Top-Spielerinnen weg: Was wird aus dem FFC?

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Kerstin Garefrekes verabschiedet sich vom FFC.

Frankfurt –  Wieder drei Leistungsträgerinnen weg. Weniger Geld als Bayern und Wolfsburg. Wie geht’s weiter beim ehemaligen Serienmeister der Frauenfußball-Bundesliga 1. FFC Frankfurt? Von Manfred Schäfer

Dzsenifer Marozsan nach Lyon, Simone Laudehr zu Bayern München, Kerstin Garefrekes beendet ihre Karriere. Die drei wohl wichtigsten Spielerinnen des FFC sind weg. Dazu zieht sich Hauptsponsor Commerzbank teilweise zurück. Die Banker werden Sponsor der Frauen-Nationalmannschaft. Manager Siggi Dietrich spricht von einem Umbruch: „Die Commerzbank hört nur als Trikotsponsor auf. Sie bleibt uns als Premiumsponsor erhalten.“

Trotzdem muss das Loch erst gestopft werden. Dietrich: „Wir wissen schon seit einiger Zeit davon und sind bereits in guten Gesprächen mit potentiellen Trikotsponsoren.“ Der Etat soll auf jeden Fall in der gleichen Größenordnung, wie in den letzten Jahren bleiben. Heißt: 1,6 bis 1,8 Millionen Euro. Trotzdem wird es immer schwerer mit den reichen Teams Wolfsburg und Bayern München mitzuhalten, die vom Hauptverein unterstützt werden. Dietrich: „Als reiner Frauenfußball-Verein haben wir nicht die finanziellen Möglichkeiten. Deren Etat ist doppelt so hoch, wie unserer. Wir setzen jetzt auf junge Talente und Eigengewächse.“

Kein Titelgewinn in Sicht

Er weiß aber auch, dass in den nächsten Jahren nicht mit Titelgewinnen zu rechnen ist: „Sportlich ist immer etwas möglich. Unser Saisonziel ist es, im oberen Drittel der Liga zu landen. Aber wir wollen die Champions League nicht aus den Augen verlieren. Und das Pokalfinale ist auch immer möglich.“

Der FFC will sich vor allem mit anderen reinen Frauenmannschaften vergleichen. Dietrich: „Potsdam sollten wir in den nächsten Jahren hinter uns lassen. Man darf aber auch mal gespannt sein, wie lange die großen Klubs die Frauenabteilungen unterstützen. Wenn die mal alles selbst erwirtschaften müssen, gibt’s auch wieder Chancengleichheit.“ Dietrich kämpft um sein Baby FFC und bleibt auch im Boot: „Mein Vertrag läuft noch bis 2018, aber ich bin jetzt in einem Alter, in dem man nichts Neues mehr anfängt. So lange meine Gesundheit mitspielt, werde ich weiter machen.“

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