Goldmedaillengewinner von Olympia 2016

Bizarre Siegerehrung: Droht Harting juristischer Ärger?

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Christoph Harting dirigierte die Nationalhymne.

Kienbaum - Das Verhalten Christoph Hartings bei der Siegerehrung bei Olympia 2016 hatte für viel Aufregung gesorgt. Nun könnte sein Gefeixe auf dem Podest sogar ein juristisches Nachspiel haben.

Es war DER Aufreger im deutschen Leichtathletik-Lager während Olympia 2016 in Rio: Christoph Harting, der zunächst im Diskus Gold gewonnen, sich dann aber bei der Siegerehrung derart unkonventionell benommen hatte, dass viel negative Kritik über ihn hereinbrach. Nun droht dem Sportler offenbar sogar ein juristisches Nachspiel.

Wie die Welt am Sonntag berichtet, soll eine Privatperson Anzeige gegen das Mitglied der Bundespolizei erstattet haben. Jochen Maron, Leiter der Bundespolizeischule in Kienbaum, bestätigte das gegenüber der Zeitung. Zudem berichtet das Blatt, dass auch ein internes Verfahren bei der Bundespolizei eingeleitet werden soll, was Hartings Vorgesetzter allerdings nicht bestätigen wollte. Dennoch stellte Maron klar: "Ich stehe dem Verhalten von Christoph Harting sehr kritisch gegenüber. Dieser Vorfall wird auch in jedem Fall noch nachbereitet." Das sei dem Sportler auch schon mitgeteilt worden. Außerdem soll in einem persönlichen Gespräch die moralische Komponente seiner "Show" angesprochen werden.

Mit verschränkten Armen hatte Christoph Harting bei der Siegerehrung zunächst auf dem Podest gestanden, hatte zur Musik geschunkelt und nebenbei die Hymne dirigiert. Dieses Verhalten war nicht nur vielen Zuschauern sauer aufgestoßen, sondern auch anderen Athleten und Verantwortlichen. So hatte Weitspringer Sebastian Bayer auf Facebook gepostet: "Für dieses Verhalten schäme ich mich in Deutschland vor dem TV." Und auch Hartings Trainer Torsten Lönnfors verstand die Show seines Schützlings nicht. "Keine Ahnung, was das sollte", sagte er der Bild. "Christoph muss aufpassen, dass er jetzt nicht frei dreht."

Harting selbst hatte seinen Auftritt im Gespräch mit der ARD so erklärt: "Du bist noch halb im Wettkampfmodus, du bist im Kopf eigentlich völlig woanders, du bist hormon-technisch völlig übersteuert." Außerdem entschuldigte er sich später für seinen viel diskutierten Auftritt. Apropos Auftritt: Den könnte er tatsächlich bald im deutschen TV haben - dem Sportler liegt nämlich ein Angebot vor, an der Pro7-Show "Schlag den Star" teilzunehmen. "Ich kann bestätigen, dass er in die TV-Sendung eingeladen wurde", so Maron. Da es sich dabei aber um eine zu genehmigende Nebentätigkeit handele, laufe im Moment ein Antrags- und Genehmigungsprozess.

mes

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