Trickbetrüger in Bad Homburg

Falsche Polizisten wollen Rentner um 180.000 Euro betrügen

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Symbolbild

Bad Homburg - Die Polizei hat einen Rentner vor dem Verlust seines gesamten Vermögens bewahrt. Trickbetrüger hatten sich selbst als Polizisten ausgegeben und den Mann so weit, dass er ihnen sein gesamtes Geld aushändigen wollte. Gerade im Hochtaunuskreis sind die Täter derzeit besonders aktiv.

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Am Mittwoch, 10. August, klingelte das Telefon des 69-jährigen Bad Homburgers zu ersten Mal. Am anderen Ende der Leitung stellte sich ein Herr Weiß als Beamter des Bundeskriminalamtes vor und begann damit, dem Geschädigten eine frei erfundene Geschichte über angebliche korrupte Bankmitarbeiter zu erzählen. Der Name des Rentners stünde auf einer Liste von 20 wohlhabenden Personen, welche durch Mitarbeiter einer Bank an die Mafia weitergegebenen worden sei. Dies habe man mittels umfangreicher Ermittlungen herausgefunden. Um den Tätern das Handwerk zu legen, sei man auf die Mitarbeit des Seniors angewiesen. Der Mann sollte sich deshalb sein gesamtes Vermögen sowie Wertpapieranlagen auszahlen lassen. 

Der angebliche Plan: Man wolle die verdächtigen Banker zwingen, Kontakt mit den Hintermännern der Mafia aufzunehmen. Das Geld des Geschädigten werde bis zum Abschluss der Ermittlungen sicher von der Polizei verwahrt. Durch geschickte Gesprächsführung gelang es dem Betrüger, den 69-Jährigen zu täuschen und sein Vertrauen zu gewinnen.

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Die Täter sicherten sich dabei in jeder Hinsicht ab: Der Geschädigte mache sich strafbar, sollte er mit irgendjemand sonst über den Vorfall sprechen. Selbst für die Abholung des Bargeldes bei der Bank wurde eine Legende zurechtgelegt, damit die dortigen Angestellten keinen Verdacht schöpfen und die Polizei rufen. Außerdem versuchen sie, das Opfer derart unter Druck zu setzen, dass es sich von der Außenwelt komplett abschirmt.

Dabei wurde der 69-Jährige derartig eingeschüchtert, dass es erhebliche Überzeugungsarbeit brauchte, als am Montag dann die echten Polizeibeamten vor seiner Tür standen. Diese waren  im Zuge eines anderen Verfahrens auf den Fall des Bad Homburgers aufmerksam geworden und verhinderten die Übergabe des Geldes quasi in letzter Minute. Die weiteren Ermittlungen dauern derzeit noch an.

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Wie die Polizei heute mitteilte, ist die Form des Betruges seit dem vergangenen Jahr vermehrt bundesweit festzustellen. In verschiedenen Varianten versuchen falsche Polizeibeamte Informationen über Bargeldbestände oder Art und Höhe von Geldanlagen bei Banken zu erlangen. Unter dem vermittelten Eindruck einer konkreten Gefährdung, etwa einem Einbruch, versuchen die Betrüger in weiteren Telefonaten die Angerufenen dahingehend zu manipulieren, dass sie ihr Bargeld und Ersparnisse abheben und anschließend zur Eigentumssicherung an die angeblichen Polizisten übergeben. Hierzu wird vor allem auch das Vertrauen in staatliche Organisationen, wie Polizei oder Staatsanwaltschaft, erheblich missbraucht.

Tipps zum Schutz gegen Trickbetrüger

Um den Trickbetrügern nicht selbst zum Opfer zu fallen, gibt die Polizei folgende Tipps:

  • Geben Sie keine persönlichen Daten oder Angaben zu ihren Lebensverhältnissen preis
  • Machen Sie niemals Angaben zu Wertsachen in der Wohnung oder Vermögenswerten
  • Polizeibeamte fragen nicht nach persönlichen Geldverstecken
  • Die Polizei stellt kein Bargeld oder andere Wertsachen vorsorglich sicher
  • Sollten Sie sich beim Telefonat unter Druck gesetzt fühlen, beenden Sie das Gespräch und informieren Sie die örtliche Polizei persönlich oder über die Notrufnummer 110
  • Wichtig: Die Polizei ruft niemals mit der Notrufnummer 110 oder ähnlichen Kombinationen an

Zeugen und Hinweisgeber zum aktuellen Fall oder ähnlichen Vorfällen sowie weitere Geschädigte werden gebeten, sich unter 06172 1200 zu melden.

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