4. Tag in Wimbledon

Wimbledon: Kerber und Lisicki siegen im Schnelldurchlauf

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Schlägt wieder kraftvoll zu: Angelique Kerber macht mit Varvara Lepchenko kurzen Prozess.

London - Starke Vorstellungen von Angelique Kerber und Sabine Lisicki. Das DTB-Duo stürmt in Wimbledon in die die dritte Runde. Nun kommt es zu einem deutschen Duell.

Update vom 7. Juli 2016: Angelique Kerber steht im Halbfinale von Wimbledon 2016. Dort muss sie am Donnerstag gegen Venus Williams ran. Wir berichten im Live-Ticker von der Partie aus London.

Angelique Kerber und Sabine Lisicki hielten sich im All England Club nicht lange auf mit ihren Zweitrundengegnerinnen. Sowohl die Melbourne-Siegerin aus Kiel, als auch die Wimbledon-Spezialistin aus Berlin haben auf den heiligen Rasenplätzen im Londoner Südwesten noch viel vor. Kerbers Sieg gegen Varvara Lepchenko aus den USA (6:1, 6:4) und Lisickis Aufschlag-Spektakel gegen die Australierin Samantha Stosur (6:4, 6:2) nährten die Hoffnung auf weitere Erfolge in den wirklich wichtigen Partien.

Nach dem enttäuschenden Abschneiden bei den French Open in Paris kann sich die deutsche Bilanz in Wimbledon allerdings schon jetzt sehen lassen. Sieben Spielerinnen inklusive "Nachzüglerin" Annika Beck (Bonn) gewannen ihre Auftaktmatches - so viele wie seit 25 Jahren nicht mehr. Aus diesem Kreis kamen auch die Youngster Carina Witthöft (Hamburg) und Anna-Lena Friedsam (Neuwied) weiter.

Eine Deutsche hat damit bereits sicher die zweite Woche im Rasenmekka an der Church Road erreicht. Witthöft fordert nach ihrem Sieg gegen die Japanerin Kurumi Nara (6:3, 6:0) Kerber zur Wimbledon-Revanche. Im vergangenen Jahr hatte die deutsche Nummer eins das damals einseitige Duell mit 6:0, 6:0 gewonnen. Friedsam bekommt es nach dem 6:4, 7:6 (7:1) gegen Qualifikantin Jekaterina Alexandrowa (Russland) mit Misaki Doi aus Japan zu tun.

Kerber siegt in 52 Minuten

Kerber sparte gegen Lepchenko Kraft, sie brauchte nur 52 Minuten für ihren Erfolg. Kaum länger verbrachte Ex-Finalistin Sabine Lisicki an ihrem "magischen Ort", der ihre Dauerkrise wie von Zauberhand vertrieben hat. Mit zwölf Assen schoss Lisicki Favoritin Stosur in 70 Minuten vom Platz und hinterließ Eindruck im All England Club.

Sabine Lisicki.

"Das Match war sehr gut, ich war wirklich bereit", sagte Lisickiund lachte gelöst: "Ich freue mich, dass ich wieder besser spiele und möchte so lange wie möglich hier bleiben." Erstmals seit vier Monaten gewann Lisicki zwei Matches in Folge und trifft in Runde drei auf Elina Switolina (Ukraine/Nr. 17) oder Jaroslawa Schwedowa (Kasachstan). Beides lösbare Aufgaben in ihrer derzeitigen Form.

Bundestrainerin Barbara Rittner hatte bereits vor dem Turnierauftakt angekündigt, dass sie Lisicki trotz der Formkrise einiges zutraut. "Ich glaube, dass sie ihren Tiefpunkt überwunden hat, auch emotional", sagte Rittner dem SID: "Wenn sie ein paar Matches gewinnt und damit Selbstvertrauen sammelt, dann kann es ein typisches Lisicki-Wimbledon werden."

Lisicki meldet sich eindrucksvoll zurück

Ganze zwei Punkte gab Lisicki gegen Stosur im ersten Satz ab. Von der Verzweiflung nach allen sportlichen und privaten Rückschlägen in den letzten Monaten war nichts mehr zu sehen. "Ich habe ihr relativ zügig das Selbstvertrauen genommen", sagte Lisicki über ihren Traumstart.

2013 hätte sie beinahe den Wimbledon-Thron bestiegen und auf ihrem Weg ins Finale auch Stosur geschlagen. Danach ging es jedoch schnell bergab, nur in Wimbledon blüht Lisicki Jahr für Jahr auf. "Wenn sie hier durch die Pforten geht, fühlt sie sich wie die Nummer eins der Welt", sagte Stosur. Und spielt auch manchmal so.

Petkovic und Muguruza müssen Koffer packen

Wäre Andrea Petkovic am frühen Abend auf dem glitschigen Wimbledonrasen nicht ausgerutscht, es hätte ein Traum-Tag für das deutsche Frauentennis im Londoner Südwesten werden können. Die deutsche Nummer zwei aus Darmstadt unterlag der Russin Jelena Wesnina 5:7, 3:6. Die Darmstädterin war bei 5:6 im ersten Satz auf dem Rasen ausgerutscht, hatte nach einer medizinischen Auszeit aber mit einem getapten rechten Knöchel weitergespielt. Die ehemalige Top-Ten-Spielerin Petkovic hat in ihrer Karriere schon zahlreiche Verletzungen erlitten

"Ich weiß noch nicht, was es ist" sagte die Fed-Cup-Spielerin anschließend. "Ich habe Schmerzen an der Kapsel. Wenn es die Bänder gewesen wären, hätte ich aufgeben. So wollte ich wie ein Mensch verlieren und nicht wie eine Wurst aufgeben." Trotzdem erwägt die Hessin einen Einsatz im Doppel und Mixed. "Ich hoffe, ich kann mich wenigstens auf den Platz stellen."

French-Open-Siegerin Garbine Muguruza ist überraschend schon in der zweiten Runde ausgeschieden. Die an Position zwei gesetzte Spanierin unterlag der Slowakin Jana Cepelova unerwartet klar mit 3:6, 2:6. In Paris hatte Muguruza im Endspiel gegen die Amerikanerin Serena Williams gewonnen und ihren ersten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier gefeiert. Muguruza wäre bei der Rasen-Veranstaltung in London eine mögliche Achtelfinal-Gegner der Berlinerin Sabine Lisicki gewesen.

sid

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