Neues Buch belegt

Todesstrafe in Hessen: Fast 100 Hinrichtungen im 19. Jahrhundert

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Kriminalfälle in Hessen.

Frankfurt - Der Tod erfolgte durch Schwert, Richtbeil, Guillotine oder Erschießen: In Hessen wurden allein im Zeitraum von 1815 bis 1918 einem neuen Buch zufolge 96 Menschen nach Prozessen hingerichtet. Darunter waren Kinds- und Polizistenmörder.

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Zu den spektakulärsten Fällen gehört ein Postraub im Jahr 1822 im mittelhessischen Gladenbach durch Tagelöhner. Fünf von ihnen wurden später in Gießen vor einer großen Menschenmasse hingerichtet. Öffentliche Hinrichtungen gab es in Hessen bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus. Die zweitletzte überhaupt in Deutschland fand 1864 nach einem Mord an einer schwangeren jungen Tagelöhnerin in Marburg statt.

Autor Udo Bürger hat für sein Buch Prozessakten in mehreren Archiven ausgewertet. Hessen umfasste das Darmstädter Großherzogtum, zu dem auch Rheinhessen mit Mainz gehörte, sowie Kurhessen (Kassel). Frankfurt war noch bis 1866 freie Reichsstadt.

Die meisten Hinrichtungen gab es den Angaben zufolge in Gießen (26), Mainz (14), Darmstadt (11), Kassel und Hanau (jeweils 10), Frankfurt (5), Fulda und dem damals nassauischen Diez (jeweils 4). Nach Worten des Autors liegt damit erstmals eine Bestandsaufnahme zur Vollstreckung der Todesstrafe im 19. Jahrhundert in Hessen vor. dpa/lhe

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