Nach der enttäuschenden Saison soll alle besser werden

Trainingsauftakt der Frankfurter Löwen

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Archivbild aus dem Spiel gegen Kassel Huskies

Frankfurt - Um genau 11.28 Uhr hatte am heutigen Montag die eishockeylose Zeit des Zweitligisten Löwen Frankfurt ein Ende, der neue Trainer Paul Gardner (60) bat seine Schützlinge in der heimischen Halle am Ratsweg zum ersten Training. Von Uwe Lange

Unter dem Beifall der rund 100 Zaungäste holte der kanadische Coach seine Mannschaft, einige Gastspieler und Probespieler in zwei Gruppen aufs glatte Parkett. Nach einer enttäuschenden letzten Spielzeit und dem frühen Aus gegen den späteren Meister Kassel war am Main „Tabula Rasa“ angesagt, elf neue Akteure kamen, während gleich zehn Spieler gehen mussten. Im Tor tauschte Sportdirektor Rich Chernomaz beide Goalies aus, ersetzte den Langzeitverletzten Antti Ore und seinen Ersatz Henning Schroth durch den Deutsch-Kanadier Brett Jäger (Dresden) und Nachwuchskeeper Florian Proske (Mannheim).

Vier neue Gesichter für die Abwehr

Die Abwehr sieht vier neue Gesichter mit Pawel Dronia (Bremerhaven), Joel Keussen (Bad Nauheim), den beiden hoffnungsvollen Talenten Eric Stephan (Kassel) und Max Gläßl (Juniorenliga Kanada). Im Sturm sollen künftig Patrick Jarrett (Landshut), CJ Stretch (Rosenheim) und Matthew Pistilli (Dänemark) für Tore sorgen. Letzterer wurde kurzfristig für den schwer erkrankten Wade MacLeod verpflichtet, überzeugte in der vergangenen Saison beim dänischen Meister. Zu ihnen gesellen sich mit Roman Pfennings (23) und Eddy Rinke-Leitans (25) zwei jüngere deutsche Akteure, die den Nachweis ihrer DEL2-Tauglichkeit noch erbringen müssen. Pfennings kommt dabei mit guten Referenzen aus der US-College Liga NCAA, während Rinke-Leitans verletzungsbedingt eine Spielzeit aussetzte. Sie alle sollen sich dem Trainerduo Gardner/Chernomaz beweisen, die missglückte letzte Spielzeit vergessen machen. „Ich wollte einen erfahrenen Kollegen an meiner Seite haben“ begründete Rich Chernomaz den Wechsel von Publikumsliebling Chris Stanley zum alten Hasen Gardner, der vom Ligarivalen Lausitz an den Main wechselt.

Grüppchenbildung soll vermieden werden

Gespannt darf man sein, wer schlussendlich das Sagen in diesem Gespann haben wird, nachdem beide als Cheftrainer schon lange gearbeitet haben, keine Typen für das zweite Glied sind. Aber nicht nur im Trainerstab ist Harmonie und Einigkeit gefragt, auch die neuen Spieler müssen sich besonders im zwischenmenschlichen Bereich einbringen, damit das größte Manko und die Defizite „der Untrainierbaren“ in der Saison 15/16 ausgleichen. Das Team muss als solches auftreten und erkennbar sein, die Grüppchenbildung des Vorjahres unbedingt vermeiden. Hier fällt der Ausfall von Goldhelm Nick Mazzolini doppelt ins Gewicht, der nach seiner Operation in der vergangenen Woche den Löwen nicht nur lange auf dem Eis fehlen wird, sondern wegen seiner Führungsqualitäten auch abseits der Eisfläche. Für ihn wurde Patrick Jarrett geholt, der es als Neuzugang schwer haben wird, in die großen Fußstapfen seines Kollegen zu treten.

Nach der Absage der Kooperation durch den unzufriedenen Partner aus Nürnberg starten die Löwen mit einem quantitativ kleinen Kader in die Saison, da auch wenig Hilfe durch die neue Partnerschaft mit dem Erstligisten Straubing zu erwarten ist, während der Oberliga-Partner Duisburg eigene Ziele verfolgt. Eine Reihe von Fragezeichen bleibt, deren Beantwortung sich erst in den kommenden Wochen und Monaten ergeben wird, mit der Hoffnung der wie immer zahlreichen Löwen-Fans, nicht noch einmal eine derart leblose Truppe wie die im letzten Jahr erleben zu müssen.

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