Bis zu 13 Jahre Haft gefordert

Babys in Plastiktüten gesteckt - Eltern wegen Totschlags vor Gericht

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Die Angeklagte Alexandra R. sitzt am 04.08.2016 vor dem Landgericht in Erfurt vor Beginn des Prozesses wegen Mordes und Totschlags an zwei Neugeborenen.

Erfurt - Im Prozess um den Tod zweier Babys in Thüringen hat die Staatsanwaltschaft hohe Haftstrafen für die angeklagten Eltern gefordert.

Die 29 Jahre alte Mutter beider Kinder soll demnach für neun Jahre ins Gefängnis. Ihr wirft die Anklage Totschlag durch Unterlassen vor. Für den 34 Jahre alten Ex-Lebensgefährten beantragte Staatsanwältin Steffi Herb am Montag vor dem Landgericht Erfurt eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren wegen Totschlags. Mordmerkmale hätten sich nicht bestätigt. Die Frau brachte 2014 und 2015 jeweils einen Jungen zur Welt. Ihr damaliger Freund soll die Babys in Handtücher gewickelt und in Plastiktüten weggebracht haben. Die Neugeborenen starben.

Die Verteidigung plädierte für die Mutter auf eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten für den Tod des 2015 geborenen Sohnes. Aufgrund ihrer besonderen psychischen Situation durch Drogen und Depressionen sei von einem Totschlag durch Unterlassen in einem minderschweren Fall auszugehen. Bei dem 2014 geborenen Baby wurden laut Verteidigung objektiv keine Lebenszeichen festgestellt.

Der Verteidiger des damaligen Lebensgefährten verlangte einen Freispruch. Der Mann habe nichts von den Schwangerschaften gewusst und die Kinder nicht weggebracht. Das Urteil wird am 5. Dezember erwartet.

dpa

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