Aus im Halbfinale

Die Tops und Flops bei Deutschland bei der EM 2016

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Enttäuschung bei Schweinsteiger und Müller nach dem EM-Aus.

München - Für Deutschland ist die EM 2016 beendet. zeit also, ein Resümee zu ziehen. Hier finden Sie die Tops und die Flops des Turniers.

TOPS

MARIO GOMEZ: Zunächst wurde ihm Mario Götze vorgezogen. Dann kam er doch zum Einsatz - und überzeugte. Traf als einziger Deutscher zweimal. Wie wichtig er geworden ist, zeigte sich ganz besonders, als er nicht mehr dabei war.

ÄRZTE: Die Mediziner und Physiotherapeuten machten ihre Sache klasse. Mats Hummels und Bastian Schweinsteiger konnten nach ihren langen Verletzungspausen bei der EM spielen. Auch Jerome Boateng wurde während des Turniers erfolgreich behandelt. Bei Mario Gomez und Sami Khedira waren vor dem Halbfinale aber auch die heilenden Hände hilflos.

JEROME BOATENG: Bis auf ein, zwei kleine Wackler Mr. Zuverlässig in der Abwehr. Hat sich zu einer Führungspersönlichkeit entwickelt. Als er im Halbfinale vom Platz musste, war die deutsche Mannschaft nur noch bedingt abwehrbereit.

MARCUS SORG: Kannte vor der EM kaum einer. In Frankreich durfte der frühere U19-Trainer aber sogar bei Pressekonferenzen aufs Podium. Löw war mit Sorgs Arbeit so zufrieden, dass dieser auch künftig als zweiter Assistent neben Thomas Schneider zum Trainerstab des Weltmeisters zählen wird. Ursprünglich war Sorg nur für die Endrunde in Frankreich als Co-Trainer vorgesehen.

EM-TOURISTEN: Die beiden Torhüter Bernd Leno und Marc-André ter Stegen sowie die Feldspieler Jonathan Tah und Julian Weigl kamen in Frankreich keine Sekunde zum Einsatz. Von den EM-Touristen gab es aber kein böses Wort. Im Gegenteil: Das Quartett unterstützte die Kollegen vorbildlich und verdiente sich dafür ein Extralob.

FLOPS

THOMAS MÜLLER: Rannte. Kämpfte. Motivierte. Rieb sich auf. Versuchte immer, gute Stimmung zu verbreiten. Kurzum: Thomas Müller war in vielerlei Hinsicht ein Vorbild, er ist aus der Nationalmannschaft nicht wegzudenken. Allerdings: Er wird auch daran gemessen, ob er Tore erzielt. In Frankreich erzielte er keines.

MARIO GÖTZE: Nun vertraut ihm nicht mal mehr der Bundestrainer. Durfte erst spielen, wurde gelobt, flog dann aus der Mannschaft, durfte nur noch als Einwechselspieler ran. Ist in dieser Form kein Anwärter auf einen Stammplatz. Konnte der Welt nicht zeigen, dass er besser ist als Lionel Messi.

Presse: Nichts geht mehr für den Weltmeister

ELFMETERSCHÜTZEN: Vier Elfmeter haben deutsche Spieler bei dieser EM verschossen. Vier! Gefühlt waren das mehr als in der gesamten deutschen Länderspielgeschichte seit 1908. Mesut Özil traf gleich zweimal nicht vom Punkt, außerdem Thomas Müller und Kapitän Bastian Schweinsteiger. Es ging gerade nochmal gut. Trotzdem.

SIEGENTHALER: Der Chefscout wurde nach dem Viertelfinale gegen Italien von Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl beleidigt. Dafür entschuldigte sich Mehmet Scholl später, die Rolle Siegenthalers bleibt aber im Unklaren. In Zeiten von moderner Datenerfassung ist die Zeit der reinen Tribünenadler mit Stift und Notizblock eigentlich vorbei.

QUARTIER: Das Campo Bahia in Brasilien war eine geniale Idee von Teammanager Oliver Bierhoff. Seine Entscheidung für Evian war fragwürdig. Die Trainingsplätze waren super, der Golfplatz und das Freibad auch. Ansonsten hatte Evian nicht viel zu bieten. Der Weg zum Flughafen Annecy war zu lang.

Alle Entwicklungen der EM 2016 finden Sie in unserem Live-Ticker von Freitag.

sid

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