"So eine Farce"

Athlet schießt gegen Hashtag-Verbot bei Olympia

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Sprinter Sven Knipphals (M.) drückt seinen Unmut über die Regel 40 aus.

München - Die Regel 40 der Olympischen Charta sorgt für Unmut: Sie enthält ein Hashtag-Verbot für nicht-olympische Sponsoren. Läufer Sven Knipphals äußert auf Facebook eine klare Haltung.

Dass die Olympioniken während der Spiele nur mit Einverständnis des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Werbeverträge abschließen dürfen, ist nicht neu. Das Hashtag-Verbot für alle Nicht-Sponsoren in der Regel 40 der Olympischen Charta aber schon.

Wer das Sportereignis nicht offziell sponsert, darf Hashtags wie #OlympischeSpiele oder #Rio2016 nicht im Zusammenhang mit werblichen Aktivitäten benutzen. Auch die Beiträge des IOC oder des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) dürfen nicht geteilt oder retweetet werden.

Heißt zum Beispiel: Der persönliche Sponsor eines Sportlers, der aber kein offzieller Partner des IOC ist, darf nicht auf dessen Erfolge aufmerksam machen. Ziel der Regel soll es laut DOSB sein, die Ausnutzung der Olympischen Spiele durch Nicht-Sponsoren zu unterbinden. Zu diesem Zweck hat der Verband eine ganze Liste mit verbotenen Hashtags raus gegeben.

Der deutsche Läufer Sven Knipphals drückt auf Facebook seinen Unmut über die Regel aus. "Auf diesen Teil von ****** (Olympia, Anm. d. R.) kann ich gut verzichten, mit Sport hat das nämlich gar nichts zu tun!" schreibt der Sportler. Die gelisteten Wörter ersetzt er in seinem Beitrag demonstrativ durch Sternchen. Er spricht aus, was viele denken: "weil es da ja um den Sport geht sollen damit bloß keine Sponsoren in Verbindung gebracht werden die nicht ordentlich Patte ans *** (IOC, Anm. d. R.) bezahlen. Ach ne, da steht eigentlich die sollen nicht vorm Sport ablenken... Sorry hatte ich vergessen."

Juristen rätseln derzeit, ob die Forderungen überhaupt durchsetzbar sind. Privatpersonen haben bei der Verwendung der Hashtags nichts zu befürchten. Einen ausführlichen Überblick, was (vermutlich) erlaubt ist, und was nicht, gibt netzpolitik.org.

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