Ästiger Stachelbart sieht aus wie eine weiße Koralle

Sensation im Wald: Seltener Pilz in Offenbach entdeckt

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Pilzexperte Dietmar Krüger mit dem Ästigen Stachelbart, der nur an Totholz wächst. 

Offenbach - Der Ästige Stachelbart ist zurück: Ein Spaziergänger entdeckte den seltenen Pilz im Offenbacher Stadtwald. Für Pilzexperte Dietmar Krüger ist der Fund eine echte Sensation - und ein echter Hoffnungsschimmer. Von Kristina Bräutigam

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Dietmar Krüger kann es noch immer kaum glauben: Direkt vor ihm, an einer toten Rotbuche, wächst der Ästige Stachelbart. Überall entlang des morschen Stamms sitzt der puschelige Pilz, der wegen seines stacheligen Fruchtkörpers auch Frisée-Pilz oder Weiße Koralle genannt wird. „Ich bin wirklich viel im Wald unterwegs. Aber diese Art habe ich in Hessen noch nie gesehen“, sagt der Pilzsachverständige aus Offenbach. 

Kein Wunder: Der Ästige Stachelbart, Pilz des Jahres 2006, gilt als extrem selten und stark gefährdet, steht deshalb auf der Roten Liste G2. „Durch die Bewirtschaftung der Wälder wurde dem Pilz in den letzten Jahren die Nahrungsgrundlage genommen“, erklärt Dietmar Krüger. Statt Totholz liegen zu lassen, habe man die Wälder aufgeräumt, der Ästige Stachelbart verschwand. Dass er nun zurück ist, wertet der Pilzexperte als gutes Zeichen. „Der Wald renaturiert sich und seltene oder ausgestorbene Arten kommen zurück. Das ist toll“.

Fotos: Seltener Pilz in Offenbach entdeckt

Wo genau der Ästige Stachelbart in Offenbach wächst, will der 47-Jährige nicht verraten. Der seltene Pilz soll bleiben, wo er ist – und sich bestenfalls verbreiten: Wer eine alte abgestorbene Rotbuche auf dem Gelände hat und dem Stachelbart ein neues Zuhause geben möchte, kann Dietmar Krüger kontaktieren. Dass der Pilz essbar ist, sei dabei nebensächlich: „Jeder kann zur Verbreitung einer bedrohten Art beitragen und helfen, unsere Naturschätze zu erhalten“, sagt der Pilzexperte.

Kontakt und Infos gibt es unter www.derpilzberater.de.

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Fotos: Mit Pilzberater Dietmar Krüger unterwegs im Wald

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