Das sagt der DOSB-Präsident

Hörmann bezieht zum Thema Russland Stellung und stellt klare Forderung

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DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Berlin - DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat sich für einen Teilausschluss der russischen Mannschaft von den Olympischen Spielen in Rio ausgesprochen.

„Ich würde die 20 Sportarten, in denen man Russland systematisches Doping nachgewiesen hat, ausschließen“, sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes im Interview der „Bild“-Zeitung (Donnerstag). „Denn spätestens jetzt muss jedem klar werden: Bis hierhin und nicht weiter! Da würde ich notfalls auch in Kauf nehmen, dass Athleten, die nichts genommen haben, auch ausgeschlossen werden.“

Die Zahl 20 begründete er damit, dass von 28 Sommersportarten 20 betroffen seien, „in denen es nun zumindest einzelne klare Nachweise von Doping gibt“.

Am Montag hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA einen Bericht zum staatlich unterstützten Dopingsystem in Russland vorgelegt. Unter anderem empfahl die WADA dem Internationalen Olympischen Komitee IOC, einen Komplett-Ausschluss der Sportnation von den Olympischen Spielen in etwas mehr als zwei Wochen zu prüfen. Eine Entscheidung willl das IOC unter Führung ihres Präsidenten Thomas Bach bis zum kommenden Dienstag treffen.

Hörmann verwies auf die rechtlichen Schwierigkeiten bei einem kompletten Ausschluss der Russen. „Es muss juristisch wasserdicht sein, denn der Großteil der Verlierer wird vor Gericht ziehen und sich dort versuchen, seine Rechte zu sichern“, sagte er.

Bei bild.de verteidigte er IOC-Chef Bach vor Kritik. „Ich wüsste nicht, wie er es aktuell besser managen sollte“, meinte der DOSB-Präsident. „Er koordiniert den Prozess sehr professionell, hinterfragt kritisch und selbstkritisch Dinge.“

dpa

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