EM-Gruppe C

Deutschland gegen Polen: Wie gefährlich wird uns Lewandowski?

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Bei der EM 2016 trifft Deutschland am Donnerstag wieder auf Polen. Wie gefährlich kann uns die Mannschaft von Robert Lewandowski (rechts) werden?

Evian-les-Bains – Bei der EM 2016 trifft Deutschland am Donnerstag wieder auf Polen. Wie gefährlich kann uns die Mannschaft von Robert Lewandowski werden?

Deutschland gegen Polen oder: Jerome Boateng gegen Robert Lewandowski. Es gibt viele Bilder zu diesem Verteidiger-Stürmer-Aufeinandertreffen: Nasen, die sich touchieren, als Boateng schon Münchner und Lewandowski noch Dortmunder war. Zärtliches Aneinanderreiben von Stirn und Stirn als Teamkollegen in München. Dann aber auch wieder: Konflikt im Training (Lewandowski hatte gegrätscht, als wäre er der Abwehrspieler), Mitspieler, die schlichtend dazwischengehen. Die Emotionslage zwischen beiden scheint wechselhaft zu sein.

„Die Bilder kenne ich“, sagt Boateng, „Fußball ist eben so. Ein Kontaktsport. Da knallt es auch mal im Training. Es ist aber alles immer fair geblieben zwischen uns. Und hinterher ist es auch wieder gut.“

Polen ist der anspruchsvollste Gegner, auf den die DFB-Elf in der Vorrunde trifft. Auch wegen Robert Lewandowski. Mit seiner permanenten Torgefährlichkeit wertet er die Mannschaft auf, die dafür sorgte, dass Deutschland mühsame Phasen in der EM-Qualifikation durchlebte. Christopher Clemens, der Chefanalyst beim DFB, erinnert an den Herbst 2014 mit den Spielen bei den Polen und anschließend gegen Irland in Gelsenkirchen: „Unsere Auswertung ergab aus diesen beiden Partien 44:4 Torchancen für uns – tatsächlich waren es aber 1:3 Tore.“ 0:2 verlor Joachim Löws Truppe im Warschauer Nationalstadion. Vier Tage später blamierte sich die deutsche Elf, als sie zuhause gegen die Iren sich in der Nachspielzeit den Ausgleich einfing. Erst mit dem Rückspiel gegen Polen (3:1 in Frankfurt gewonnen) kam Deutschland in der EM-Qualifikation in die Spur.

Neben Lewandowski haben die Polen in Arkadiusz Milik (Ajax Amsterdam, zuvor Augsburg und Leverkusen) einen zweiten starken Angreifer. In der Breite, sagt Polen-Experte Lukas Podolski, habe aber schon der DFB-Kader offensiv mehr zu bieten: „Da wird sich unsere Qualität durchsetzen. Das Zwingende war aber gegen die Ukraine noch nicht so da.“ Mario Götze blieb laut Statistik-Dienstleister „deltatre“ in der ersten Halbzeit sogar mehr als 18 Minuten ohne Ballkontakt. Soll ihm nicht wieder passieren. Gegen Lewandowski, das ist auch sein Duell. Weil sie beide bei Bayern sind. Und Stürmer.

EM 2016: Deutschland gegen Polen - So sehen Sie das Spiel live im TV und im Live-Stream

Am Donnerstag fiebert Deutschland wieder mit der DFB-Elf mit. Zum Spiel gegen Polen gibt es wieder zahlreiche Übertragungen im Free-TV. Und natürlich auch mehrere Live-Stream-Angebote. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das Spiel Deutschland gegen Polen live im TV und im Live-Stream sehen können.

Übrigens: In unserem EM-Sendeplan finden Sie alle Übertragungszeiten und Live-Stream-Angebote für die Spieler der Europameisterschaft 2016 in Frankreich.

Deutschland gegen Polen: Die wichtigsten Spiele vor der EM 2016

Deutschland und Polen haben sich in ihrer Fußball-Historie schon denkwürdige Kräftemessen geliefert. Am Donnerstag könnte im zweiten EM-Gruppenspiel in Saint-Denis bei Paris ein weiteres hinzukommen.

