Milliardär als Wohltäter

Bill Gates: Stinke-Parfüm soll Leben retten

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Bill Gates.

New York - Bill Gates ist unter die Parfumeure gegangen. Der Duft, den der Microsoft-Chef entwickeln ließ, riecht aber alles andere als angenehm. Er soll helfen, ein weltweites Problem zu lösen.

Blumig, holzig, fruchtig - Parfums gibt es in allerlei Duftrichtungen, die alle einen Zweck haben: Uns gut riechen zu lassen. Die Mischung, die Bill Gates in Auftrag gegeben hat, ist aber das genau Gegenteil. Ihre Kopfnoten sind Fäkalien und Urin, die Herznote Schweiß und die Basisnote Erbrochenes.

Natürlich würde sich keine Frau auch nur einen Tropfen hinters Ohrläppchen oder auf die Handgelenke tupfen. Das Wässerchen hat einen ganz anderen Zweck: Es soll Leben retten. Denn wie der Microsoft-Chef in einem Video und in seinem Blog erklärt, ist es der erste Schritt in der Bekämpfung übler Toiletten-Gerüche.

Drei Milliarden Menschen in ärmeren Ländern der Erde hätten zwar Zugang zu Toiletten, ist dort zu lesen, doch ihre Hinterlassenschaften gerieten meist ohne Aufbereitung ins Wasser und in Lebensmittel. Die Folge: Jedes Jahr sterben 800.000 Kinder, die ihr 5. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, an Durchfall und anderen Hygienemangel-bedingten Krankheiten. Außerdem würden viele Menschen die vorhandenen Toiletten nicht benutzten, weil es dort bestialisch stinkt. Sie erleichtern sich stattdessen in der freien Natur. Dieses Problem ist nicht nur eine Tragödie, sondern auch ein Kostenfaktor für die betroffenen Länder.

Anstatt nun wie seit Menschengedenken üblich den schlechten Geruch mit einem angenehmen zu überdecken, geht ein Schweizer Aroma-Hersteller einen anderen Weg: Er hat die komplexe chemische Zusammensetzung des typischen Klo-Geruchs erst analysiert und anschließend künstlich hergestellt. Das wiederum war die Grundlage zur Entwicklung eines Gegenduftes. Der blockiert gezielt die Rezeptoren in der Nase, die für Gestank zuständig sind. Das Prinzip ist das selbe wie bei geräuschereduzierenden Kopfhörern, bei denen Schall eingesetzt wird, um eine unliebsame Schallquelle zu bekämpfen.

Gates höchstpersönlich hat seinen Milliardärs-Riechkolben bereits zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Erst schnupperte er am „poop perfume“, dann am entsprechenden Anti-Duft. Sein Urteil: „Es roch ziemlich gut!“ Vom Gestank war nämlich nichts mehr wahrzunehmen. 

Jetzt soll das Mittel in Indien und Afrika getestet werden. 

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