Eigentlich war mehr drin

Eintracht Frankfurt-Bilanz: Wie lief der  Saisonstart?

+
Jesus Vallejo ist einer der Gewinner des Saisonstarts. Der 19-jährige Spanier (links im Zweikampf mit dem Leverkusener Julian Brandt) ist fester Bestandteil der Startelf.

Frankfurt - Zehn Punkte nach sechs Spielen, Tabellenplatz acht – der Start der Frankfurter Eintracht ist geglückt. Und doch herrscht nicht überall eitel Sonnenschein, denn im Grunde war für die Frankfurter mehr drin. Von Peppi Schmitt

Ausgerechnet bei der eher schwächeren Teams, in Darmstadt und in Freiburg, setzte es zwei 0:1-Niederlagen. „Da haben wir zu viele Punkte liegen gelassen“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner. Punkte, die sich die Eintracht gegen stärker eingeschätzte Mannschaften wie Schalke 04 und Bayer Leverkusen geholt hatte. Die Eintracht steht zwischen Baum und Borke und selbst nach dem sechsten Spieltag kann kaum jemand einschätzen, wohin der Weg führen wird.

Sicher nicht nach oben.Dafür fehlt die spielerische Substanz. Mit ein bisschen Fortune könnte es für eine sichere Saison reichen, was ja genau das wäre, was sie alle wünschen. Freilich verheißen die nächsten Spiele gegen den FC Bayern, in Hamburg und Mönchengladbach nicht unbedingt viele Punkte und damit einen weiteren Sturz in der Tabelle. Erst Ende Oktober wird dann tatsächlich absehbar sein, wie gut oder schlecht die Eintracht in dieser Saison wirklich ist.

Licht und Schatten bei den Neuzugängen

Was für die Mannschaft gilt, gilt auch für einzelne Spieler. Viele sind neu hinzugekommen, so wirklich weitergebracht haben die Mannschaft aber höchstens eins, zwei. Da ist zuallererst Jesus Vallejo. Der 19 Jahre alte Spanier spielt seit Wochen überragend. „Wenn er gesund bleibt, steht er vor einer großen Karriere“, sagt sein Trainer. Vallejo steht in direkter Konkurrenz mit Michael Hector. Der in London geborene Jamaikaner hatte mit zwei Platzverweisen einen denkbar schlechten Start, konnte zuletzt aber gegen Hertha BSC als Schütze des 3:3-Ausgleichs glänzen und hat auch im Training angedeutet, dass im Ernstfall auf ihn Verlass sein könnte.

Die anderen Neuen sind bislang entweder unauffällig geblieben wie Omar Mascarell, dem so ein bisschen das Temperament für die Bundesliga zu fehlen scheint, oder wie Branimir Hrgota, der über Ansätze nicht hinausgekommen ist. Wieder andere waren oder sind verletzt wie Guillermo Varela, Ante Rebic oder Taleb Tawatha. Mit Ausnahme einzelner Situationen konnten sie der Mannschaft jedenfalls noch nicht helfen. Immerhin hat Danny Blum seine Qualitäten schon eingebracht mit einer starken Leistung gegen Berlin. Und beim Schweizer Shani Tarashaj besteht Hoffnung, dass er nach einer gewissen Eingewöhnungszeit dann besser ins Spiel kommt.

Die Eintracht wollen immer weniger im Stadion sehen

Die Stimmung rund um die Eintracht ist nach dem Klassenerhalt im Mai deutlich besser geworden. Niko Kovac genießt als „Retter“ mehr Vertrauen als sein Vorgänger Armin Veh. Das sorgt für Beruhigung im Umfeld. Und die ist dringend nötig. Denn die Frankfurter haben abseits des Spielfeldes genug Probleme. Ärger gibt’s mit den Fans. Von den ersten fünf Heimspielen sind gleich drei von Zuschauerausschlüssen betroffen, das gab es noch nie. Gegen Schalke ist der Block 40 leer geblieben, gegen Bayern bleibt er wieder leer. Und zum Pokalspiel gegen Ingolstadt dürfen überhaupt nur rund 14.000 Zuschauer in die Arena.

Das trifft die Eintracht schwer, die auch ohne Bestrafungen mit einem Rückgang der Zuschauerzahlen zu kämpfen hat. Weder gegen Schalke (auch ohne der Ausgesperrten), noch gegen Leverkusen oder Berlin war die Arena ausverkauft. Das immerhin wird sich gegen die Bayern am nächsten Samstag ändern.

Das könnte Sie auch interessieren: Teure Tickets: Eintracht Frankfurt geht gegen Schwarzmarkt vor

Fotos: Eintracht Frankfurt unterliegt gegen den SC Freiburg

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

Kommentare