Weil er nicht eingewechselt wurde

Copa: Suarez tickt aus und wütet gegen eigenen Coach

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Luis Suarez (l.) ließ seinem Frust freien Lauf.

Philadelphia - Starstürmer Luis Suarez vom FC Barcelona hat beim Aus von Rekordsieger Uruguay bei der Copa America für einen Eklat gesorgt.

Stürmerstar Luis Suarez wütete auf der Auswechselbank. Sein Team, Rekordchampion Uruguay, ist nach dem 0:1 gegen Venezuela bei der Copa America Centenario vorzeitig ausgeschieden. Fußball-Trainer Oscar Tabarez verwehrte dem angeschlagenen Barcelona-Profi die erhoffte Einwechslung, was dieser mit einem Faustschlag an die Plexiglasscheibe quittierte. In der Vorrunden-Gruppe C ist auch Winfried Schäfer nach dem 0:2 gegen Mexiko mit Jamaika nicht mehr dabei.

Der deutsche Coach musste die zweite Turnierniederlage seiner Reggae Boyz von der Tribüne aus verfolgen. Die Disziplinarkommission hatte ihn nach dem 0:1 zum Auftakt gegen Venezuela wegen „verantwortungslosen Verhaltens“ gesperrt. Schäfer war in der Halbzeitpause auf den Schiedsrichter zugegangen, um sich wegen des Platzverweises gegen seinen Spieler Rodolph Austin zu beschweren. Der 66-Jährige wurde daraufhin auf die Tribüne geschickt.

Suarez hätte gar nicht spielen dürfen

Tatenlos war auch Suarez, der sich am 22. Mai im letzten Spiel für den spanischen Meister FC Barcelona eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte. Er lief sich in der zweiten Halbzeit in Philadelphia warm und hoffte auf einen Einsatz. Der 15-malige Copa-Gewinner Uruguay lag seit der 36. Minute 0:1 gegen Venezuela hinten. Als Trainer Tabarez in der 80. Minute jedoch als letzten Einwechselspieler Mathias Corujo für Alvaro Gonzalez in die Partie brachte, tickte Suarez aus. Neben dem Faustschlag warf er enttäuscht sein pinkes Aufwärmleibchen weg und kickte seine Schuhe auf den Rasen.

Was er scheinbar nicht wusste: Er war zwar umgezogen, aber auf dem Spielberichtsbogen gar nicht als spielberechtigter Akteur gemeldet. „Wir wollen Suarez, wenn er fit ist“, betonte Tabarez, der wohl auch im bedeutungslos gewordenen dritten Gruppenspiel gegen Jamaika auf den 29-Jährigen verzichten wird.

Bereits für das Viertelfinale können nach jeweils zwei Siegen Mexiko und Venezuela planen - beide müssen nur noch untereinander den Gruppensieger ausspielen. Der Leverkusener Chicharito köpfte in Pasadena gegen Jamaika das 1:0, Oribe Peralta schoss den zweiten Treffer (81.). Mexiko gelang vor 83 263 Zuschauern der elfte Sieg in Serie. Das Team ist zudem seit nunmehr 21 Spielen unbesiegt. Venezuela konnte erstmals in der Copa-Geschichte zweimal nacheinander gewinnen.

dpa/sid

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