Nach Weggang von Sandro Wagner fehlen Stürmer

Darmstadt 98: Im Angriff fehlt es an Qualität  

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Jerôme Gondorf ackert nach seiner Vertragsverlängerung schon wieder im Training. 

Darmstadt - Die Lilien machen es wie in der vergangenen Saison: Keine hektischen Aktionen auf dem Transfermarkt. Doch vor allem in der Offensive fehlt es an Qualität. Die EXTRA TIPP-Analyse zeigt, wo noch nachgebessert werden muss. Von Jens Dörr.

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Eigentlich ist gar nicht viel passiert – schon gar kein „Ausverkauf“ oder „Exodus“, wie ihn manche kommen sahen und wie er sich vor einigen Wochen auch tatsächlich anzudeuten schien. Fünf Wochen vor Saisonbeginn (und vier Wochen vor dem Pokalspiel beim Fünftligisten Bremer SV) hat der SV Darmstadt 98 mit Ausnahme von Stürmer Sandro Wagner keinen „unersetzbaren“ Spieler verloren. Torwart Christian Mathenia, Verteidiger Luca Caldirola und die oft nur durchschnittlichen Konstantin Rausch und Tobias Kempe dürften zu kompensieren sein, vom Rest trennten sich die Lilien ohnehin freiwillig.

Nach dem am Mittwoch verkündeten Verbleib von Jerôme Gondorf ist der Kader in drei von vier Mannschaftsteilen bereits erstligareif besetzt. Vor allem vorne drückt aber noch der Schuh, wie die Analyse des EXTRA TIPPs zum derzeitigen Darmstädter Kader zeigt.

Tor: Zwischen den Pfosten gab es nach dem Wechsel von Stammkeeper Mathenia zum Hamburger SV und den Abgängen der Ersatzleute Lukasz Zaluska und Patrick Platins einen Radikalschnitt. Schon da sind Daniel Heuer Fernandes (zuletzt Paderborn) und Michael Esser (zuletzt Sturm Graz), wobei 1,98-Meter-Hüne Esser bisher den etwas stärkeren Eindruck hinterließ. Ein erfahrener Torwart soll noch kommen. Stand jetzt: Das Tor ist vernagelt.

Abwehr: Da Kapitän Aytac Sulu trotz ständiger Wechselgerüchte seinen bis 2018 währenden Vertrag wohl zu erfüllen gedenkt und auch Slobodan Rajkovic eine Ausstiegsmöglichkeit sausen ließ, steht die Innenverteidigung der Vorsaison auch weiterhin. Für Caldirola wurde Immanuel Höhn (SC Freiburg) verpflichtet, den Trainer Norbert Meier derzeit auch als Sechser und Rechtsverteidiger testet. Die defensiven Außenspieler György Garics und Florian Jungwirth (rechts) sowie Fabian Holland und Junior Diaz (links) sind weiter an Bord. Für die Viererkette, in der auch Innenverteidiger Benjamin Gorka als oft unterschätzte Alternative parat steht, stünde den Lilien höchstens noch ein Linksverteidiger gut zu Gesicht, da in der Vorsaison weder Holland noch Diaz überzeugten (und schließlich vom gelernten Innenverteidiger Caldirola verdrängt wurden). Stand jetzt: Die Abwehr steht.

Fotos: SV Darmstadt 98 startet ins Training

Mittelfeld: Während der SV 98 mit seinen Torhütern und Verteidigern im Grunde schon morgen in die Saison starten könnte (am Montag beginnt stattdessen allerdings erst einmal das Trainingslager in der Steiermark), ist das Mittelfeld noch etwas dünn besetzt. Die Zentrale mit Peter Niemeyer und Gondorf steht, außen geht rechts oder links kein Weg an Marcel Heller vorbei. Dann wird es jedoch schon eng: Sandro Sirigu könnte den Part im rechten Mittelfeld solide ausfüllen, dem zentral agierenden Yannick Stark traut wie Vorgänger Dirk Schuster offenbar auch Trainer Meier den Sprung in Liga eins nicht zu, wie etwa der sehr kurze Testspiel-Einsatz am vergangenen Wochenende gegen den FSV Frankfurt (mit dem Stark in Verbindung gebracht wurde) zeigte. Noch fehlt vor allem ein Kreativspieler fürs Zentrum, ein Sechser als Ersatz für Niemeyer und ein schneller, dribbelstarker Außenspieler. Im Trainingslager zeigen dürfen sich der Nigerianer Victor Obinna (MSV Duisburg, Spielmacher-Typ, der aber auch im Sturm spielen kann) sowie Maximilian Beister (Hamburger SV, Rechtsaußen). Stand jetzt: Das Mittelfeld ist halbwegs besetzt, noch fehlen aber die Alternativen.

Angriff: Vorn haben die Darmstädter aktuell die größten Sorgen. Für Wagner wurde noch kein Ersatz verpflichtet und der Zeitpunkt der Rückkehr von Felix Platte und Jan Rosenthal ist ungewiss. Derzeit bleibt vorn nur Dominik Stroh-Engel, für den sich Liga eins in der Vorsaison als eine Etage zu hoch entpuppte. Mario Vrancic ist eher eine hängende Spitze oder sogar ein zentraler Mittelfeldspieler denn ein Stürmer. Noch nicht vom Tisch ist eine Verpflichtung des bisher überzeugenden Testspielers Antonio Colak (TSG Hoffenheim). Stand jetzt: Vorn fehlt es an Qualität und Quantität.

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