Castro nicht dabei

WM-Quali: Löw nominiert drei Rückkehrer

+
Bundestrainer Jogi Löw hat Jerome Boateng (r.) sowie Ilkay Gündogan in den DFB-Kader für die anstehenden WM-Quali-Spiele berufen.

Hamburg - Mit den zuletzt verletzten Rückkehrern Jerome Boateng, Mario Gomez und Ilkay Gündogan geht das DFB-Team in die wegweisenden WM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien und Nordirland.

Update vom 9. Oktober 2016: In der Gruppe A der WM-Qualifikation zu Russland 2018 könnten sich am Montag zwei traditionelle Favoriten gegenseitig schwächen. Setzen sich die Holländer an die Spitze oder die Franzosen? Hier lesen Sie, wie Sie das Qualifikationsspiel Niederlande - Frankreich live im Free-TV und im Live-Stream ansehen können.

Er ist der Pechvogel der Nationalmannschaft - nun kehrt Ilkay Gündogan in den Kreis der deutschen Fußball-Elite zurück. Nach 322 Tagen Leidenszeit berief Joachim Löw den Neu-Engländer erstmals wieder in seinen Kader. Darüber freue er sich „besonders“, betonte der Bundestrainer am Freitag. Der im Sommer für 27 Millionen Euro zu Manchester City gewechselte Mittelfeldspieler Gündogan gehört zum 22-köpfigen Aufgebot für die beiden anstehenden WM-Qualifikationsspiele - nach dem Abschied von Bastian Schweinsteiger ein klares Zeichen.

Nach längeren Pausen stehen auch der Neu-Wolfsburger Mario Gomez, der Münchner Jérôme Boateng und der Hoffenheimer Sebastian Rudy für die Partien gegen Tschechien am 8. Oktober in Hamburg und drei Tage später in Hannover gegen Nordirland wieder im Kader. Der Dortmunder André Schürrle dagegen fällt wegen einer Knieverletzung wie schon zum Saisonstart aus. Der Weltmeister hat sich erneut eine Innenbandverletzung zugezogen.

Überraschungen blieben bei Löws jüngster Auswahl aus. Dortmunds Trainer Thomas Tuchel war „zu hundert Prozent“ davon ausgegangen, dass der derzeit starke Gonzalo Castro nach neun Jahren wieder eine Einladung bekommt. Tuchel sprach von „einer großen Enttäuschung“.

„Diese beiden Heimspiele sind sehr wichtig für uns. Nachdem wir in Norwegen gut in die Qualifikation gestartet sind, wollen wir auch die nächsten Spiele gewinnen und die Tabellenführung in unserer Gruppe behaupten“, erklärte Löw. Dem 25 Jahre alten Gündogan, der in seinen bisherigen 16 Länderspielen vier Tore markierte, traut der Bundestrainer schon seit längerer Zeit eine Führungsrolle in seinem Team zu. Doch wegen Verletzungen musste der Ex-Dortmunder sowohl für die WM 2014 als auch für die EM 2016 passen.

Gündogan soll in Schweinsteigers Fußstapfen steigen

Nach dem Karriereende von Bastian Schweinsteiger könnte der Stratege Gündogan auf dem Weg zur angestrebten Titelverteidigung 2018 in Russland nun im zentralen Mittelfeld entscheidende Impulse setzen. Sein bisher letzten Länderspiel hatte er am 13. November 2015 in Frankreich bestritten: Eine Fußprellung und eine Luxation der Kniescheibe verhinderten weitere Einsätze.

Nach dem erfolgreichen Auftakt mit dem 3:0-Sieg in Oslo sind auch die Youngster Max Meyer und Julian Brandt wieder mit dabei. Auf einen weiteren Neuling verzichtet Löw. Jonathan Tah, Niklas Süle und Leroy Sané zählen nach Rücksprache mit DFB-Sportdirektor Hansi Flick und Trainer Stefan Kuntz „dieses Mal zum Aufgebot der U 21“, informierte der Bundestrainer. Sie sind aber weiter im Blickfeld.

Gomez und Boateng hatten sich bei der EM im Sommer verletzt, inzwischen sind beide wieder im Spielrhythmus. Rudy war vor dem Turnier in Frankreich aus dem Kader gestrichen worden. Verzichten muss der DFB-Chefcoach noch immer auf die verletzten Marco Reus (Borussia Dortmund) und Antonio Rüdiger (AS Rom). Emre Can war beim FC Liverpool nach einer Kapselverletzung gerade erst wieder in den Wettkampfbetrieb zurückgekehrt.

„Gerade die Spieler, die zu unserem Stamm gehören, haben in den vergangenen Wochen mit ihren Vereinen national und international wieder Rhythmus aufgenommen. Auf diese Spieler setzen wir in der jetzigen Phase, sie wissen, was wir von ihnen erwarten“, bemerkte Löw. Die nächsten Gegner Tschechien und Nordirland hatten sich am ersten Spieltag der Ausscheidungsrunde für die WM 2018 in Russland 0:0 getrennt. Am kommenden Mittwoch wird Löw seine Mannschaft in Hamburg für die Vorbereitung versammeln.

Tuchel: Löws Verzicht auf Castro "eine große Enttäuschung"

Trainer Thomas Tuchel von Borussia Dortmund hat den erneuten Verzicht des Fußball-Bundestrainers Joachim Löw auf eine Nominierung des BVB-Profis Gonzalo Castro mit "großer Enttäuschung" aufgenommen.

"Ich bin zu 100 Prozent davon ausgegangen, dass er nominiert wird, weil seine Leistungen über einen längeren Zeitraum auf sehr hohem Niveau so herausragend gut sind, dass ich mir komplett sicher war", sagte Tuchel vor dem Ligaspiel bei Bayer Leverkusen am Samstag (18.30 Uhr/Sky). "Es ist eine große Enttäuschung, das jetzt zu hören."

Castro hatte das letzte seiner fünf A-Länderspiele am 21. November 2007 gegen Wales (0:0) in Frankfurt absolviert. Seitdem wartet er auf eine zweite Chance in der Nationalmannschaft.

Der 29-Jährige sei "ein sehr beliebter Spieler in der Mannschaft, weil er eine große Empathie hat, weil er eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt und das verbindet mit ganz viel Qualität", sagte Tuchel. "Er ist wahnsinnig professionell, es ist ein Traum, einen solch belastbaren Spieler zu haben, der immer zur Verfügung steht, diese hohen Belastungen auch braucht, um das Beste aus sich herauszuholen, und sie auch erträgt. An ein Training ohne Gonzo kann man sich gar nicht erinnern. Er ist immer da."

Das Aufgebot gegen Tschechien und Nordirland:

Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona)

Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München), Jonas Hector (1. FC Köln), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels (Bayern München), Joshua Kimmich (Bayern München), Shkodran Mustafi (FC Arsenal), Sebastian Rudy (1899 Hoffenheim)

Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Julian Draxler (VfL Wolfsburg), Mario Gomez (VfL Wolfsburg), Mario Götze (Borussia Dortmund), Ilkay Gündogan (Manchester City), Sami Khedira (Juventus Turin), Toni Kroos (Real Madrid), Max Meyer (Schalke 04), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (FC Arsenal), Kevin Volland (Bayer Leverkusen), Julian Weigl (Borussia Dortmund)

SID/dpa

Kommentare