Viele Reisende müssen täglich da durch

Total versifft: Unterführung am Südbahnhof verkommt völlig

+

Frankfurt – Die Hälfte der Lampen in der Unterführung zwischen Südbahnhof und Schweizer Straße ist kaputt. Auf dem Gehweg liegt Taubenkot, die Fahrpläne und Sitzbänke sind verdreckt – und das könnte so bleiben. Von Janine Drusche.

Auch die Fahrplan-Aushänger sind vollkommen mit Kot verdreckt. 

Regelmäßig durchquert Werner Motz die Unterführung zwischen dem Frankfurter Südbahnhof und der Schweizer Straße: Der 70-Jährige wohnt in Sachsenhausen und ärgert sich über den Zustand der Bushaltestellen unter der Unterführung. „Alles ist voller Taubenkot. Da kann sich doch keine Mutter mit Kindern auf die Bank setzen“, sagt er. Die Tauben nisten sich auf den Lampen ein, hinterlassen ihre Exkremente auf dem Gehweg, den Sitzbänken, Mülleimern und Aushangplänen. „Man kann sich keine Fahrkarte am Automaten ziehen, ohne Angst zu haben, dass man etwas auf den Kopf bekommt“, sagt Motz: „Das sind unhaltbare Zustände!“ Es fielen auch tote Tauben von den Lampen. „Die können einem auf den Kopf fallen“, sagt Motz. 

Er habe sich in den vergangenen zwei Jahren mehrmals bei der für die Haltestellen zuständigen VGF (Verkehrsgesellschaft Frankfurt) beschwert. Entweder habe er gar keine Rückmeldung bekommen oder die Aussage: „Wir kümmern uns drum.“ Passiert sei nichts. Dabei hat Motz eine Idee: Man müsse nur Gitter anbringen, um die Tauben fernzuhalten.

Keiner fühlt sich wirklich verantwortlich

Claudia Gabriel von der Stabstelle Sauberes Frankfurt hört zum ersten Mal von den unhygienischen Zuständen an dieser Unterführung. Weil auch die Deutsche Bahn (DB) für die Brücke und das Straßenbauamt für die Fahrbahn an der Unterführung zuständig seien, fühle sich wohl keiner direkt verantwortlich. „Wir sind hier auch nicht zuständig und werden bestimmt nicht für die VGF putzen. Aber Frankfurts Sauberkeit ist uns wichtig. Deshalb werden wir uns mit der VGF in Verbindung setzen“, sagt Gabriel.

Bernd Conrads, Sprecher der VGF, hat nun eine Sonderreinigung beauftragt, „obwohl die wöchentliche Reinigung Sisyphusarbeit ist“, sagt er. Man wolle sich mit der DB überlegen, wie die Tauben ausgelagert werden könnten: „Sie werden aber bleiben, sie sind einfach ein Großstadtproblem.“

Taubenkot verschmutzt die Wege. 

Für Werner Motz lässt diese Aussage nicht viel Hoffnung zu, zumal die Hygiene nicht seine einzige Sorge ist: „Nicht einmal die Hälfte der Lampen funktioniert. Das ist besonders im Winter gefährlich. Wenn überall Taubenmist liegt, kann man ausrutschen und sich verletzen.“ Eine Mitarbeiterin der, laut Stadt, für die Lampen zuständigen Netzdienste Rhein Main, die nicht namentlich genannt werden möchte, weiß von nichts: „Wir haben keine Info über kaputte Lampen in diesem Bereich.“ Die Mitarbeiter könnten nicht ständig alle Lampen kontrollieren. Motz ist fassungslos: „Ich habe darauf hingewiesen. Aber keiner will die Verantwortung übernehmen.“

Das könnte Sie auch interessieren: Ekelhaft: Frankfuter Ordnungsamt schließt drei verdreckte Gaststätten

Bilder

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

Mehr zum Thema

Kommentare