Vom Warenlager in die Wettkampf-Arena

Staplerfahren wie bei „Wetten, dass...?“

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Das Balancieren der Flasche auf der Palette gehört zu den Wettkampf-Aufgaben beim Stapler Cup. Uwe Apel zeigt, wie´s geht. 

Heusentamm - Gabelstaplerfahren ist so kultig, dass schon seit Jahren die besten Fahrer der Welt beim Stapler Cup in Aschaffenburg gegeneinander antreten. Auch Teilnehmer aus der Region wagen den Schritt vom Warenlager in die Wettkampf-Arena. Von Franziska Jäger

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Das Jahr 2001 brachte diesen einen satirischen Kurzfilm hervor, der Gabelstaplerfahren zum Kult machte. Gabelstaplerfahrer Klaus metzelt darin einen Kollegen nach dem anderen aus Versehen mit seinem „Flurförderzeug“ nieder. Doch es geht auch filigraner: Sechs Mitarbeiter der Firma Herth und Buss Fahrzeugteile waren vergangenes Wochenende beim regionalen Vorentscheid des 24. Linde Stapler Cups in Aschaffenburg dabei. Hier messen sich im September die besten Fahrer der Welt – dann allerdings ohne Beteiligung aus Heusenstamm.

Platz 88 ist es dieses Jahr geworden. Die Zeit, zwei Minuten pro Aufgabe, saß ihm im Nacken, erzählt Uwe Apel. Staplerfahren gehört für den Offenbacher zum Arbeitsalltag, genau wie für die meisten der 160 Teilnehmer des Wettbewerbs. „Aus dem Büro wollte keiner mitmachen“, sagt Florian König, Teamleiter im Wareneingang der Firma Herth und Buss. Hier fährt auch Apel mit seinem Stapler, räumt Paletten und Kisten um.

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Extra geübt hat er für seine zweite Teilnahme an den Regionalmeisterschaften nicht. Er kennt Kollegen, die zu nervös sind, um sich anzumelden. Apel bleibt gelassen. „Wenn du im Stapler sitzt, konzentrierst du dich nur auf deine Sache.“ Die erste Aufgabe fällt ihm leicht. Mit der Gabel muss er Ringe aufnehmen und aufhängen. Auch das Balancieren einer Flasche auf einem Kistenstapel ist machbar. Den Theorieteil meistert Apel sowieso fehlerfrei. Den Stapler-Führerschein hat er schließlich schon in den späten 80ern bestanden. Da sitzen die Handgriffe im Schlaf, geht das Bedienen der kleinen Hebel wie von selbst.

Und dann passiert ein Fehler

Einmal passiert´s dann doch: Apel vergisst, beim Rückwärtsfahren den Kopf zu drehen. Das gibt Fehlerpunkte. Denn Sicherheit geht vor, auch in der Firma. „Das unterschätzt man schnell mal, welche enormen Kräfte da wirken“, sagt König.

Während der Sommerferien huschen Studenten und Schüler durchs Lager, dann müssen Apel und seine Kollegen noch aufmerksamer sein: „Die rennen immer mal unter der Gabel durch.“ Wenn die nicht benutzt wird, darf sie höchstens 20 Zentimeter über dem Boden schweben. Füße anhauen ist schließlich nicht so schlimm wie Kopf anschlagen. „Dafür tragen wir ja Sicherheitsschuhe.“ Gabelstaplerfahrer Klaus wäre hier sofort rausgeflogen.

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