Basketballerin trägt deutsche Fahne

Paralympics in Rio enden mit rauschender Feier

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Die Paralympics in Rio endeten mit einem Verweis auf die nächsten Spiele in Japans Hauptstadt Tokio.

Rio de Janeiro - Auch die paralympischen Spiele in Rio de Janeiro sind nun Geschichte. Am Sonntag endeten die Paralymics mit einer rauschenden Feier.

Um 22.35 Uhr Ortszeit am Sonntagabend waren die XV. Paralympics Geschichte. Rio de Janeiro verabschiedete sich im legendären Maracana mit einer bunten Party do Brasil bei teils strömendem Regen von der großen (Sport-)Bühne. Nur kurz hielten Athleten, Verantwortliche und 45.000 Fans bei der rund zweieinhalbstündigen Feier inne, als an den am Samstag beim Radrennen tödlich verunglückten Iraner Bahman Golbarnezhad mit einer Schweigeminute gedacht wurde.

Sir Philip Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), zog trotz des tragischen Unfalls, der einen "dunklen Schatten auf die Spiele" werfe, ein positives Fazit: "Die Paralympics 2016 in Rio werden als erfolgreiche Spiele in Erinnerung bleiben, was viele Menschen überrascht. Sie werden als Spiele der Menschen in Erinnerung bleiben. Es war ein Karneval des Sports", betonte der Engländer und überreichte den "fantastischen Cariocas" symbolisch den Paralympischen Orden, die höchste Auszeichnung des IPC.

Zuvor hatte er bei seinen letzten Paralympics die IPC-Flagge schon an Tokios Bürgermeisterin Yuriko Koike übergeben. In der japanischen Hauptstadt finden die Olympischen und Paralympischen Spiele in vier Jahren statt. Pyeongchang/Südkorea ist 2018 Ausrichter der Winterspiele.

Basketballerin Zeyen trägt deutsche Fahne

Annika Zeyen vom Rollstuhl-Basketballteam trug die deutsche Fahne ins Maracana. Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) war der Schlussfeier wie den kompletten Paralympics fern geblieben. Für sein Verhalten hatte der Deutsche heftige Kritik einstecken müssen.

Dabei hätte sich das IOC durchaus Anschauungsunterricht nehmen können. "Wir haben die Mission erfüllt. Wir haben spektakuläre Spiele ausgetragen. Ihr seid Super-Helden", sagte ein stolzer Carlos Arthur Nuzman, Präsident des Organisations-Komitees bei der Feier zwischen Samba und Hardrock, die viele Athleten wegen des Regens vorzeitig verließen.

Das Behindertensportfest in der brasilianischen Metropole war allen Unkenrufen zum Trotz ein Erfolg, ein buntes Fest und ein Publikumsmagnet. "Das ist unglaublich. Vor vier Wochen hatten wir noch 200.000 Tickets verkauft und am Schluss waren es 2,1 Millionen. Dies ist der zweitbeste Wert nach London 2012 überhaupt", sagte Craven.

Organisationschaos bleibt weitgehend aus

In Bezug auf die sportlichen Leistungen "habe ich gesagt, dass es die besten Spiele werden. Und ich habe recht behalten." So hätten 82 Länder mindestens eine Medaille gewonnen, was für Craven ein "deutliches Zeichen ist, dass die Paralympische Bewegung rund um die Welt immer mehr wächst".

Dass Russland nicht dabei gewesen war, bedauerte er für die Athleten, machte aber noch einmal die knallharte Linie des IPC deutlich: "Staatsdoping werden wir nicht dulden. Es muss zu einem Wandel in Russland kommen, damit wir Russland künftig wieder dabei haben." Wenn dieser nicht stattfinden würde, so Craven, "dann wird das russische Team weiterhin große Probleme haben".

Am 7. September waren die Paralympics gestartet. Die düsteren Prognosen im Vorfeld traten nicht ein, das erwartete Chaos blieb aus. Die Organisation klappte, die Athleten waren mit dem bei Olympia kritisierten Essen und auch mit den Unterkünften weitgehend zufrieden.

"Hervorragend. Alles, was wir als berechtigte Sorge mit auf den Weg genommen haben, hat sich nicht bewahrheitet", sagte deshalb auch Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), vor dem Abflug am Montagabend (Ortszeit). Mit 57 Medaillen im Gepäck, davon 18 goldenen, tritt die deutsche Mannschaft als Sechster der Medaillenwertung den Heimflug an.

AFP

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