Weg ins Finale "Minenfeld"

Löw freut sich auf K.O.-Phase: "Gegner muss auch mal was tun"

+
Bundestrainer Joachim Löw freut sich auf das Achtelfinale.

Paris - Die Vorrunde ist vorbei, jetzt geht für Weltmeister Deutschland das Turnier erst richtig los. Bundestrainer Jogi Löw glaubt, dass sich die Strategie der Gegner ändern wird.

Zudem könnte Löw ähnlich wie auf dem Weg zum WM-Titel 2014 mit leichter Verspätung seine Formation gefunden haben. Ob seine Veränderungen von Dauer sein werden, wollte er nicht verraten. Doch Gomez als Knipser und Kimmich als Flankengeber waren Elemente, die der Mannschaft gefehlt haben. Letzteren lobte gar der von ihm verdrängte Weltmeister Benedikt Höwedes: "Joshua hat klasse gespielt. Es war genau die richtige Entscheidung vom Coach, ihn zu bringen."Gott sei Dank, der Krampf ist fast vorbei! Nach der souveränen, aber auch zähen Vorrunde gegen ultradefensive Gegner freut sich Weltmeister Deutschland auf den Beginn der heißen Turnier-Phase mit prickelnden Alles-oder-nichts-Spielen. Denn jetzt geht die EURO erst richtig los! Zwar hat Deutschland nach dem Gruppensieg durch das 1:0 (1:0) gegen Nordirland auf dem Weg ins Finale das "Minenfeld" erwischt. Doch ein mögliches Viertelfinale gegen Angstgegner Italien oder Titelverteidiger Spanien sowie ein Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich wären für Bundestrainer Joachim Löw Festtage: "Das sind für mich die tollsten Spiele!"

"Ab jetzt muss der Gegner irgendwann auch mal was tun"

Zuvor muss im Achtelfinale am Sonntag (18.00) in Lille die Hürde Slowakei genommen werden. "Wir haben Ende Mai in Augsburg 1:3 gegen sie verloren. Wir wissen, was auf uns zukommt", sagte der Bundestrainer. Er erwartet noch einmal einen defensiven Gegner, doch wenigstens schon unter anderen Vorzeichen: "Ab jetzt muss der Gegner irgendwann auch mal was tun. Denn sonst fährt er nach Hause. Deshalb freue ich mich auf die K.o.-Runde."

Seine Spieler ließ der 56-Jährige dafür erstmal durchschnaufen. Am Mittwoch standen "Regeneration am und im Pool" auf dem Programm sowie ein freier Nachmittag - an dem der glücklose Thomas Müller nach einem Pfosten- und Lattenschuss gegen Nordirland auch noch eine Niederlage im Basketball hinnehmen musste. Der Donnerstag ist komplett frei. "In der K.o.-Phase entscheiden nun kleinste Fehler darüber, ob wir nach Hause fahren oder in die nächste Runde einziehen", sagte Löw: "Da war uns wichtig, vor dem Achtelfinale am Sonntag den Spielern noch mal eine Ruhepause und zusätzliche Gelegenheit zur individuellen Regeneration zu geben."

"Damit kann man nicht spaßen"

Die Vorrunden-Spiele waren beschwerlich, denn die drei Gegner haben wenig bis nichts getan. Dabei offenbarte der Weltmeister in der ersten gegentorlosen Turnier-Vorrunde seit 20 Jahren - damals stand am Ende der bis heute letzte EM-Titel - in jedem Spiele neue Stärken und Schwächen. Gegen die Nordiren zeigte das DFB-Team in der ersten Halbzeit mit dem unbekümmerten Frischling Joshua Kimmich, dem aufblühenden Künstler Mesut Özil und dem sich gegen "Abwehr-Ochsen" reinhauenden Mittelstürmer Mario Gomez teilweise Zauber-Fußball. Trotz 28:2 Torschüssen musste es aber bis zur letzten Minute um den Sieg bangen. "Das geht nicht! Damit kann man nicht spaßen", schimpfte Löw: "Wir müssen auch mal das Tor treffen. Wir hätten zur Halbzeit 3:0 oder 4:0 führen können oder müssen. Dann hätten wir auch den einen oder anderen Spieler schonen können." So musste der zur Halbzeit angeschlagene Abwehrchef Jerome Boateng bis zur 75. Minuten durchhalten. Seine Wadenverletzung ist aber bereits rückläufig, teilte der DFB am Mittwochnachmittag mit.

Die heißesten Fans der EM: Noch weniger Stoff als bei ihr

Von sexy bis skurril: Fan-Fotos von der EM 2016

Die Vorrunden-Spiele waren beschwerlich, denn die drei Gegner haben wenig bis nichts getan. Dabei offenbarte der Weltmeister in der ersten gegentorlosen Turnier-Vorrunde seit 20 Jahren - damals stand am Ende der bis heute letzte EM-Titel - in jedem Spiele neue Stärken und Schwächen. Gegen die Nordiren zeigte das DFB-Team in der ersten Halbzeit mit dem unbekümmerten Frischling Joshua Kimmich, dem aufblühenden Künstler Mesut Özil und dem sich gegen "Abwehr-Ochsen" reinhauenden Mittelstürmer Mario Gomez teilweise Zauber-Fußball. Trotz 28:2 Torschüssen musste es aber bis zur letzten Minute um den Sieg bangen. "Das geht nicht! Damit kann man nicht spaßen", schimpfte Löw: "Wir müssen auch mal das Tor treffen. Wir hätten zur Halbzeit 3:0 oder 4:0 führen können oder müssen. Dann hätten wir auch den einen oder anderen Spieler schonen können." So musste der zur Halbzeit angeschlagene Abwehrchef Jerome Boateng bis zur 75. Minuten durchhalten. Seine Wadenverletzung ist aber bereits rückläufig, teilte der DFB am Mittwochnachmittag mit.

"Jetzt glaubt keiner, dass wir den Fußball erfunden haben"

Dass der Favorit noch nicht am Limit spielte, verkauft er aber auch als Vorteil. "Es ist bei einem Turnier gut, wenn man sich noch steigern kann", meinte Sami Khedira, der mit das größte Steigerungspotenzial hat. Und Müller, dessen "EM-Fluch" sich im achten Spiel bei einer EURO zuspitzte, sagte: "Vielleicht ist das Ergebnis auch gut so. Jetzt glaubt keiner, dass wir den Fußball erfunden haben." Gegen die Slowakei wird es nun etwas schwerer werden. "So harmlos wie Nordirland wird kein Gegner mehr sein", versicherte Toni Kroos. Löw freute sich am Dienstag besonders darüber, "dass wir keine blöden Fouls gemacht haben. Wir haben keinen einzigen Freistoß in der Gefahrenzone zugelassen".

SID

Kommentare