Ab sofort

Hammer! Sammer und FC Bayern trennen sich

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Nach Angaben der Sport Bild gehen der FC Bayern München und Sportvorstand Matthias Sammer ab sofort getrennte Wege.

München - Was für ein Hammer! Der FC Bayern München und Sportvorstand Matthias Sammer gehen ab sofort getrennte Wege.

Update vom 10. Juli: Insider wundern sich nicht: Darum ist das Aus von Matthias Sammer beim FC Bayern München ein logischer Schritt.

Der Sportvorstand war 2012 zum FC Bayern gekommen und hatte mit den Münchnern seither zahlreiche Erfolge gefeiert, unter anderem das historische Triple 2013.

Noch ist unklar, warum der FC Bayern und Matthias Sammer getrennte Wege gehen.

Die "Sport Bild" vermeldet am Sonntagnachmittag: "In einem Gespräch mit Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge soll Sammer in den letzten Tagen um Auflösung seines bis 2017 laufenden Vertrages gebeten haben. Weder der FC Bayern noch Sammer selbst waren zu einer Stellungnahme bereit."

Im April diesen Jahres war bekannt geworden, dass Sammer eine Durchblutungsstörung im Gehirn erlitten hatte. Seither hatte der 48-Jährige sein Amt beim Rekordmeister ruhen lassen. Ein Termin für seine Rückkehr war bis dato noch nicht genannt worden.

Nach Informationen des Senders Sport1 soll Matthias Sammer bereits eine Auflösungs-Vereinbarung unterzeichnet haben. "Die Trennung soll im beiderseitigen Einvernehmen und sehr respektvollen Umgang über die Bühne gegangen sein."

Wie die "Bild"-Zeiung berichtet, haben sich der FC Bayern und Matthias Sammer auf eine Abfindung geeinigt, "so dass einem neuen Engagement nichts im Wege steht". Wie die Boulevardzeitung erfahren haben will, hat die Trennung vom FC Bayern nichts mit Sammers Erkrankung zu tun.

Die Nachrichtenagentur "Sport-Informationsdienst" (sid) meldet hingegen: "Er soll noch nicht wieder bereit sein, ins Fußball-Geschäft zurückzukehren."

Eine etwas andere Interpretation des Sammer-Aus bietet der "Kicker". Nach Informationen der Sportzeitung soll der Sportvorstand des FC Bayern keine Lust mehr auf seinen Job haben. "Gegenüber Vertrauten hatte sich Sammer, der vor der Saison 2012/13 angestellt wurde, schon vor seiner Erkrankung grüblerisch und amtsmüde geäußert. Daran hat sich nichts geändert." 

Zuletzt war Matthias Sammer am 22. Juni bei der Eröffnung von Kellersports in München öffentlich aufgetreten. Damals präsentierte er sich gut gelaunt, scherzte mit den Gästen und nahm sich Zeit für Foto- und Autogrammwünsche. Unter anderem posierte er mit Nikita Stromberg von der gleichnamigen Catering-Firma von DFB-Koch Holger Stromberg und Simone Ballack.

Matthias Sammer: Sein Zoff mit Uli Hoeneß

Im März war es zu einem spektakulären Zoff zwischen Matthias Sammer und dem ehemaligen Präsidenten Uli Hoeneß gekommen.  Hoeneß hatte Sammer mit Aussagen zum Triple-Wunsch von Trainer Pep Guardiola in Aufruhr versetzt

Los ging es, als Hoeneß in einer Laudatio auf Jupp Heynckes sagte: "Pep Guardiola, der dieses Triple auch unbedingt gewinnen will“ – damit machte er klar, dass Guardiola aus seiner Sicht sehr wohl am internationalen Erfolg gemessen werde, was für einen Verein wie den FC Bayern auch nicht abwegig ist.

Umgehend kanzelte Sammer die Aussage von Uli Hoeneß als "dummes Zeug" ab. Er stellte klar: "Ich bin Sammer, und das andere sagt Uli Hoeneß. Ich bin jeden Tag mit Pep zusammen, und ich kann das nicht bestätigen. Das stimmt einfach nicht.“

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge schlichtete damals den Streit zwischen Uli Hoeneß und Matthias Sammer.

Nach Trennung von Matthias Sammer: Wie geht es beim FC Bayern weiter?

Zuletzt äußerte sich Hoeneß im April öffentlich zu Matthias Sammer. Damals kamen Gerüchte auf, dass der Ex-Präsident eine Vertreterrolle des erkrankten Matthias Sammer übernehmen könne. So hatte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer vorgeschlagen, dass der langjährige Manager den Sportvorstand kurzfristig ersetzen könnte.

Daraufhin stellte Uli Hoeneß bei der Eröffnung einer Sonderausstellung in der Erlebniswelt des Bayern-Stadions klar, dass er keinesfalls für Sammer in die Bresche springen werde. "Das war nie ein Thema und ist auch kein Thema“, sagte Hoeneß. Außerdem sei ein Ersatz für Sammer im Moment gar nicht nötig, meinte der 64-jährige Hoeneß: „Die Führung der Mannschaft ist in guten Händen. Ich werde immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Aber Matthias braucht derzeit keinen Ersatzmann. Die Leute im Verein um die Mannschaft herum machen das gut.“

Ein anderes Thema ist die Rückkehr von Uli Hoeneß ins Präsidentenamt beim FC Bayern. Am Sonntag vermeldete der sid: "Mit Spannung wird nun die Entscheidung von Uli Hoeneß erwartet, wie es mit ihm beim FC Bayern weitergeht. Alles andere als eine Präsidentschaftskandidatur im Herbst wäre aber eine Überraschung."

Matthias Sammer: Mögliche Konflikte mit Uli Hoeneß durch Trennung kein Thema mehr

Erst in der vergangenen Woche war auf tz.de zu lesen: "Uli Hoeneß wird zurückkommen, das scheint so sicher wie das Amen in der Kirche. Der FC Bayern ist seine zweite Familie, sein Lebenswerk, von dem er trotz der jüngsten persönlichen Rückschläge nicht lassen kann. An der Säbener Straße werden ihm Profis, Fans und Funktionäre den roten Teppich ausrollen und sich über seine Rückkehr freuen. Einzig die Beziehung zu Matthias Sammer birgt ein gewisses Konfliktpotenzial, was aber durchaus auch befruchtend für den Verein sein kann. Einzige Voraussetzung: Die Streitigkeiten, so es sie denn geben wird, bleiben unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit verborgen." Letzterer Punkt hat sich nach dem Aus von Matthias Sammer beim FC Bayern München erledigt.

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