Kommentar

Telemedizin: Doktor Digital ist kein Ersatz

Die Menschen werden immer älter und brauchen medizinische Betreuung, gleichzeitig fehlen Ärzte, vor allem im ländlichen Raum. Trotzdem darf Telemedizin den Arztbesuch nicht ersetzen. Ein Kommentar von Kristina Bräutigam

Nur im persönlichen Kontakt mit dem Patienten kann der Arzt ganzheitlich untersuchen, genau hinhören und eine Diagnose stellen. Am Telefon oder per Video kann der Arzt nur allgemeine Hinweise geben, sonst drohen Fehldiagnosen. Man stelle sich vor, ein verdächtiger Leberfleck wird im schummrigen Wohnzimmerlicht fotografiert und zum Arzt gemailt. Hautkrebs-Verdacht per Videoschalte? 

Gegen Apps, die die Pollenbelastung für Allergiker vorhersagt, oder Online-Sprechstunden, in denen ein Patient während der Behandlung Fragen stellen kann, ist nichts einzuwenden. Auch Blutzucker- und Blutdruckwerte lassen sich online kontrollieren, vorausgesetzt ältere Menschen sind überhaupt technisch dazu in der Lage. Hier ist Telemedizin eine sinnvolle Ergänzung, den Arzt ersetzt sie nicht, auch wenn sich die TK dies aus Kostengründen wünscht. Vorher gilt es ohnehin ganz andere Hürden zu nehmen – von der technischen Infrastruktur bis zum Datenschutz bei der Übermittlung sensibler Patientendaten.

Lesen Sie dazu auch den passenden Artikel: Arztbesuch bald nur noch digital?

Fotos: Umfrage zum Thema "Telemedizin statt Arztbesuch"

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