Ein Verein mit Geschichte und Promi-Faktor

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Ferdi Ernst (rechts) und Norbert Hofer vom Budokan Bad Homburg mit Fotoalbum und Zeitungsausschnitt, auf dem Elvis Presley zu sehen ist.

Oberursel –  Ja, er hat tatsächlich im Budokan Bad Homburg trainiert. Immer wieder werden die Mitglieder des Karate-Vereins nach dieser einen Person gefragt: Elvis Presley. „Das nervt manchmal“, sagt Schriftführer Ferdi Ernst. Denn der älteste Karate-Verein Deutschlands hat mehr zu bieten als ein berühmtes Kurzzeit-Mitglied. Von Julia Renner

Davon, dass Musiklegende Elvis mal im Verein trainierte, profitiere man heute sowieso nicht mehr, sagt der Vorsitzende Norbert Hofer. Erlebt habe ihn nur ein noch lebendes Mitglied: Dietmar Biemel. Und der lebt mittlerweile in Frankreich. Trotzdem wissen die aktuellen Mitglieder auch, dass Elvis ein halbes Jahr im Verein übte, wahrscheinlich für die Rolle in einem Film. Wie der Kontakt zu Vereinsmann Jürgen Seydel in den 50er-Jahren überhaupt zustande kam, sind sich Hofer und Ernst nicht sicher.

Elvis Presley im Karate-Outfit. F.: nh

Ferdi Ernst kam erst einige Jahre nach Elvis. 1986 machte er zum ersten Mal Karate und hat seitdem nicht mehr aufgehört. „Der Verein ist meine zweite Familie“, sagt der 60-Jährige:„Karate hat mein ganzes Leben geprägt.“

Seit der Gründung des Vereins vor 54 Jahren hat sich jedoch einiges geändert. Zum einen habe die Konkurrenz durch andere Vereine zugenommen, zum anderen seien es nicht mehr so viele Mitglieder wie früher. Auch Wettkämpfe seien heute nicht mehr angesagt. „Wir sind ein Breitensportverein“, erzählt Norbert Hofer. Angeboten wird sogar Karate für Kinder ab sieben Jahren – das mache sonst kein Verein in der Region. Zu Schlägern sollen die Kinder aber keinesfalls erzogen werden. „Nur ein Teil macht Karate aus, sonst geht es um Bewegung und Spiel.“

Kämpfen gegen Vorurteile

Gegen das Image, dass hauptsächlich Hobby-Schläger Kampfsport machen, kämpft der Verein bis jetzt an. „Teilweise leiden wir bis heute unter den Vorurteilen“, sagt Ferdi Ernst und stellt klar: „Wer sich prügeln will, ist in keinem Karate-Verein gut aufgehoben.“

Natürlich spiele die Kampfkunst eine wichtige Rolle. Gerade Erwachsene würden auch kommen, weil sie lernen wollen, sich zu wehren. Allerdings sind es mehr Männer, die aus diesem Grund in den Verein eintreten und weniger Frauen.

Ende Mai soll eine neue Gruppe gegründet werden: Für alle ab 50 Jahren aufwärts. Egal, ob Anfänger oder Wiedereinsteiger. Mehrere Wochen sollen die einzelnen Kurse dauern, die in unterschiedliche Schwierigkeitsstufen eingeteilt sind.

Weitere Infos gibt‘s bei Norbert Hofer unter Telefon (06081) 584601 und im Internet: www.budokanhg.de

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