Über drei Monate nach EM-Aus

Der Dribbler fehlt: Rückkehr von Reus verzögert sich weiter

+
Marco Reus.

Warschau - Nach dem Bundesliga-Auftakt geht auch Borussia Dortmunds Start in der Champions League ohne Marco Reus über die Bühne. Wann der Pechvogel zurückkehrt, ist weiter ungewiss.

Marco Reus ruft Pierre-Emerick Aubameyang an und witzelt am Telefon mit dem Gabuner über dessen Fähigkeits-Bewertungen in einem Fußball-Computerspiel. In dem Video auf seinem Instagram-Account ist Reus gut gelaunt, doch viel lieber würde er mit Aubameyang wieder für Vizemeister Borussia Dortmund auf dem Platz stehen und Doppelpässe spielen.

Doch wann der große Pechvogel der Nationalmannschaft auf den Rasen zurückkehrt, ist weiter ungewiss. Dabei ist es bereits dreieinhalb Monate her, als Bundestrainer Joachim Löw das überraschende EM-Aus für den angeschlagenen Reus verkündet hatte.

Rückkehr-Zeitpunkt nicht absehbar

Ein Einriss des Adduktoren-Ansatzes sorgte dafür, dass der 27-Jährige nach der WM-Endrunde 2014 in Brasilien auch die EURO in Frankreich verpasste. Als Gerüchte aufkamen, Reus falle womöglich auch für die gesamte Hinrunde der neuen Bundesliga-Saison aus, wetterte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: "Das ist natürlich ein hanebüchener Unsinn. Wir gehen davon aus, dass er wahrscheinlich am dritten Spieltag zur Verfügung steht."

Davon ist nun keine Rede mehr, auch Watzke will sich bezüglich des Zeitpunkts für die Reus-Rückkehr nicht mehr aus dem Fenster lehnen. "Ich kann es seriös nicht beantworten", sagte der BVB-Boss vor dem Abflug der Westfalen zum Champions-League-Auftakt am Mittwochabend beim polnischen Meister Legia Warschau. Reus wird wohl noch mehrere Wochen fehlen.

Auch Trainer Thomas Tuchel wagt keine Prognose, aber seine Aussagen zum Trainingsumfang seines Angreifers klingen nicht gerade optimistisch: "Die Rehaphase ist so, dass es von den linearen Bewegungen zu den Richtungswechseln übergeht." Dies geschehe jedoch "sehr, sehr dosiert" und "sehr, sehr wenig mit dem Ball".

Noch immer nicht beschwerdefrei

Sein letztes Tor hatte Reus am 21. Mai im verlorenen Pokalfinale gegen Bayern München erzielt, als er trotz Schmerzen 120 Minuten durchgehalten und im Elfmeterschießen auch getroffen hatte. Reus wollte unbedingt endlich einen Pokal in den Händen halten, doch womöglich hat er diesen Einsatz teuer bezahlt. "Leider ist eine Verletzung an den Adduktoren im DFB-Pokal-Endspiel wieder aufgebrochen und hat sich im Laufe des Spiels immer weiter verschlimmert", sagte Reus damals.

Die BVB-Bosse geben ihm die Zeit, die er zur vollständigen Genesung braucht. "Es stellt sich so dar, dass sich Marco noch nicht so fühlt, dass er komplett beschwerdefrei ist", sagte Sportdirektor Michael Zorc. Durch die Transfers von André Schürrle, Ousmane Dembelé, Mario Götze und Emre Mor ist Dortmund im offensiven Mittelfeld zwar nicht mehr so abhängig wie früher von Reus' Geniestreichen, doch in Topform ist der schnelle und trickreiche Nationalspieler unverzichtbar.

Unmittelbar nach seinem EM-Aus schickte Reus via Facebook, Twitter und Co. ein Versprechen an seine Fans: "Ich werde wiederkommen!" Nur wann das sein wird, ist eben weiter ungewiss.

sid

Kommentare