Deutschland - Tschechien

Weltmeister will Gegner einschüchtern: Gruppensieg das klare Ziel

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Kapitän Manuel Neuer und Rückkehrer Ilkay Gündogan bei der Pressekonferenz in Hamburg.

Hamburg - Nach der holprigen EM-Qualifikation will der Weltmeister auf dem Weg nach Russland durchstarten - und gegen die Topgegner ein Zeichen setzen.

Bloß nicht wieder Schwächen zeigen: Nach der holprigen EM-Qualifikation will die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die Gegner auf dem Weg zur WM 2018 in Russland mit einer Machtdemonstration sofort einschüchtern. "Wir wollen die Qualifikation souverän weiterführen und unsere Klasse demonstrieren. Richtung WM 2018 wollen wir weiter wachsen und zeigen, dass wir die stärkste Mannschaft der Welt sein wollen", sagte Teammanager Oliver Bierhoff vor den wegweisenden Spielen gegen die wohl härtesten Konkurrenten Tschechien am Samstag in Hamburg und Nordirland drei Tage später (beide 20.45 Uhr/RTL) in Hannover.

Gruppensieg ist das Ziel

Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Qualifikation hat die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) durch das lockere 3:0 zum Auftakt in Oslo gegen Gastgeber Norwegen geschaffen, nun soll in den beiden Heimspielen nachgelegt werden. "Wir haben das klare Ziel, Gruppenerster zu werden", sagte Kapitän Manuel Neuer.

Nicht nur der Torhüter erinnert sich ungern an die steinige Qualifikation zur EURO nach Frankreich. Nach drei Spielen hatte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw lediglich vier Punkte auf dem Konto und musste lange um das direkte EM-Ticket bangen. Auf dem Weg nach Russland will der Weltmeister in einem "heißen Herbst" (Bierhoff) richtig durchstarten - zumal sich für die WM nur der Gruppensieger direkt qualifiziert. "Wir haben zwei wichtige Spiele vor der Brust und wollen sechs Punkte holen", formulierte Neuer das klare Ziel mit Nachdruck in der Stimme. Dennoch machte er dabei einen gelösten Eindruck. 

Das Selbstvertrauen beim EM-Halbfinalisten ist groß - auch, weil durch Ilkay Gündogan nach fast einjähriger Verletzungspause weitere Qualität hinzukommt. Die zuletzt offenbarte und von Löw deutlich angesprochene Abschlussschwäche soll gegen die Tschechen und Nordiren ausgeräumt werden. Man wisse allerdings, betonte Neuer, wie schwer es sei, gegen solch tief stehende Mannschaften Tore zu erzielen. Daher bat er das Publikum um Geduld: "Natürlich wollen wir guten Fußball zeigen. Das Wichtigste ist aber der Sieg, es geht um Zählbares."

Gomez wird schmerzlich vermisst

Nach dem kurzfristigen Ausfall von Stoßstürmer Mario Gomez stehen Löw in Thomas Müller, Mario Götze und Kevin Volland noch drei Angreifer zur Verfügung. Ihr gemeinsames Problem: Nach sechs Bundesligaspielen haben sie noch keinen Treffer erzielt. "Wir benötigen zu viele Schüsse für ein Tor. Die Chancenverwertung ist auch eine Sache der Konzentration im Abschluss und der Mentalität", sagte Löw und kündigte an, in den Trainingseinheiten bis zum Spiel gegen die Tschechen den Schwerpunkt Torabschluss zu setzen.

Trotz des großen Umbruchs bei den Tschechen nach dem EM-Vorrundenaus zeigt Löw Respekt vor dem Europameister von 1976. "Das wird unser härtester Konkurrent in der Gruppe sein. Sie haben gute Individualisten", sagte der 56-Jährige, und auch Neuer sieht Tschechien "vom Papier her als den stärksten Gegner in der Gruppe".

Angesichts der Sturm-Misere forderte Neuer, dass Flexibilität und Ideen in der Offensive, um den Gegner zu überraschen. Dieser Überraschungseffekt fehlte bisweilen in der EM-Qualifikation. Jetzt soll alles besser werden - und gleich mal ein Ausrufezeichen her.

Ausverkauftes Stadion in Hamburg

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) rechnet für das WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien am Samstag in Hamburg mit einem ausverkauften Volksparkstadion. Rund 50.000 Tickets sind verkauft, "es gibt nur noch wenige Restkarten", sagte Pressesprecher Jens Grittner am Donnerstag. Für die Begegnung gegen Nordirland am Dienstag (beide 20.45 Uhr/RTL) in Hannover sind bisher 34.000 Tickets abgesetzt worden.

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung: Neuer - Kimmich, Boateng, Hummels, Hector - Kroos, Khedira - Müller, Özil, Draxler - Götze.

SID

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