäft wird weiter reduziert. Es dürfte 2016 von 19 Milliarden Euro zum Jahresbeginn auf rund 16 Milliarden und bis Ende 2018 auf 12 bis 14 Milliarden Euro sinken.

Die in Finanznot geratene Bremer Landesbank (BLB) belastet die NordLB neben dem eigenen Geschäft ebenfalls. Die BLB erwartet für 2016 einen hohen dreistelligen Millionenverlust. Grund dafür sei vor allem die hohe Risikovorsorge für Schiffskredite von rund einer Milliarde Euro, hatte das Unternehmen am späten Mittwochabend mitgeteilt. Bereits Anfang Juni hatte die BLB erklärt, dass sie wegen fauler Schiffskredite Ende des Jahres mindestens 400 Millionen Euro als Verlust ausweisen werden muss.

Infolge notwendiger Wertberichtigungen hatten sich die Träger Ende August auf die Komplettübernahme der Landesbank durch die NordLB geeinigt. Vereinbart ist, dass Bremen seinen 41-Prozent-Anteil an die NordLB verkauft, die bereits jetzt 54,8 Prozent an dem Institut hält. Auch der dritte Träger - der Sparkassen- und Giroverband Niedersachsen (SVN) - gibt seine rund 4 Prozent ab.

Die NordLB zahlt für das 41-prozentige Paket 262 Millionen Euro. Davon fließen 180 Millionen Euro in bar. Zudem erhält Bremen drei BLB-Beteiligungen im Buchwert von knapp 82 Millionen Euro.

Die ersten sechs Monate 2016 schloss die BLB mit einem Verlust von 384 Millionen Euro nach Steuern ab. Der Übernahmevertrag soll am 1. Januar 2017 in Kraft treten. Vorher müssen die Bremer Bürgerschaft und der niedersächsische Landtag zustimmen. BLB-Sitz bleibt Bremen.

Niedersachsen ist Haupteigentümer der NordLB - neben Sachsen-Anhalt, dem Sparkassenverband Niedersachsen (SVN), dem Sparkassenbeteiligungsverband Sachsen-Anhalt und dem Sparkassenbeteiligungszweckverband Mecklenburg-Vorpommern.

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