"Wünschen uns Erfolg am ersten Tag"

Die deutschen Chancen am Wochenende

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Jessica Mager könnte im Schießen die erste deutsche Medailllie gewinnen

London - Auf die Plätze, fertig, los! Diesmal will sich das deutsche Team beim Olympia-Start keine Blöße geben und hofft auf einen Auftakt mit Medaille. Wer hat welche Chancen?

Update vom 1. August 2016: Alles, was Sie zur Disziplin Schwimmen bei Olympia 2016 in Rio wissen müssen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Einen medaillenlosen Fehlstart wie in Athen 2004 und Peking 2008 soll es für die deutsche Olympia-Mannschaft in London nicht geben. “Diesmal wünschen wir uns am ersten Tag einen Erfolg“, sagte Chef de Mission Michael Vesper am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. “Das würde uns einen Push geben für die Spiele und die Sache leichter machen.“

London 2012: So sieht's im Olympiadorf aus

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Nach holprigem Start vor vier Jahren gab es ein Happy End mit 41 Edelplaketten und Platz fünf im Medaillenspiegel. “Die Stimmung ist super. Es ist eine Lust, mit den Sportlern zusammenzuarbeiten“, meinte Vesper, der sich durch den Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck eine “Zusatz-Motivation“ erwartet. Auf dem Reiseplan des Staatsoberhauptes standen der Besuch der Eröffnungsfeier und am Samstag Visiten im olympischen Dorf sowie das Daumendrücken bei Schwimmern und Turnern.

Für die Initialzündung könnten die Luftgewehr-Schützinnen Jessica Mager (Solingen) und Beate Gauß (Ammerbuch) am Samstag im ersten Olympia-Finale sorgen. “Mit dem Druck der ersten Medaille müssen wir umgehen können, denn wir sind international erfahren, die Abläufe sind immer gleich“, sagte die WM-Sechste Gauß. Zusätzlich half ihnen ein Mentaltrainer. Wie entscheidend die Psyche ist, musste Sonja Pfeilschifter leidvoll erfahren. 2000, 2004 und 2008 schoss die Münchnerin zum Olympia-Auftakt als Favoritin an der Medaille vorbei.

“Wir haben uns diesmal für diese Variante entschieden“, sagte Heiner Gabelmann, Sportdirektor des Deutschen Schützenbundes (DSB). Europameisterin Pfeilschifter fühlte sich düpiert, doch der Deutsche Olympische Sportbund gab dem DSB Rückendeckung. “Wir stehen hundert Prozent hinter der Entscheidung“, sagte DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank.

Besonders große Hoffnung setzt der DOSB am Samstag auf den WM-Dritten Paul Biedermann über 400 Meter Freistil und seine Freundin Britta Steffen, die die Freistil-Staffel im Aquatics Centre zu Gold führen soll. “Wenn ich eine Medaille holen könnte, wären es optimale Spiele“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin von 2008 aus Berlin.

Den goldenen Hieb will Nicolas Limbach am Sonntag mit dem Säbel landen. “Wenn ich verliere, wird es heißen, der Superfavorit hat es nicht geschafft“, sagte der Ex-Weltmeister aus Dormagen. “Wenn ich gewinne, ist es von allen erwartet. Von daher muss mich der Druck von Außen gar nicht interessieren.“ Weniger Last hat Carolin Golubytskyi, die von den deutschen Fechtern am Samstag als Erste und zudem als Einzelkämpferin auf die Planche muss: “Klar, allein ist es noch schwieriger. Aber alles ist machbar. Ich werde alles versuchen.“

Vollgas geben will auch André Greipel im Straßenrennen über 250 Kilometer. “Der Kurs ist schwer, aber machbar“, meinte der WM-Dritte aus Rostock. Sollte der Radprofi als einer der ersten Drei ins Ziel kommen, könnte ihm Queen Elizabeth zuwinken - Start und Ziel ist am Samstag vor dem Buckingham Palast. Mitfavoritin über 140 Kilometer der Frauen ist einen Tag später Judith Arndt, Olympia-Zweite von 2004.

Ihre “Mission Gold“ starten die Beachvolleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann. “Das ist ein Turnier wie jedes andere“, sagte Reckermann cool. Nach dem WM-Sieg 2009 sowie den EM-Titeln 2011 und 2012 baggern sie jetzt um den Olympiasieg. Auf eine Überraschung setzt Vesper bei den Volleyball-Männern, die neben den Hockey-Teams die einzigen deutschen Mannschaften in London sind: “In einem Zwölferfeld ist immer alles möglich.“ Erster Gegner ist am Sonntag Russland.