  • 9. September 1934 in Warschau: Es ist erst das zweite Aufeinandertreffen beider Mannschaften in der Geschichte - und mehr Tore sind seitdem nicht mehr gefallen. Ernst Lehner trifft beim 5:2 (1:1) doppelt. Karl Hohmann, Otto Siffling und Fritz Szepan stellen den üppigen Endstand her.
  • 3. Juli 1974 in Frankfurt: Die „Wasserschlacht“ von Frankfurt. Eigentlich ist es kein echtes WM-Halbfinale, doch die Partie hat diesen Charakter. Im Spiel gegen die punktgleichen Polen geht es um den Gruppensieg in der zweiten Finalrunde. Im von Regen durchtränkten und mit Pfützen übersäten Rasen des Waldstadions erzielt Gerd Müller rund eine Viertelstunde vor Schluss den entscheidenden Treffer zum 1:0 (0:0), nachdem Uli Hoeneß einen Elfmeter verschossen hatte. Im Finale gewinnt das DFB-Team mit 2:1 gegen die Niederlande seinen zweiten WM-Titel. Der polnische Olympiasieger um Rechtsaußen Grzegorz Lato wird Dritter.
  • 14. Juni 2006 in Dortmund: Eine Fußball-Nation steht Kopf. „Joker“ Oliver Neuville beschert Jürgen Klinsmanns Mannschaft mit seinem Tor in der Nachspielzeit das hochverdiente 1:0 (0:0) bei der Heim-WM. David Odonkor liefert im zweiten Vorrundenspiel die Vorlage. Das Achtelfinale kann kommen. Deutsche Hooligans trüben allerdings die Partystimmung: Vor dem Spiel kommt es zu Ausschreitungen mit Verletzten.
  • 11. Oktober 2014 in Warschau: Im 19. Anlauf klappt es für die Polen. Gegen den frisch gekürten Weltmeister gewinnen Robert Lewandowski & Co. mit 2:0 (0:0) in der EM-Qualifikation. Trotz großer Überlegenheit und vieler Torchancen können die Deutschen nach Toren von Arkadiusz Milik (51.) und Sebastian Mila (88.) nichts mehr ändern. Im Rückspiel zeigt Joachim Löws Auswahl dann beim 3:1 (2:1) ihr bestes Spiel des Jahres 2015.

EM 2016: 740.000 Polen leben in Deutschland

In Deutschland lebt wohl kein Pole, der bekannter ist als FC-Bayern-Star Robert Lewandowski. Und dem dürften am Donnerstag beim EM-Spiel Deutschland-Polen viele Menschen hierzulande die Daumen drücken für ein Tor gegen den westlichen Nachbarn. Denn immerhin leben rund 740 000 polnische Staatsbürger in Deutschland, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht (Stand: Ende 2015). Damit dürfte sicher sein, dass Public Viewing in deutschen Städten keine ausschließlich schwarz-rot-goldene, sondern mancherorts auch eine weiß-rote Veranstaltung wird.

EM 2016: Vor Spiel gegen Deutschland: Polen im Training ohne verletzten Torwart Szczesny

Ohne Torwart Wojciech Szczesny hat Polen vor dem Gruppenspiel bei der Fußball-EM in Frankreich gegen Deutschland sein letztes Training im Stammquartier La Baule absolviert. Der 26-Jährige wurde wegen einer Oberschenkelblessur wie geplant weiter behandelt. Eine Entscheidung über Szczesnys Einsatz, der eine Oberschenkelverletzung hat, dürfte erst kurzfristig fallen. Am Torwarttraining nahmen die Ersatzmänner Lukasz Fabianski von Swansea City und Artur Boruc vom AFC Bournemouth teil.

Fußball-EM 2016 in Frankreich: Spielplan, Stadien und Themenseite

In unserem Übersichtsartikel finden Sie alle Informationen zur EM 2016 in Frankreich: Spielplan, Termine, Ergebnisse, Gruppen und Kurzporträts der Austragungsorte. Außerdem haben wir alle wichtigen Fakten und Hintergründe zu den Stadien der EM 2016 zusammengestellt. Und: Wir bieten Ihnen die wichtigsten Infos zum Kader von Deutschland bei der EM 2016. Alle aktuellen Nachrichten erfahren Sie außerdem auf unserer Themenseite zur Fußball-EM 2016 in Frankreich bei tz.de.

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