45-Jährige aus Groß-Zimmern sammelt Titel um Titel

Sandra Hornig: In Europa gehört sie zu den besten Schwimmern

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Sandra Hornig Mitte Juli beim Sprintdistanz-Rennen in Dieburg.

Groß-Zimmern - Im Schwimmen ist Sandra Hornig in ihrer Altersklasse kaum zu stoppen. Es reihen sich Titel an Titel, ob als Triathletin oder als Schwimmerin. Dabei hat sie jahrelang den Pferdesport bevorzugt. Von Jens Dörr

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Dass Frauchen mal schlapp macht, muss der Golden Retriever von Sandra Hornig nicht befürchten. Die 45-Jährige aus Groß-Zimmern ist nicht nur rank und schlank, sondern auch topfit. Im Triathlon sammelte sie in den vergangenen Wochen Erfolge am Fließband: Altersklassen-Hessenmeisterin über die Mitteldistanz beim „Moret-Triathlon“, Gesamtsiegerin über die olympische Distanz beim „Heinerman“, zweitschnellste Frau beim Sprintwettkampf in Dieburg. Besonders im Wasser ist die System- und Netzwerktechnikerin in ihrem Element – und zählt in ihrer Altersklasse zu den Top Ten Europas.

Dabei stieg die aus Reinheim stammende Hornig, die seit vier Jahren in Groß-Zimmern lebt und auch dem dortigen Turnverein angehört, als zunächst gelegentliche Schwimmerin im Alter von 14 Jahren für einige Zeit ganz aus dem Nass. Fortan widmete sie sich dem Reiten, „erst gegen Ende meiner Studienzeit habe ich wieder mit dem Schwimmen angefangen“.

Es sollte eine erneute Pause folgen, ehe sie beim TV Groß-Zimmern gemeinsam mit den Triathleten abermals wieder in die Sportart einstieg. Bei der es nicht bleiben sollte: „Die Triathleten arbeiteten hartnäckig an mir, dass ich doch auch mal einen Triathlon machen solle“, blickt sie auf die Phase vor zehn Jahren zurück. „So kam ich zum Radfahren, was mir grundsätzlich schon immer Spaß gemacht hat.“ Erst 2009 aber bestritt sie ihren ersten Dreikampf. „Seitdem bin ich auch von diesem Virus infiziert.“

Ob Rücken oder Freistil

Was folgte, war im Jahr darauf zunächst die olympische Distanz, ehe Hornig 2012 – beim „Moret-Triathlon“– ihr Debüt über die Mitteldistanz feierte. „Seitdem starte ich über den Sommer bunt gemischt auf diesen drei Distanzen, auch abhängig von meinen Wettkampfplänen in Sachen Schwimmen und wie ich Lust darauf habe“, schildert die Frau mit den kurzen blonden Haaren den Weg bis zum fertigen Rennkalender. Sie ist dabei gerade im Schwimmen derart ambitioniert, dass es in ihrer Altersklasse auf dem gesamten Kontinent kaum eine Schnellere gibt als sie: Bei der Masters-EM 2015 in London wurde sie über 800 Meter Freistil Altersklassen-Achte, über 200 Meter Rücken Altersklassen-Sechste.

Besonders gern erinnert sie sich an das 800-Meter-Rennen im Olympia-Becken. „Ich habe jeden Meter genossen.“ Erst vor wenigen Wochen staubte sie bei den Deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen den Vizetitel der Klasse W45 über 2,5 und fünf Kilometer ab.

Schmerzhafter Schlag auf die Brille

Als „schmerzhaft“ bezeichnet sie hingegen einen Freiwasserwettkampf vor einigen Jahren bei Großkrotzenburg, als sie beim Massenstart einen Schlag auf die Schwimmbrille erhielt. Ein Glas lief voller Wasser, Hornig spürte ein Brennen und Stechen. „Das wurde immer schlimmer. Ich habe das Rennen mit einem sehenden Auge und unter höllischen Schmerzen beendet.“ Damit holte sie den Hessenmeister-Titel, „aber mit einem verätzten Auge auch das Ticket für den Rettungswagen Richtung Uni-Klinik“.

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Mit Blick auf ihre noch recht junge Triathlonpassion sieht die Groß-Zimmernerin ihr größtes, noch nicht genutztes Potenzial unterdessen beim Radfahren. Beim Lauftraining hingegen müsse sie „vorsichtig“ sein. Körperlich fühle sie sich „nicht fürs Laufen geboren. „Also kompensiere ich das mit Schwimmen und Radfahren. Funktionierte ja auch bisher ganz gut“, sagt sie. Die Rumpfmuskulatur trainiere sie beim Reiten auf ihrem Pferd.

Seit drei Jahren ist Sandra Hornig bei alldem ihr „eigener Trainer, Herr und Meister“, wie sie sagt. „Das bedarf aber auch sehr viel Disziplin!“ Die würde sie definitiv auch beim noch nicht absolvierten Marathonlauf benötigen. „Aber ich glaube, es ist wahrscheinlicher, dass ich irgendwann mal den Bodensee durchschwimme, als dass ich 42 Kilometer laufen würde. Ich bin da zu sehr Realist.“

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