Stadt bleibt allerdings noch eine Option

Gericht kippt Darmstadt-Verbot für Eintracht-Fans

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Die Eintracht-Fans dürfen am Samstag zwar nicht ins Stadion, dafür aber wahrscheinlich wieder in die Darmstäder Innenstadt. 

Darmstadt - Fanverbände protestiert, Politiker schalteten sich ein - Das Innenstadt-Verbot für Eintracht-Anhänger während des Fußball-Derbys am kommenden Samstag in Darmstadt hat für reichlich Wirbel gesorgt. Nun hat das Verwaltungsgericht Darmstadt das Verbot gekippt. 

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Wie das Gericht mitteilte, habe man die aufschiebende Wirkung von Widersprüchen gegen die Verfügung der Stadt Darmstadt wieder hergestellt. Darmstadt hatte am Mittwoch für alle Anhänger der Eintracht ein Aufenthaltsverbot für die Innenstadt erlassen. Fans sollte demnach von Freitagabend bis Sonntagmorgen der Zutritt verwehrt werden. Ein Großaufgebot der Polizei war für die Kontrollen eingeplant. 

Bis Donnerstags gingen im Gericht jedoch sechs Eilanträge ein, die Entscheidung rückgängig zu machen. Einer davon stammte vom Fanclubverband der Eintracht. Ein Antrag sei aus Formgründen abgewiesen worden, die restlichen wurden von der zuständigen Kammer zugelassen und als begründet erachtet. Ihnen wurde stattgegeben, die Begründung des Gerichts soll am Freitag veröffentlicht werden. Damit kann das Innenstadtverbot nach Stand vom Donnerstag nicht wie geplant am Freitagabend in Kraft treten. Darmstadt hat jedoch noch die Möglichkeit, gegen die Entscheidung vor den Hessischen Verwaltungsgerichtshof zu ziehen. 

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Grund für das Verbot war die Angst vor Ausschreitungen. Bereits im Hinspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem SV Darmstadt 98 hatte es hässliche Szenen gegeben. Als Strafe schloss das DFB-Sportgericht die Frankfurter Fans für das Rückspiel aus dem Stadion aus. Damit stiegen bei der Stadt Darmstadt jedoch die Befürchtungen, dass gewaltbereite Fans während des Derbys in der Innenstadt randalieren könnten. Erst am Dienstag prügelten Anhänger der Fanlager dort aufeinander ein.

Auch die Organisation „Pro Fans“ hatte das Aufenthaltsverbot für Frankfurter Anhänger massiv kritisiert. „Die Stadt Darmstadt sanktioniert mit der Verfügung eine Personengruppe von sechsstelliger Zahl nicht nur ihrer freien Meinungsäußerung, sondern allein schon ihrer Gesinnung wegen, indem sie das Recht des Aufenthalts im Stadtgebiet davon abhängig macht, welchem Fußballverein man zuneigt. Dieser Eingriff in die grundgesetzlich geschützte Meinungsfreiheit ist skandalös“, sagte ProFans-Sprecher Sig Zelt am Donnerstag.

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Zur Sicherheitsdebatte rund um das Aufeinandertreffen der abstiegsbedrohten Erstligisten wollte Darmstadts Trainer Dirk Schuster am Donnerstag nichts sagen. „Bitte lasst uns über Sport reden“, sagte er. „Wir haben die Randnotizen ein wenig wahrgenommen, aber unsere Aufgabe ist der Sport.“ Kapitän Aytac Sulu wäre es sogar am liebsten, die vom DFB-Sportgericht ausgeschlossenen Frankfurter Anhänger dürften am Samstag live am Böllenfalltor dabei sein. „Als Fußballer willst du Stimmung im Stadion haben. Und mit zwei Fanlagern auf den Rängen macht es mehr Spaß“, sagte er dem „Kicker“. dpa/skk

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