„Verteidiger des wahren Blödsinns“ kommen mit neuem Album „11“ in die Kapp

Spaß-Metal-Band JBO nehmen sich selbst nicht ernst

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JBO haben wie immer nur Blödsinn im Kopf – und eine Peniszeichnung an der Wand: Während Vito C. mangels Schminke nicht mit aufs Foto möchte, freuen sich Wolfram (von links) und Hannes, Redaktions-Kaktus Kai-Uwe kennenzulernen. Ralph möchte dieses Mal lieber unerkannt bleiben. 

Sie haben mit Spaß-Musik Kultstatus erreicht: Auf ihrem neuen Album „11“ verbinden JBO Metal und Klamauk wieder zu Ohrwürmern. Darüber und über ihr Konzert am 3. November in der Frankfurter Batschkapp haben die vier Jungs aus Erlangen mit dem EXTRA TIPP gesprochen. Von Janine Drusche

Seit fast 30 Jahren macht Ihr Fun-Metal. Wird Euch die Blödelei-Musik nicht irgendwann langweilig?

Hannes: Nööö, denn es gibt so viele Sachen auf dieser Welt, die man einfach nicht ernst nehmen kann. Da lohnt es sich immer wieder, sich darüber lustig zu machen.

Vito C.: Beispielsweise auf dem Heavy-Metal-Festival Wacken, wo wir öfter auftreten, laufen so viele schwarze, böse Satansanbeter herum, da muss man rosa dazwischen springen und Jokes machen. Schwarze Bands gibt’s wahrlich genug.

Ihr nehmt wirklich alles auf die Schippe. Wo kommen die Ideen für Eure Lieder genau her?

Hannes: Ich habe schon fünf Ideen fürs nächste Album. Die fallen mir meistens in der Badewanne ein, wenn ich dem Meeresrauschen lausche.

Ralph: Uns fällt eigentlich immer was ein. Wir sind eben einfach bescheuert.

Gibt es denn eine Grenze, bis wohin der Klamauk gehen darf?

Hannes: Sicher gibt es die. Wie bei jedem Comedian. Wir würden zum Beispiel keine Witze über Behinderungen oder Krankheiten machen. Das sollte aber eigentlich klar sein. Man muss sich auch immer fragen: Ist das jetzt lustig? Also macht man logischerweise keine Witze über Opfer von Anschlägen. Das ist auch keine moralische Grenze, es ist halt nicht lustig.

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Es geht Euch also um den Spaß?

Hannes: Ja, wir wollen Spaß haben und Fröhlichkeit vermitteln. Es geht uns absolut nicht darum, jemandem dabei wirklich wehzutun.

Auf dem neuen Album „11“ macht Ihr Euch mit „Söderla“ über Bayerns Finanzminister Markus Söder lustig. Und wenn es ihm weh tut?

Hannes: Das ist richtig, aber das wird Markus Söder – der Mensch – schon aushalten. Also er wird sich nicht gleich erschießen. Das wird er nicht ernst nehmen. Wir nehmen uns ja schließlich selbst nicht ernst.

Vito C.: Wir wollen doch nur spielen.

Hannes: Also der Söder hat sich nicht geäußert, das ist für den nicht wirklich wichtig. Außerdem kennt unser Ralph den Söder aus der Schule und hat ihn zu seiner ersten Zigarette verführt. Und wenn die Mädchen Flaschendrehen gespielt haben, haben sie immer gesagt: „Aber der dicke Söder darf nicht mitspielen.“

Vito C.: Deshalb ist der heute auch so knatschig.

Wer kriegt noch sein Fett weg auf der neuen CD „11“?

Vito C.: Alles und jeder. Es ist das beste Album ever! Das einzige Album, was besser ist, ist das, was wir in zwei Jahren rausbringen.

Normal seid Ihr die Klamauk-Macher. Habt ihr auf Tour schon mal etwas als verrückt empfunden?

Hannes: In Nürnberg war es schräg: Da hat eine Frau auf der Bühne einen Heiratsantrag bekommen. Bei der Autogrammstunde danach habe ich ihr gratuliert und sie meinte: „Ich bin eigentlich treu, aber mit dir würde ich ihn betrügen.

Ralph: Ich fand krass, als zwei etwa 14-jährige, schwarz gekleidete Immortal-Fan-Mädels an unserem Merchandise-Stand finster guckend und Stinkefinger zeigend vorbeigelaufen sind. Wir waren denen wohl nicht schwarz und böse genug.

Hannes: Wir haben auch schon einen Brief zu unserem Lied „Ein kleiner Vampir“ bekommen. Da stand drin, das sei Teufelslästerung, weil es darin heißt: „Der olle Teufel, der soll doch in Rente“. Es gibt schon Bescheuerte.

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Wie war es denn, vor Jahren im Tigerenten-Club aufzutreten?

Hannes: Das war einer unserer besten TV-Auftritte. Wir haben in Bananen anstelle von Mikros gesungen und wir hatten pinke Kostüme an.

Vito C.: Im Fernsehen ist es oft alles so unpersönlich, aber die Kinder waren da und glücklich, wir also auch.

Hannes: Wir sind dann auch direkt nochmal in eine Kindershow zu „1,2 oder 3“ gegangen und haben „Hey, hey Wickie“ gesungen.

Und bald tretet Ihr in der neuen Frankfurter Batschkapp auf. Freut ihr euch schon?

Hannes: Wir sind ja schon zwei Mal in der alten Batschkapp aufgetreten und auch schon in der neuen. Das ist natürlich nicht vergleichbar, die alte war geil verranzt und total Rock’n’Roll. Dafür hat die neue eine tolle Anlage und einen top VIP-Bereich. Wir kommen gern in die Kapp.

Ihr macht Euch ja auch nicht nur lustig: Gerade habt Ihr eine Spendenaktion für die „Ärzte ohne Grenzen“ gemacht. Warum?

Hannes: Wir machen tatsächlich auch gute Sachen, nicht nur Mist. Selten, aber ja , wir wollten was Gutes tun und Ärzte ohne Grenzen, waren die Einzigen, über die wir noch nichts Negatives gehört hatten.

Ralph: Das Geld sollte nicht in toten Briefkästen herum liegen oder zum Bestechungsgeld werden.

Wolfram: Oder bei der CSU landen...

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