Fanclub verspricht besondere Choreografie

"Servus, Basti": Schweinsteigers Abschied vom DFB-Team

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Bastian Schweinsteiger verabschiedet sich am Mittwoch aus der DFB-Elf.

Manchester - Servus, Basti! Kapitän Bastian Schweinsteiger feiert am Mittwoch gegen Finnland seinen Abschied aus der Nationalmannschaft.

Der Fanclub verspricht eine besondere Choreografie und am Ende wird wohl die eine oder andere Träne fließen. Eigentlich wollte sich Bastian Schweinsteiger im Länderspiel gegen Finnland am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) nur aus der Nationalmannschaft verabschieden. Doch plötzlich ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Partie unter dem Motto "Servus, Basti" gar sein letztes Spiel überhaupt auf der europäischen Fußball-Bühne ist.

Denn die Karre ist ganz schon verfahren. José Mourinho, Teammanager von Manchester United, stellte noch einmal klar, dass es der von ihm aussortierte Schweinsteiger "sehr schwer haben wird, zu spielen". Und Schweinsteiger stellte unbeeindruckt vom Interesse von Juventus Turin und Paris St. Germain klar, dass Manchester "mein letzter Klub in Europa sein wird".

So erspart sich der 32-Jährige zumindest unnötige Diskussionen während seines Deutschland-Aufenthaltes. Das Transferfenster schließt am 31. August - also dem Spieltag - nämlich nur für die meisten Länder in Europa. In die USA oder nach China könnte Schweinsteiger noch später wechseln. New York soll bei ihm und Ehefrau Ana Ivanovic hoch im Kurs stehen.

In Manchester ist er derzeit zum Maskottchen degradiert. Vor dem ersten Saisonspiel stellte er in Tribünenfoto in die sozialen Netzwerke. Bei jedem Spiel twittert er fleißig Mutmacher für seine Kollegen. "Good luck, guys" heißt es vorher, "well done, guys" danach. Denn auch ohne den Deutschen hat United die ersten drei Saisonspiele allesamt gewonnen.

Die Botschaft an Mourinho ist klar: Schweinsteiger will sich nicht mürbe machen lassen. Dennoch wird er es genießen, am Mittwoch wieder auf dem Platz stehen zu dürfen. In seinem 121. und letzten Länderspiel wird er noch einmal an der Seite von Manuel Neuer, Thomas Müller oder Toni Kroos spielen, seinen langjährigen Teamkollegen bei Bayern München und im DFB-Team. Sollte es einen Elfmeter für Deutschland geben, wird er ihn vielleicht schießen dürfen.

Und irgendwann kurz vor Schluss wird die Nummer 7 am Spielfeldrand aufleuchten, die Zuschauer im Borussia-Park werden sich erheben, Schweinsteiger erst die Spielführerbinde an Neuer übergeben und dann klatschend und gerührt vom Spielfeld gehen. Das wird es dann gewesen sein. Nach zwölf Jahren im Nationalteam, nach "Poldi und Schweini" beim "Sommermärchen" 2006, einem heroischen Auftritt als unverwüstlicher Krieger im WM-Finale 2014 und zwei unglücklichen Jahren als Spielführer mit dem ungeschickten Handspiel im EM-Halbfinale gegen Frankreich (0:2). Das wird nun zumindest nicht der Abschluss gewesen sein.

Danach wird Schweinsteiger wieder auf die Tribüne des Old Trafford zurückkehren. Mourinho zählte in Paul Pogba, Ander Herrera, Morgan Schneiderlin, Marouane Fellaini und Michael Carrick dieser Tage gleich fünf Spieler auf, die im Kampf um die beiden Sechser-Positionen vor dem Bayern stehen. Und sagte sarkastisch: "Ich dachte, die Leute von Bayern München kommen nach Manchester und holen Schweinsteiger ab."

Doch daran hatten die Bayern kein Interesse. Zumindest nicht am Spieler Schweinsteiger. Eine Funktion nach der Karriere beim FC Bayern - wo in Uli Hoeneß sein väterlicher Förderer auf den Präsidentenstuhl zurückkehren wird - scheint möglich. Ebenso beim DFB. Doch erstmal wird Schweinsteiger sich verabschieden.

SID

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