Vorbräunen im Solarium schützt nicht

Die größten Irrtümer rund ums Sonnenbaden

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Selbst beim Eincremen können Sonnenanbeter einiges falsch machen.

Region Rhein-Main - Der Wetterdienst meldet bis zu 25 Grad fürs Wochenende, die Sonne brennt schon auf der Haut. Da ist Vorsicht geboten. Der EXTRA TIPP räumt mit den größten Irrtümern rund ums Thema Sonnenschutz auf. Von Franziska Jäger

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Sonnenanbeter aufgepasst: Die Frühlingssonne hat bereits hohe Strahlkraft. Wer keinen Schaden nehmen will, achtet auf seine Haut. Der EXTRA TIPP bat Julia Abb von der Techniker Krankenkasse Hessen, die größten Irrtümer mal genauer unter die Lupe zu nehmen. So viel vorweg: Menschen mit dunklerem Hauttyp können sich tatsächlicher länger den Strahlen aussetzen, bevor ein Sonnenbrand sichtbar wird. Auf ausreichenden Sonnenschutz sollte dennoch niemand verzichten.

Vorbräunen im Solarium schützt

Der natürliche Sonnenschutz der Haut funktioniert so: Durch den UV-A-Anteil im Sonnenlicht wird die Melaninbildung, also die Produktion dunkler Pigmente, angeregt. UV-B-Strahlung sorgt andererseits für eine Hornbildung in den oberen Hautschichten. Da Solarien meist UV-A-Strahlen verwenden, kommt es zwar zur Bräunung, allerdings fehlt die Hornschicht und damit der Schutz gegen die gefährlichere UV-B-Strahlung.

Aus Sonnenbrand wird gebräunte Haut

Der Sonnenbrand ist eine Entzündungsreaktion auf sonnenbedingte Zellschäden. Da bei der Heilung neues Gewebe gebildet wird, welches sich noch nicht an die Sonneneinstrahlung angepasst hat, bleibt die Bräunung hier gegenüber gesunden Hautpartien blasser.

Sonnencreme muss gut einmassiert werden

Das Einmassieren der Sonnencreme ist durch das Einweichen und Abschuppen der oberen Hautschichten eher schädlich für die Schutzwirkung, da die oberen Hornschichten, die einen Schutz gegen das UV-B-Spektrum bieten, reduziert werden. Wichtig ist, dass genügend Sonnencreme aufgetragen wird.

Sonnencreme schützt am besten vor Hautkrebs

Keine Lotion bietet hundertprozentigen Schutz vor Hautkrebs. Da aber jeder Sonnenbrand, insbesondere in der Kindheit, ein Risiko für die spätere Entwicklung von Hautkrebs darstellt, lässt sich durch guten Sonnenschutz das Risiko minimieren. Dazu zählen neben der Creme das Aufsuchen von Schatten, die Verwendung von Sonnenhüten und hautbedeckende Kleidung. Vorsicht: Auch im Schatten treten bei starker Sonneneinwirkung durch Reflexionen erhebliche Mengen von UV-Strahlung auf die Haut auf. Dies ist besonders am Wasser der Fall. Und auch Kleidung und Sonnenschirme lassen UV-Strahlung durch. Ein zusätzlicher Schutz durch. Creme ist daher notwendig.

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Gute Sonnencreme muss teuer sein

Es gibt keinen Zusammenhang von Preis und Qualität der Sonnencreme. Auch sehr preisgünstige Discounter-Marken schneiden in Tests oft gut ab.

Die Sonnencreme vom letzten Jahr kann noch verwendet werden

Auch Sonnencreme hat eine vom Hersteller zugesicherte Mindesthaltbarkeit, innerhalb derer die Wirkung garantiert ist. Wenn die Sonnencreme vom letzten Jahr stammt, die Mindesthaltbarkeit aber noch nicht abgelaufen ist, kann sie also in der Regel verwendet werden. Entscheidend ist allerdings, wie die Sonnencreme gelagert wurde: Optimal sind kühle und dunkle Plätze wie der Keller oder, ganz simpel, der Kühlschrank.

Sonnencreme verhindert die ausreichende Aufnahme von Vitamin-D

Vorstufen des Vitamin-D können in der Haut unter Sonneneinwirkung gebildet werden. Sonnencreme vermindert zwar die UV-Einstrahlung auf die Haut – und damit theoretisch auch die Bildung des Vitamins. In der Praxis ist dies jedoch nicht relevant: Die Sonneneinstrahlung ist in Situationen, in denen Schutzmittel verwendet werden, so hoch, dass es trotz Creme zu einer Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels kommt.

Im Auto kann ich keinen Sonnenbrand bekommen

Seiten- und Heckscheiben eines Autos bestehen meist aus einfachem Glas, das die schädlichen UV-Strahlen nicht abhält. Auch bei geschlossenen Fenstern können sich Autofahrer daher durchaus einen Sonnenbrand einhandeln. Lediglich das Verbundglas in den Frontscheiben moderner Autos kann einen Teil der Strahlung absorbieren. Autohändler bieten auf Wunsch auch eine spezielle Beschichtung der Scheiben an.

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