Silke Marson aus Langen muss Haus räumen

Verein hilft Bedürftigen: Gründerin jetzt selbst in Not

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Seit 1992 unterstützt Silke Marson benachteiligte Familien. Jetzt braucht die Langenerin selbst Hilfe. 

Langen - Seit 24 Jahren kümmert sich der Verein Hilfe für Menschen in Not um bedürftige Familien. Doch jetzt braucht Gründerin Silke Marson selbst Hilfe: Sie muss die Vereinsräume und ihre Wohnung räumen. Von Kristina Bräutigam

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Silke Marson sitzt auf einem kleinen Hocker zwischen Plastikpuppen, Büchern und Brettspielen, dicke Tränen kullern ihr übers Gesicht. „Es ist eine Katastrophe. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“ Seit 1992 kümmert sich die Gründerin des Vereins Hilfe für Menschen in Not um bedürftige Familien, hilft bei Hausaufgaben, Bewerbungsschreiben und Jobsuche, organisiert Möbel und Kleidung, opfert ihre gesamte Freizeit.

Doch jetzt braucht die Retterin selbst Hilfe: Das Haus, in dem Silke Marson lebt und in dem sich die Vereinsräume befinden, wurde zwangsversteigert, das Mietsverhältnis gekündigt. Zunächst zum 30. September, vergangene Woche dann fristlos. „Vor vier Jahren haben wir hier alles hergerichtet. Und jetzt stehe ich vor dem Nichts.“ 

Räumungsverkauf für Traumprojekt

Zwar verfügt die 49-Jährige über ein riesiges Netzwerk, um im Notfall schnell und unbürokratische Hilfe zu organisieren. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe konnte Silke Marson bisher allerdings niemand helfen. Sie hat deshalb begonnen, alle Hilfsgüter, die derzeit noch im Kellerraum lagern, für kleines Geld zu verkaufen – von Spielzeug über Schulmaterialien bis hin zu Babykleidung und Computer-Zubehör. Das Geld will sie für ihr Traumprojekt sparen: Ein Lernhaus, in dem Kinder und Jugendliche eine Anlaufstelle zum Lernen und Wohlfühlen finden.

„Jedes Kind hat verdient, umsorgt zu werden“

Ideal wäre ein freistehendes Haus in Langen, das Platz für eine Privatwohnung im ersten Stock und für zwei Vereinsräume im Erdgeschoss bietet. Doch bisher gestaltet sich die Suche schwierig. Manchmal sei auch sie am Ende ihrer Kräfte, gibt Silke Marson zu. Aber die vielen glücklichen Gesichter motivieren sie, nicht aufzugeben: „Kinder sind unsere Zukunft. Jedes einzelne hat es verdient, umsorgt und gebildet zu werden, egal aus welchen Verhältnissen es kommt.“

Allein 2015 hat Silke Marson 300 Familien wieder auf die Beine geholfen. „Das sind 600 Kinder“, sagt die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin, die außerdem bis zu fünfmal pro Woche Flüchtlinge im Steigenberger Hotel unterrichtet. Helfen sei ihre Lebensaufgabe, sagt die Langenerin. „Vielleicht hilft mir ja jetzt auch jemand mit großem Herz.

Silke Marson und ihr Mann suchen eine Vier-Zimmer-Wohnung in Langen, oder ein Objekt, das Platz für eine Privatwohnung und Vereinsräumlickheiten bietet. Angebote bitte telefonisch, dienstags, mittwochs und donnerstags, zwischen 15 und 18 Uhr unter Tel. 06103-702951

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