De Grasse holt Silber

Bolt gewinnt auch 200 m - noch ein Gold zum Triple-Triple

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Usain Bolt kann neunfacher Olympiasieger werden.

Rio de Janeiro - Er hat es fast geschafft. Usain Bolt hat die 200 Meter gewonnen. Der Jamaikaner träumt weiter vom Triple-Triple. Silber holte sein ärgster Widersacher. 

Usain Bolt hat seinen Siegeszug auf dem Weg zur Legende in beeindruckender Manier fortgesetzt. Der Superstar sicherte sich bei den Olympischen Spielen in Rio völlig souverän seine zweite von drei möglichen Goldmedaillen. Mit persönlicher Jahresbestleistung von 19,78 Sekunden kürte sich der 29-Jährige als erster Sprinter der Geschichte zum dritten Mal in Serie zum Olympiasieger über 200 m.

Nachdem der US-Amerikaner Justin Gatlin überraschend im Halbfinale wegen Knöchelproblemen gescheitert war, holte sich der Andre de Grasse, Olympiadritter über 100 m aus Kanada (20,02), die Silbermedaille, Bronze ging an Christophe Lemaitre aus Frankreich (20,12). Seit der WM 2007 (Silber hinter Tyson Gay) vor neun Jahren hat Olympiasieger Bolt kein großes Finale mehr über seine erklärte Lieblingsstrecke, verloren. "Das ist mein Baby", sagt der Weltrekordler über die halbe Stadionrunde.

Bolt hatte schon über die 100 m triumphiert und peilt nun endgültig das Triple-Triple an: Den dritten Gold-Hattrick über 100 m, 200 m und 4x100 m nach 2008 und 2012. Mit dann neun Goldmedaillen würde er mit dem Finnen Paavo Nurmi (1920 bis 1928) und Carl Lewis aus den USA (1984 bis 1996) gleichziehen. Das Finale in der Staffel, Bolts letzter Auftritt auf der großen Bühne Olympia, steigt am Freitag (22.35 Uhr OZ/03.25 Uhr MESZ).

Bolt siegesgewiss und machte dann ernst

Bereits vor dem Rennen präsentierte sich Bolt siegesgewiss und völlig entspannt. Mit dicken Kopfhörern über seiner schwarzen Basecap tanzte und rappte er vor seinen "Gegnern". Bolt sang, Bolt warf die Hände durch die Luft, er hüpfte und wackelte mit den Hüften, scherzte mit seinem neuen Buddy de Grasse aus Kanada, breitete beim Betreten des Stadions die Arme aus - und dann machte er ernst: Und "Lightning Bolt", der Blitz, schlug wieder ein.

Schon über die 100 m (9,81) hatte der Mann aus Trelawny gezeigt, dass er in Rio nicht zu schlagen sein würde. Dabei hatte er während der Saison immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, die jamaikanischen Ausscheidungen hatte Bolt wegen Muskelbeschwerden abbrechen müssen. Erst nach einem Besuch bei seinem Lieblingsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, dem Arzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, waren die Probleme behoben. Und am Ende war es wie immer: Bolt gewann.

"Alles andere als drei Goldmedaillen wären eine Enttäuschung", hatte Bolt über seine Olympia-Mission nach dem Triumph über 100 m gemeint: "Jemand hat gesagt, ich kann unsterblich werden. Ich brauche noch zwei Goldmedaillen, dann kann ich's unterschreiben: Unsterblich!" Die Spiele in Rio hätten nur einen Zweck: Der Welt zu zeigen, dass er der "größte Sprinter der Geschichte" ist. Der nächste Schritt dahin ist getan.

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sid

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