Offensive ungefährlich, Mittelfeld ohne Ideen

Eintracht Frankfurt quält gegen Leverkusen die alten Sorgen

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Bauchlandung: Gegen den SV 98 ist die SGE, wie hier Mijat Gacinovic, böse ins Straucheln geraten. Im Hintergrund: Darmstadts Peter Niemeyer.

Frankfurt - Wundertüte Eintracht Frankfurt: Gegen Schalke hui, in Darmstadt pfui. Wohin der Weg der Adlerträger führt, wird das Spiel gegen die Gäste von Bayer Leverkusen am morigen Samstag zeigen. Doch ein mindestens Problem ist jetzt schon sichtbar. Von Dirk Beutel

Wenn es stimmt, dass Eintracht Frankfurt gegen tief stehende Gegner die spielerischen Mittel fehlen, dann müsste sich die SGE am Samstag wieder von ihrer besseren Seite zeigen. Denn in der Frankfurter Commerzbank-Arena ist ab 15.30 Uhr Bayer Leverkusen zu Gast. Ein schneller offensiver Gegner, der selbst das Spiel macht. Das kommt Trainer Niko Kovac gerade recht. Denn sein Team hat sich vergangene Woche bei der 1:0-Niederlage gegen den SV Darmstadt 98 in der Rolle des spielbestimmenden Favoriten regelrecht blamiert.

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Aus fast 80 Prozent Ballbesitz landeten am Ende null Bälle im Tor des Gegners. Und damit ist das alte auch wieder das neue Problem der Eintracht: Die Offensive ist zu ungefährlich und im Mittelfeld werden sich die Bälle hin und her gespielt ohne Zug nach vorne. Da fehlt das kreative Element und ein Schuss Selbstvertrauen. Dabei brauchen das die Adlerträger heute dringend: Denn Tore sind gegen Bayer garantiert: Noch nie ging eine Partie zwischen den beiden Mannschaften torlos aus. Zumal Leverkusen die vergangenen Begegnungen klar für sich entscheiden konnte, jeweils mit 3:1 und 3:0.

Für die Werkself war der Saisonstart ebenfalls eher durchwachsen: Am 1. Spieltag setzte es in Gladbach eine 1:2-Niederlage. Dann siegte die Mannschaft von Roger Schmidt daheim mit 3:1 gegen den Hamburger SV, nachdem sie Moral bewies und einen 1:0-Rückstand umdrehte. Auch wenn Bayer Leverkusen ein völlig anderes Format als die Darmstädter Lilien hat, kommt deren Spielweise der Eintracht entgegen. Durch das schnelle Spiel der Gäste werden sich zwangsläufig viel mehr Räume für Konter bieten, als es gegen das Abwehrbollwerk vom Böllenfalltor der Fall war.

Fabián könnte mehr Flexibilität bringen

Einer, der diese Räume nutzen und das Offensivspiel beleben könnte, wäre der unter Kovac bislang unbeachtete Mexikaner Marco Fabián. Zudem brauchen die Offensivkräfte um Alex Meier, Branimir Hrgota und Haris Seferovic mehr Unterstützung von den Außenpositionen mit Tempo. Denn selbst das Spiel zu machen mit viel Ballbesitz, liegt der Eintracht offenbar überhaupt nicht. Apropos Seferovic. Der Schweizer ist bei seinen beiden Bundesligaeinsätzen jeweils nur wenige Minuten vor Schluss eingewechselt worden. Er könnte der Eintracht mehr Flexibilität bringen. Ganz gleich, wie das Spiel gegen Leverkusen endet: Danach weiß Trainer Kovac wo er und seinen Mannschaft stehen. Das gilt auch für die Abwehr, denn die wird wesentlich mehr zu tun bekommen, als vergangene Woche. Übrigens: Wie Niko Kovac am Freitag mitteilte, wird Neuzugang Shani Tarashaj gegen Leverkusen noch nicht zum Einsatz kommen.

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