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Statt Autohaus-Job: Martin Meyer lebt den Traum vom Profi-DJ

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Der Klein-Zimmerner Martin Meyer wird besonders für Hochzeiten und Betriebsfeiern gebucht.

Groß-Zimmern – Martin Meyer hat den Sprung ins Musikgeschäft geschafft. Jetzt tourt er am Wochenende von Auftritt zu Auftritt und gibt auch unter der Woche Gas. Schließlich hat er auch einen DJ-Verleih gegründet. Die Story von einem, der sich getraut und es geschafft hat. Von Jens Dörr.

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Autos verkaufen war gestern: „Ich kann mir nicht mehr vorstellen, in meinen alten Job zurückzukehren“, sagt Martin Meyer. Der 33-Jährige aus Klein-Zimmern hat seine Festanstellung in einem Offenbacher Autohaus zugunsten jener Leidenschaft gekündigt, die seit dem vergangenen Jahr auch sein neuer Beruf ist: Meyer lebt den Traum vom Profi-DJ.

Als Beschaller von Partys und Veranstaltungen versuchen sich Tausende und Abertausender Discjockeys, die mehr oder weniger ambitioniert Musik auflegen. Für viele durchaus ein Traumjob, trotz meist ungewöhnlicher Arbeitszeiten abends und nachts und vor allem am Wochenende. Doch nur wenigen gelingt es, ihr Hobby zu ihrem Hauptberuf zu machen.

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„Ich verstehe mich als Dienstleister und nehme mich mit meinem eigenen Geschmack zurück“, sagt Meyer. Aus vielen 10.000 Titeln schöpft der DJ aus dem Ortsteil Groß-Zimmerns dabei – von Walzer bis Techno, zum Abtanzen oder für den dezenten Hintergrund in der Lounge, auf Deutsch und Türkisch ebenso wie auf Englisch. Wer ihn bucht, bekomme das gespielt, was er haben wolle – was eine Beratung oder Ideen Meyers nicht ausschließe. Trotz noch recht junger Jahre hat er damit auch zum älteren Publikum einen guten Draht aufgebaut. 

Vor rund sieben Jahren zog Meyers Geschäft, das damals noch eine Nebenbei-Leidenschaft war, so richtig an. Als DJ verzeichnete er schon vor 13 Jahren seine ersten Auftritte. Nach und nach verinnerlichte der Klein-Zimmerner aber, dass es nicht ausreicht, „nur“ Musik zu mögen und viele Lieder in petto zu haben. Längst steht ein Kleinbus vor der Wohnung, um bei Gelegenheit das Equipment zum Auftritt zu kutschieren. Dazu gehören Controller, Boxen, Lichttechnik – inzwischen kann Meyer Gesellschaften mit mehreren 100 Leuten beschallen und auch größere Locations optisch in Szene setzen. Akustisch wie optisch sollen seine Gigs schließlich Hand und Fuß haben – ob in Frankfurt, Mainz, Wiesbaden „oder im tiefsten Odenwald“, wie er sagt.

Vermittlung für DJs

Kann oder will er ob der Zahl der für ihn selbst längst zu vielen Buchungen ein Angebot nicht annehmen, lässt er die Kundschaft nicht im Regen stehen: Meyer hat die Vermittlung DJ24 for you gegründet und schöpft dort aus einem Pool handverlesener Discjockeys. Erst vor Kurzem vermittelte der 33-Jährige Kollegen an Fraport und die Lufthansa, die meisten Nachfragen kommen aber für Hochzeiten und Betriebsfeiern. Was für Arbeit nicht nur am Wochenende sorgt, wenn er selbst Equipment aufbaut oder auflegt: „Auch unter der Woche heißt es volle Power“, sagt er. 

Telefonate führen, DJs vermitteln, das Marketing gerade in den Online-Suchmaschinen optimieren und vieles mehr steht dann an. Nur selten gönnt sich Martin Meyer da noch selbst den Genuss durch die Beats anderer DJs. So wie vor ein paar Wochen, als er auf seiner eigenen Hochzeit naturgemäß andere Prioritäten setzte. Für die Feier wie den erfüllten Traum der beruflichen Selbstständigkeit im schwierigen Musikgeschäft gelte aber unisono: „Es hat bei mir alle Erwartungen übertroffen.“

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