Überarbeitung der Kontrollen gefordert

Ursache für Sicherheitspanne am Flughafen weiterhin unklar

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Der Flughafen musste am Mittwoch teilweise geräumt werden.

Frankfurt - Die Ursache einer Sicherheitspanne am Frankfurter Flughafen ist weiterhin nicht geklärt. Eine Frau war am Mittwoch in den Sicherheitsbereich des Airports gelangt, obwohl ihre Kontrolle noch nicht abgeschlossen war.

Auch zwei Tage nach dem Vorfall werden noch immer Zeugen befragt. „Es gibt aber keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund", sagte Bundespolizei-Sprecher am Flughafen, Christian Altenhofen, am Freitag. Die Aussage der Frau, sie habe die Kontrolle für beendet gehalten, erscheine glaubwürdig. Die Flughalle A im Terminal 1 hatte am Mittwoch vollständig geräumt werden müssen.  Mehr als 100 Flüge und ihre Passagiere hatten nicht planmäßig starten können oder waren umgeleitet worden.

Nach der Sicherheitspanne hält die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine Überarbeitung der Flughafenkontrollen für notwendig. Der Überblick drohe, verloren zu gehen, sagte Sven Hüber, stellvertretender GdP-Vorsitzender in der Bundespolizei, in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme. Die GdP schlage nicht zuletzt als Konsequenz aus dem Vorfall am Frankfurter Flughafen die Gründung eines „Bundesamts Luftsicherheit" vor, das die Aufgaben bündele. 

Räumung am Frankfurter Flughafen wegen verdächtiger Person

Am Frankfurter Flughafen würden gleich vier private Sicherheitsfirmen bei der Passagierkontrolle eingesetzt, sagte Hüber. Die Bundespolizei habe auf die Auswahl und Sicherheitsüberprüfung des Personals keinen Einfluss, „obwohl wir eigentlich für die Luftsicherheit zuständig sind und das Personal beleihen". Fluktuation, Kurzbeschäftigungen und oftmals Personalmangel an den Kontrollstellen erhöhten den Druck. Die GdP befürchte, dass die Lage auf dem Frankfurter Flughafen künftig noch komplizierter wird. Vom kommenden Jahr an solle die Betreibergesellschaft Fraport die Koordination der Luftsicherheit übernehmen. „Eine Wirtschaftsfirma entscheidet zukünftig allein über den Sicherheitsablauf, Training, Sicherheitsgeräte. Die Bundespolizei soll aber für deren Handeln die Verantwortung übernehmen“, sagte Hüber. „Das ergibt keinen Sinn, neuer Ärger ist vorprogrammiert.“ dpa/lhe

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