Lufthansa-Flugkapitäne arbeiten wieder

BDA-Präsident warnt Piloten vor neuen Streiks ‎

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Flugzeuge der Lufthansa auf dem Düsseldorfer Flughafen: Nach einer sechstägigen Streikwelle kehren die Lufthansa-Piloten vorerst an ihre Arbeitsplätze zurück. Foto: Federico Gambarini

Berlin - Neue Streiks bei der Lufthansa könnten der Wirtschaft wachsende Probleme bereiten. Führende Ökonomen schlagen Alarm und warnen vor Schaden für "die Marke Deutschland".

Trotz der aktuellen Streikpause der Piloten der Lufthansa warnte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo ‎Kramer, vor weiteren Arbeitsniederlegungen und Flugausfällen in den nächsten Wochen. "Ein Streik ‎soll einen Interessenausgleich hervorbringen, nicht Kunden vergraulen und damit Arbeitsplätze und die ‎Existenz gefährden", sagte Kramer der "Bild"-Zeitung.

Zuvor hatte bereits der Vorstandschef ‎von Siemens, Joe Kaeser, die Piloten aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Die häufigen ‎und andauernden Streiks bei der Lufthansa sind nicht nur eine Belastung für hunderttausende Passagiere. Die ‎Streiks schaden auch zunehmend der deutschen Wirtschaft und der 'Marke Deutschlands', die für ‎Verlässlichkeit und Qualität steht", sagte Kaeser dem Blatt.

Nach einer sechstägigen Streikwelle kehren die Piloten heute vorerst an ihre Arbeitsplätze zurück. Auch am Freitag soll nicht gestreikt werden.

Am Mittwoch waren rund 98 000 Passagiere betroffen

Am Mittwoch strich Lufthansa wegen des Pilotenstreiks noch einmal 890 Flüge, davon waren rund 98 000 Passagiere betroffen. Die Flieger der Töchter Eurowings und Germanwings hoben wie geplant ab. Am Donnerstag will die Airline wieder nahezu nach Plan fliegen. Rund 40 Flüge würden noch ausfallen.

Die Lufthansa hat inzwischen eine Erhöhung der Bezüge um 4,4 Prozent in zwei Stufen sowie eine Einmalzahlung angeboten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), die für einen Zeitraum von fünf Jahren Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent bis April 2017 fordert, will dieses Angebot prüfen und sich am Donnerstag äußern.

Im Einzelnen bietet die Lufthansa für 2016 eine Vergütungserhöhung um 2,4 Prozent und für 2017 um weitere 2,0 Prozent. Dieses Angebot sei nicht an weitere Bedingungen geknüpft. Die Lufthansa gehe damit auf eine zentrale Forderung der Pilotengewerkschaft ein, hieß es.

Laut Lufthansa waren an den sechs Streiktagen seit vergangenem Mittwoch mehr als 525 000 Passagiere von insgesamt 4461 Flugausfällen betroffen. Lediglich am Sonntag und Montag legten die Piloten eine Pause ein. Das Unternehmen geht von einem Schaden von 10 bis 15 Millionen Euro täglich aus.

Lufthansa und Cockpit streiten schon seit Jahren um die Gehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings.

dpa

Lufthansa-Mitteilung

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