Kontrast zwischen Alt und Neu

Nostalgie-Postkarten: Diese zwei zeigen Frankfurts Retro-Seite

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Bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad unterwegs, um die schönsten Motive der Rhein-Main-Region einzufangen: Tilman Krömmelbein und Irina Sturm fotografieren das historische Frankfurt vom Eisernen Steg aus.

Frankfurt – Für ihren Traum haben Tilmann Krömmelbein und Irina Sturm aus Frankfurt ihren Mut zusammengenommen, sich selbstständig gemacht und radeln nun quer durch Rhein-Main. Immer auf der Suche nach dem schönsten Blickwinkel für nostalgische Postkarten. Von Janine Drusche

Ob strahlender Sonnenschein, Regen oder Schnee: Irina Sturm und Tilman Krömmelbein haben das, was ihnen Spaß macht, zum Beruf gemacht. Das Paar aus Bockenheim tourt seit zwei Jahren bei Wind und Wetter auf seinen Fahrrädern durch die Rhein-Main-Region und knipst alles Schöne, was ihm vor die Linse kommt. Anschließend bearbeiten sie die Motive am Rechner und fertig sind Postkarten von Frankfurt und der Umgebung. Das Besondere: Die Karten haben einen nostalgischen Touch: „Unsere Postkarten zeigen den Kontrast zwischen alt und neu in Frankfurt."

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Das, was die Stadt so interessant macht, bilden wir ab, indem wir Aktuelles in nostalgischen Tönen darstellen“, sagt Krömmelbein. „Zuerst denkt man bei den Postkarten an ein altes Bild, dann kommt der Aha-Effekt: Auf den zweiten Blick erkennt man, dass es sich um Motive aus dem Jetzt handelt“, sagt Sturm. Die Bilder seien ein kleines Verwirrspiel, eine Brücke zwischen modern und alt, arm und reich, hässlich und schön.

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„Wir wollten raus aus dem Angestelltenverhältnis und das tun, was wir besonders gut können“, sagt Fotodesigner Krömmelbein. Auch seine Freundin hat eine Leidenschaft für Postkarten und begeistert sich für dieses mittlerweile nostalgische Kommunikationsmittel.

Nach der Bearbeitung sehen die Bilder aus wie eine Aufnahme aus längst vergangenen Zeiten.

 „Ich hatte nie ein Handy und habe mich schon immer über Briefe oder Karten gefreut. Da hat man nicht nur Rechnungen im Briefkasten. Also haben wir beschlossen, selbst Postkarten zu machen“, sagt Kommunikationsdesignerin Sturm. Wichtig ist den Künstlern, Ruhe in ihren Motiven zu vermitteln: „In dieser schnelllebigen Zeit wollen wir nicht noch Gewimmel abbilden, lieber Ausgeglichenheit durch Nostalgie vermitteln und Ansichten festhalten, die es bald nicht mehr geben wird“, sagt Sturm. Das Paar hat bisher knapp 60 Karten produziert – die meisten von Frankfurt. Im Taunus, Kronberg und Königstein sind Motive entstanden, auch Offenbach hat Krömmelbein fotografiert. „Wir müssen die Bilder noch bearbeiten“, sagt Sturm: „Aber bis Ende des Jahres werden sie auch fertig sein.“

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