Mit Wehmut schaut Vesper derweil im Fernsehen auf die Bilder vom schon begonnenen olympischen Fußball-Turnier der Frauen und Männer, bei dem Deutschland gänzlich fehlt. “Schade, dass wir nicht dabei sind, in Rio de Janeiro wollen wir 2016 wieder mitspielen“, sagte er.

Die deutschen Medaillenchancen

SAMSTAG (12 Entscheidungen):

BOGENSCHIESSEN (1): Keine deutsche Männer-Mannschaft am Start.

FECHTEN (1): Carolin Golubytskyi aus Tauberbischofsheim hat mit dem Florett nur Außenseiterchancen. Die Olympia-Neunte von Peking 2008 ist die einzige Deutsche, da sich die Mannschaft nicht qualifiziert hat.

GEWICHTHEBEN (1): Keine deutsche Starterin in der Klasse bis 48 Kilogramm.

JUDO (2): Nur Außenseiterchancen hat Leichtgewichtler Tobias Englmaier in der Klasse bis 60 Kilogramm. In der untersten Frauen-Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm ist keine deutsche Starterin vertreten.

RADSPORT (1): Kommt es zum Massensprint beim Straßenrennen hat André Greipel beste Chancen. Topfavorit ist der Brite Mark Cavendish. Insgesamt sind fünf deutsche Fahrer am Start.

SCHIESSEN (2): Die WM-Fünfte Jessica Mager und die WM-Sechste Beate Gauß haben realistische Finalchancen und könnten die erste Medaille für Deutschland gewinnen

SCHWIMMEN (4): Für einen guten Start könnten Paul Biedermann und die Freistilstaffel um Britta Steffen sorgen. Über 400 Meter Freistil ist Gold für Chinas Schwimm-Wunder Sun Yang reserviert. Biedermanns Weltrekord wackelt. Steffen will als Startschwimmerin das Staffel-Quartett über 4 x 100 Meter nach vorn bringen.

SONNTAG (14 Entscheidungen):

BOGENSCHIESSEN (1): Keine deutsche Frauen-Mannschaft am Start.

GEWICHTHEBEN (2): Julia Rohde ist die beste deutsche Gewichtheberin, auf eine Medaille hat sie aber keine Chance. Sie will wie vor vier Jahren in Peking Siebte in der 53-Kilo-Klasse werden. In der 56-Kilo-Klasse der Männer ist kein Deutscher am Start.

FECHTEN (1): Säbel-Ass Nicolas Limbach startet als Weltranglistenerster mit Top-Ambitionen. Seine Dormagener Mitfechter Max Hartung und Benedikt Wagner können wohl nur bei einem guten “Lauf“ ganz vorn mitmischen.

JUDO (2): In der Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm kann Romy Tarangul bei ihrem zweiten Olympia-Start durchaus für eine Überraschung sorgen. In der Männer-Klasse bis 66 Kilogramm ist kein Athlet des Deutschen Judo-Bundes (DJB) am Start.

RADSPORT (1): Von den vier deutschen Frauen werden beim Straßenrennen Zeitfahr-Weltmeisterin Judith Arndt und Ina-Yoko Teutenberg die größten Chancen auf Edelmetall eingeräumt.

SCHIESSEN (2): Im Skeet der Frauen möchte die Olympia-Dritte von Peking, Christine Wenzel, ihren Medaillen-Coup wiederholen. Insgeheim gilt die dreimalige Weltmeisterin als Gold-Favoritin. Mit der Luftpistole rechnen sich Claudia Verdicchio-Krause und Munkhbayar Dorjsuren Finalchancen aus.

SCHWIMMEN (4): Keine reellen deutschen Medaillenchancen. Für die Brustschwimmer Hendrik Feldwehr und Christian vom Lehn wäre die Finalteilnahme über 100 Meter ebenso ein Erfolg wie für das Männer-Quartett über 4 x 100 Meter Freistil.

WASSERSPRINGEN (1): Ein deutsches Frauen-Duo hat sich nicht für den Synchron-Wettbewerb vom Drei-Meter-Brett qualifiziert.

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