Verstopften Klos, defekte Wasserleitungen

Miserable Zustände - Kritik an Olympischem Dorf

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Olympisches Dorf in Rio

Rio de Janeiro - Schlechter Start für Rio 2016: Bei der Eröfnnung des Olympischen Dorfes klagen Delegationen über miserable Zustände, einige weigern sich, hier einzuziehen. Viel Zeit zum Ausbessern bleibt nicht.

Zahlreiche Mängel im Olympischen Dorf haben für einen Fehlstart der Spiele in Rio de Janeiro gesorgt. Rund 500 Handwerker sollen nun in einem Wettlauf gegen die Zeit die Anlage, in der über 10 000 Sportler wohnen sollen, in einen akzeptablen Zustand versetzen. Australien weigerte sich, in die Unterkünfte einzuziehen. Es wurden Hotels in der Nähe des Olympiaparks im Stadtteil Barra gebucht - man will nun am Mittwoch prüfen, ob die Mängel von verstopften Klos bis defekten Wasserleitungen in dem Hochhauskomplex behoben worden sind.

Die „Vila dos Atletas“ war am Sonntag offiziell eröffnet worden - am 5. August werden die ersten Olympischen Spiele in Südamerika eröffnet. Es handelt sich um neu gebaute Hochhäuser, nach den Spielen sollen die Apartments verkauft werden. Das Organisationskomitee von Rio 2016 räumte die Probleme ein und versprach eine rasche Lösung.

„Wir brauchen keine Kängurus, wir brauchen Klempner“

Beschwerden soll es auch von Seiten Neuseelands und Großbritanniens gegeben haben. Australiens Delegationschefin Kitty Chiller kritisierte, es gebe Lecks an Leitungen, an einigen Stellen tropfe Wasser von der Decke, auf dem Boden würden sich Lachen neben Stromkabeln bilden. Aus der Delegation hieß es laut Medienberichten, solche Zustände so kurz vor Olympia habe man noch nicht erlebt.

Für zusätzlichen Ärger sorgten ironische Anmerkungen des Bürgermeisters von Rio. Damit sich die Australier wohl fühlten, könne man sogar Kängurus besorgen, sagte Eduardo Paes vor Journalisten. „Wir brauchen keine Kängurus, wir brauchen Klempner“, entgegnete später laut dem Nachrichtenportal „UOL“ ein australischer Sprecher.

Das Olympische Dorf liegt im wohlhabenderen Stadtteil Barra da Tijuca im Westen Rios, 1,5 Kilometer vom Olympiapark mit den meisten Sportstätten entfernt. Mehr als 10 000 Athleten aus aller Welt sollen in dem Komplex mit 31 Hochhäusern während der ersten Spiele in Südamerika wohnen, dazu kommen Trainer, Betreuer und Ärzte. In der Spitze wird mit rund 18 000 Bewohnern gerechnet. Es gibt 3604 Apartments. Die Spiele finden vom 5. bis 21 August statt.

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