"Hessisch ist ein Alkoholdialekt"

Lustig ohne Hose: Bodo Bach im Interview

+
Bei Bodo Bach alias Robert Treutel sind die Lacher garantiert.

Bodo Bach ist in unserer Region seit mehr als 20 Jahren ein Comedy-Dauerbrenner. Mit dem EXTRA TIPP spricht er über seine zwei Batschkappen, den hessischen Dialekt und Roland Koch. Und schnell wird klar, Bodo schafft es spielend, Menschen zum Lachen zu bringen. Von Axel Grysczyk.

Worüber lachen die Südhessen besonders gern?

Da gibt es keinen Unterschied zwischen Nord- und Südhessen. Wenn die Gags im Leben der Zuschauer spielen, sie sich wiedererkennen und man es ein bisschen übertreibt, dann wird’s meistens schon lustig.

Aber Sie treten ja schon häufig in Südhessen auf. Würden Sie den Weg von ihren Auftrittsorten Oberursel nach Frankfurt-Höchst finden?

Erstmal auf die Autobahn, dann Richtung Frankfurt, dann auf die A66 oder ist es die A3, jedenfalls in Richtung Wiesbaden und dann geht’s ab. Früher war das einfacher, da waren noch die Farbwerke in Betrieb und dann musste man da abfahren, wo die Autos grün und gelb waren.

Auf dem Tourneeplakat tragen Sie Unterhose mit Hemd, ist das lustig?

Das ist eine Anspielung auf „Breaking Bad“. Es ist zwar nicht lustig, aber wir brauchten nun mal ein Plakat. Davor war immer nur ich mit meinem blöden Gesicht auf dem Plakat, jetzt ich halt mal mit Unterhose. Das zieht vielleicht neue Zuschauer an. Schließlich gilt: „Sex sells“!

Über welche Südhessen können Sie sich denn amüsieren?

Badesalz, die kenn’ ich schon als ich noch ein kleiner Junge war, sind ja auch doppelt so alt wie ich (lacht), aber auch Mundstuhl oder Vince Ebert.

Und wenn’s vordergründig keine Komiker sind. Zum Beispiel Roland Koch?

Ach, der ist ja nicht mehr akut. Was macht der denn überhaupt? Mussten Sie den nicht wegsperren? Ist der nicht in einem Sanatorium am Edersee? Als ich ihn das letzte Mal gesehen habe, war das auf einem Weihnachtsessen. Da war er aber noch Ministerpräsident, da musste er noch nicht selber bezahlen.

Akut ist auch nicht mehr Bodo Bach mit Batschkapp. Hat die Kapp’ eigentlich einen Ehrenplatz?

Ja, hat sie bei mir daheim. Ich habe zwei und stellen Sie sich vor, die passen mir auch noch. Ich bin also am Kopf auch nicht dicker geworden. Manchmal ziehe ich am Anfang auf der Bühne für einen Moment noch an, aber es ist ja auch immer so heiß auf den Bühnen. Daher bevorzuge ja jetzt auch Unterhose.

Jetzt ernster, anderes Thema: Was bestellen Sie, wenn Sie in Frankfurt essen gehen?

Grie-Soß, Rippchen mit Kraut oder auch einen schönen Tafel-Spitz. Ich bin ja ein einfacher Mensch…

Der ab und zu auch mal auf Mallorca ausspannt. Wie bestellt man da eigentlich Rippchen mit Kraut?

Weiß ich gar nicht. Da gibt es total wenige Apfelweinlokale, eigentlich eine Marktlücke. Wenn das mit der Comedy mal nicht mehr klappt, mache ich auf Mallorca ein Apfelweinlokal auf, „Zum blauen Torero“.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei Ihnen mit der Comedy irgendwann mal nicht mehr klappt. Aber warum wird der Hesse eigentlich von Comedians immer so ein wenig dümmlich dargestellt?

Weil’s so ist.

Hahahahaha!

Nein, vielleicht ist es der Dialekt. Der klingt schon ein wenig matschig, zumindest nicht hochtrabend. Ich würde auch nicht von dümmlich, sondern eher von „gemütlich“ sprechen. Oder es ist eher ein Alkoholdialekt: Umso mehr Bier oder Äppler man getrunken hat und die Sch-Laute betont, umso hessischer klingt es.

Bekannt sind Sie mit Telefonstreichen im Radio geworden. Telefonieren Sie noch gerne privat?

Nee, überhaupt nicht. Ich benutzte höchst selten mein Handy, ich telefoniere einfach nicht gerne. Die Radio-Telefonspäße waren mir irgendwann zuwider. Das Thema war nach über 1000 Telefonstreichen irgendwann durch. Anderen Kollegen ging das ähnlich. Paul Panzer macht auch keine Telefonspäße mehr. Aber ich werde immer noch viel darauf angesprochen. Die Telefonsketche haben natürlich mit dem neuen Programm nichts mehr zu tun.

Sie touren mit „Auf der Überholspur“…

Ja, da erzähle ich viel über mich und was ich so erlebe in meinem hohen Alter…

So alt sind Sie ja noch nicht.

Genau, das wollte ich nur hören. Nee, aber es geht wirklich noch gut, manchmal vergesse ich die Hose. Und dann stehe ich nur da in Unterhose.

Zum Abschluss: Bodo Bach ist für die Hessen eine Kultfigur. Sollten wir uns mal unabhängig erklären, dann wird Bodo Bach was?

Ich würde Kultur-Attaché werden. Wichtig wäre mir etwas, wo ich nichts entscheiden müsste, einen Dienstwagen hätte, ein großes Büro und ein Golf-Bag. Und ich würde mich dafür einsetzen, dass man mehrere Frauen haben darf.

Das könnte Sie auch interessieren: Mundart-Alarm: Unser Hessisch ist nur eine Kompromiss-Sprache

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

Mehr zum Thema

Kommentare