WM ist am 23. und 24. Juli in Frankfurt

Wie bei Harry Potter: Quidditch im Günthersburgpark

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Harry Potters liebstes Hobby: Frankfurts Quidditch-Kapitänin Nina Heise setzt zum Angriff mit einem „Klatscher“ an, einem Softball, mit dem der Gegner abgeworfen wird.

Frankfurt – Die Sportart Quidditch hat es aus den „Harry Potter“-Büchern auf den realen Rasen geschafft. Auch in Frankfurt wird trainiert. Auf fliegende Besen müssen die Spieler jedoch verzichten. Von Franziska Jäger

Die drei Spieler vor den Torringen feilen an ihrer Abwehrtaktik, der Gegner auf der anderen Seite des Feldes ist gerade abgelenkt: Ein Mann mit zwei kleinen Kindern, eben noch faszinierter Zuschauer, läuft auf den Rasen, fragt: „Entschuldigung, was soll denn das mit der Stange zwischen den Beinen?“

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Er ist nicht der Einzige, der sich das fragt. Wer die Frankfurter Quidditch-Mannschaft im Günthersburgpark beim Training beobachtet, könnte meinen, eine Mischung aus Sportarten wie Rugby, Völkerball und Handball zu sehen: Manndeckung, Körperkontakt, Spielzüge, hohes Tempo und schließlich der Wurf durch einen der drei Torringe. Wäre da nicht dieses graue PVC-Rohr, das sich die Spieler zwischen die Beine geklemmt haben. Es steht für den Versuch, eine Sportart aus einem Fantasy-Roman in die Realität zu holen. Denn Quidditch, das spielen in Joanne K. Rowlings „Harry Potter“-Reihe eigentlich nur Zauberschüler. Und zwar auf fliegenden Besen.

Die meisten sind keine Potter-Fans

„Die Frage nach den Besen und dem Fliegen kommt von Außenstehenden eigentlich immer als Erstes“, sagt Team-Kapitänin Nina Heise. Die Röhren entzaubern das Ganze ein wenig. Doch sie sind leichter als Besen, splittern nicht und lassen sich besser balancieren. Mit Rollenspielen oder dem Wunsch, selbst einen Zauberstab zu schwingen, hat Quidditch außerdem nichts zu tun. „Die meisten sind gar keine Fans von Harry Potter“, sagt Heise, die die Sportart auch als Präsidentin des im vergangenen Jahr gegründeten Deutschen Quidditchbunds voranbringen will.

Acht Teams gibt es zurzeit in Deutschland, eins im nahen Darmstadt. In Frankfurt hält sich der Anteil an Frauen und Männern die Waage, die 14 Spieler sind zwischen 18 und 38 Jahren alt. Sie haben durch Heises Aushang in der Uni, aus der Zeitung oder beim Zuschauen im Park von Quidditch erfahren. Manche sind sportlich, andere nicht.

Harry-Potter-Park eröffnet

„Ich hatte früher mit Sport gar nichts am Hut, jetzt gehe ich sogar Joggen“, sagt Heise, die Quidditch während eines Austauschsemesters in England kennengelernt und nach Frankfurt gebracht hat. Die Sportart selbst gibt es bereits seit zehn Jahren, ausgedacht haben sie sich Studenten aus den USA.

Alle zwei Jahre gibt's die Quidditch-WM

Mittlerweile gibt es weltweit Quidditch-Teams, in Australien, Pakistan, Peru und Uganda. Alle zwei Jahre trifft sich die Quidditch-Elite zur Weltmeisterschaft. Die findet am 23. und 24. Juli in Frankfurt auf der Rebstockanlage statt. 25 Nationen werden dann dem Schnatz hinterherjagen, der geflügelten goldenen Kugel, deren Fang das Spiel beendet. Für die Nicht-Zauberer bedeutet das: Einem neutralen Spieler die Socke klauen, die er hinten am Hosenbund befestigt hat.

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